... damit sie auch im Winter noch schön sind!

Selbst wer unter einem Stein lebt, sollte es mittlerweile mitbekommen haben: Der Hochsommer hat Deutschland fest im Griff. Erst gestern wurde in Sachsen-Anhalt mit 39,5 Grad offiziell der Hitzerekord für 2018 geknackt. Der Juli war mit über 300 Sonnenstunden der zweitsonnigste seit 1951 (nur getoppt vom Rekord-Jahr 2006).

Für alle Tattoo-Träger unter uns ist es gerade unter diesen Extrembedingungen wichtig, besonders achtsam mit der eigenen Körperkunst umgehen – schließlich soll sie uns noch viele Sommer erhalten bleiben.

Deshalb haben wir euch alles Wichtige rund um die richtige Tattoo-Pflege in dieser heißen Phase zusammengefasst – inklusive dem ein oder anderen gut gemeinten Kommentar für Leute, die sich gerade jetzt ein (neues) Tattoo stechen lassen wollen:

Fangen wir mit den Basics an

Tattoos bestehen (obviously) aus Farbe. Und die verblasst, ist sie dem Sonnenlicht und der damit einhergehenden, Farbpigmente aufspaltenden UV-Strahlung zu lange ausgesetzt.

Das passiert im Worst Case

Bunte Tattoos vergrauen, verlieren also an Leuchtkraft und Langlebigkeit. Blackwork verblasst, sattes Schwarz wird grünlich-grau. Besonders sensibel sind Weiß-, Gelb-, Orange- und Rottöne, etwas lichtechter und stabiler Blau- und Grüntöne und schwarze Pigmente.

Auch für die Elastizität der Haut ist langes und intensives Sonnenbaden schädlich: Sie wird trocken, rau und mit den Jahren ziemlich ledrig – kein guter Canvas, weder für schon gestochene noch für zukünftige Tattoos!

So wirkst du dem Tattoo-Verfall entgegen

Vermeide ausgiebiges Brutzeln! Zum einen ist die Brathähnchenoptik eh ziemlich 80er, zum anderen wirst du dich spätestens in ein paar Jahren selbst über dich ärgern, wenn deine Tattoos verblasst sind. Denn bei zu sonnenstrapazierter Haut ist auch Nachstechen nicht mehr so einfach. Vom Hautkrebsrisiko wollen wir gar nicht erst anfangen … Und ja, damit ist auch das Solarium gemeint!

Das heißt jetzt aber nicht, dass du die schönen Sommermonate wie Drakula in einer muffigen Kellergruft verbringen musst.

Schließlich gibt es ja Sonnencreme und Sunblocker. Achte auf einen hohen Lichtschutzfaktor (idealerweise LSF 50) und creme die zu schützenden Stellen gleichmäßig und regelmäßig ein.

Schmier' dich am besten schon ein, bevor du aus dem Haus gehst, und nimm dir immer eine kleine Nofall-Tube mit (Sonnencreme in Reisegröße gibt es in jedem Drogeriemarkt).

Nach einem langen Sommertag sehnt sich deine Haut außerdem nach Feuchtigkeit. Verwende also am besten regelmäßig eine feuchtigkeitsspende Bodylotion oder After-Sun-Creme, damit die tätowierten Hautregionen nicht austrocknen.

Auch mit der richtigen Kleidung kannst du UV-Strahlung den Kampf ansagen. Denn so cool es ist, seine Tattoos im Sommer stolz zur Schau zu stellen, sie werden dir hautbedeckende, lockere Klamotten sehr viel mehr danken, als die schutzlose Auslieferung durch kurze Hosen, Minikleidchen oder nackte Schultern.

Achte auf atmungsaktive Naturmaterialien wie Baumwolle und Leinen und vermeide Stoffe, die dich zusätzlich schwitzen lassen. Finger weg von Polyester und anderen Synthetikstoffen!

Kommen wir zum nächsten Punkt: Ist es eine gute Idee, sich im Sommer ein neues Tattoo stechen zu lassen?

Jeder (auch nur halbwegs) professionelle Tätowierer wird dir von diesem Unterfangen erst einmal abraten.

Warum? Ein Tattoo ist eine offene Wunde – und hohe Temperaturen und starkes Schwitzen nicht gerade förderlich für eine gute Wundheilung. Denn Schweiß lässt deine Haut aufquellen und kann dazu führen, dass dein frisch gestochenes Tattoo unnötig ausblutet (damit ist natürlich kein abnormaler Blutverlust gemeint, sondern die Ausschwemmung von Farbe!).

Und Hand aufs Herz: Gerade bei großflächigen Tattoos, die stundenlange Sessions verlangen, ist das eh schon große Risiko, dass dein Kreislauf irgendwann nicht mehr mitspielt, deutlich höher als bei gemäßigten Temperaturen.

Dein Termin steht schon, du hast endlich genug Geld zusammengekratzt und kannst nicht mehr länger auf dein neues Tattoo warten?

Dann sei bitte besonders vorsichtig, denn deine Haut ist im frisch gestochenen Zustand hyperempfindlich: Die natürliche, körpereigene UV-Resistenz ist durch die Verwundung nämlich erst einmal platt.

Die UV-Strahlung trifft ungehindert auf tiefe Gewebeschichten, und dein Immunsystem muss plötzlich zwei Schlachten schlagen: Tattoo-Heilung und Sonnenbrand! Ungeil für dein Tattoo, das wird nämlich unnötig strapaziert, den Farbpigmenten das Festsetzen in der Dermis erschwert. Das kann zu Juckreiz und Hautirritationen führen, zu „Sonnenallergie“ (also Hautausschlägen) und im schlimmsten Fall zum Schälen der Haut, zu unscharfen Linien und Vernarbungen.

Das Problem: Sonnencreme solltest du in den ersten 5 bis 6 Wochen nicht benutzen!

So lange brauchen die Zellen nämlich zur Regenerierung, davor könnten die in Kosmetikprodukten enthaltenen Inhaltsstoffe noch zu Irritationen führen. Solange solltest du also entweder komplett auf Sonne verzichten oder die betroffene Stelle mit Kleidung schützen. (Übrigens auch bei bewölktem Himmel! UV-Strahlung hält das nämlich nicht ab.)

Auch auf Freibad und Badesee solltest du in den ersten Wochen verzichten. Zum einen weicht langes Baden deine Haut auf, was die Heilungsprozess unnötig behindert (ähnlich wie beim starken Schwitzen), zum anderen willst du vermeiden, dass sich deine frische Verletzung durch dreckiges Wasser (Keime, Keime Keime), Sand oder Chlorwasser entzündet.

Und wenn’s tatsächlich gar nicht anders geht, lieber nur kurz im Wasser abkühlen, als stundenlang zu planschen. Spüle dein Tattoo danach gründlich mit sauberem Wasser ab, trockne es und gönn‘ ihm eine großzügige UV-Pause im Schatten.

Übrigens: Das sind die Tattoo-Trends 2018!

Quelle: Noizz.de