Experten sehen der Sache kritisch entgegen.

Ob Kim Kardashian, Mark Zuckerberg oder Jon Schnee: Deep-Fake-Videos tauchen aktuell aus dem Nichts auf und sorgen für mächtig Verwirrung im World Wide Web. Mit jedem weiteren Deep-Fake-Video wird es härter, diesen als solches zu erkennen.

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Jetzt hat eine Forschungsgruppe der Stanford Universität ein Programm entwickelt, dass einem die Worte im Mund verdreht – wortwörtlich. Praktisch und gedacht ist das Programm in ernster Linie für das Film- und Serienbusiness. So können Sprech- und Sprachfehler schnell behoben werden, ohne dass es großartig Geld oder Zeit kostet.

Beschrieben wird das Programm auf der Universität-Website so, als würde man einen Text bearbeiteten: Kopieren, einfügen, hinzufügen und löschen von Worten ist ohne Probleme möglich. Das Geniale daran ist, dass die Lippen angepasst werden und man nicht bemerkt, dass die Person eigentlich etwas ganz anderes gesagt hat.

In einem Video wird das Programm erklärt und an mehreren Beispielen demonstriert. Spätestens, als der vorher Englisch sprechende Mann plötzlich fließend Deutsch spricht, wird klar, dass mit diesem Programm einiges möglich ist.

Schau dir hier das Video der Forschergruppe an:

Eigentlich sollten spätestens jetzt alle Alarmglocken anfangen, zu läuten. Der Programm-Entwickler sieht den negativen Aspekten allerdings relativ entspannt entgegen: "Leider wird solche Technik immer böse Menschen anziehen, aber die positiven Aspekte überwiegen", wird er auf der Universität-Website zitiert.

Cansu Canca, Gründerin der Firma "AI Ethics Lab" sieht das größte Problem für zukünftige Entscheidungsfragen: "Wir fällen Entscheidungen basierend auf unserem Wissen und das hängt von den Informationen ab, die wir erfahren. Wenn die Informationsquellen manipuliert werden, werden wir schon früh in unseren Entscheidungen manipuliert. Mit unserer Demokratie und zum Beispiel dem Gesundheitssystem im Hinterkopf, könnte das zu einem Problem werden."

Laut David Doermann, Direktor des Instituts für Künstliche Intelligenz an der Universität von Buffalo, ist die Entwicklung ein Wettrennen: "Je besser die Manipulationen sind, desto besser müssen die Detektoren sein. Momentan gibt es sicherlich mehr Manipulatoren als Detektoren."

Das Programm der Universität Stanford wird nicht von jedem Hans bedient werden können, dafür ist es zu komplex. Und noch hat kein Deep-Fake-Video versucht, den dritten Weltkrieg auszulösen, also bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als die Entwicklung abzuwarten.

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Quelle: Noizz.de