Im sexuellen Wettbewerb ist Gossip sehr wichtig ...

Wer tratscht, ist kein fieser Lästerer – sondern sozial hochentwickelt. Und sogar im sexuellen Wettbewerb spielt Tratschen eine Rolle. Wie jetzt?!

Forscher der University of Ottawa in Kanada haben dazu ein spannendes Experiment gemacht. Knapp 300 heterosexuelle Studenten zwischen 17 und 30 sollten drei Fragebögen ausfüllen. Der erste Bogen ermittelte, wie stark das Konkurrenzdenken gegenüber den anderen Teilnehmern mit dem gleichen Geschlecht war – speziell, wenn es darum ging, sexuelle Aufmerksamkeit beim anderen Geschlecht zu erregen.

In Fragebogen Nummer zwei und drei wollten die Forscher herauskriegen, wie wichtig Klatsch und Tratsch in der Kommunikation der Probanden war. Wie oft und wie stark sprachen sie über andere – und denken sie, das ist okay?

1. Menschen mit einem ausgeprägten Konkurrenzdenken neigen eher zum Tratschen über andere. Und sie halten es auch grundsätzlich für angemessen, Gossip zu verbreiten.

2. Frauen tratschen öfter und haben auch mehr Spaß daran.

3. Die Themen unterscheiden sich: Männer tratschen lieber über die Erfolge anderer – Frauen über Äußerlichkeiten.

4. Besonders Frauen sehen Tratschen als Methode, Informationen zu teilen. Sozial ist das sehr wertvoll für sie – auch, um bei der Partnersuche mögliche Konkurrentinnen auszustechen!

„Die Ergebnisse demonstrieren, dass Gossip eng mit dem Wettbewerb bei der Partnersuche verbunden und nicht bloß ein Produkt eines geschlechtsspezifischen Stereotyps über Frauen ist, welches oft abschätzig beurteilt wird“, erklärt Adam Davis, der Leiter der Studie. Heißt: Wer tratscht, ist kein Arsch – sondern ein sozial hochentwickeltes Wesen.

Quelle: kurier.at