Die Infos, die Promis auf Insta und Co. posten, werden ihnen immer wieder zum Verhängnis.

In Las Vegas wurde kürzlich ein "besessener Fan" von Miley Cyrus festgenommen, dessen Lebensmission es nach eigenen Aussagen ist, Miley "zu schwängern". Ein "besessener Fan", ja, aber wahrscheinlich ist dieser Mann, über den TMZ berichtete, auch einfach ein waschechter Stalker.

Er war dem Team der Sängerin bereits bekannt, weil er bei Twitter regelmäßig über seine einschüchternden Pläne mit ihr und an sie gerichtet twitterte, und konnte so schnellstmöglich erkannt und rausgeschmissen werden. Beinahe täglich hört man von solchen Fällen, in denen Prominenten nachgestellt oder wie im Fall von Channing Tatum das eigene Eigentum besetzt wird.

Wer wann wo in der Welt ist, das konnten Täter früher an nur wenigen Faktoren festmachen. Heute liegen diese sensiblen Information oft nur ein paar Klicks entfernt. Wenn Channing schließlich Fotos aus einem sonnigen Urlaubsort am anderen Ende der Welt postet, dann ist sein Haus in Beverly Hills ja garantiert leer, oder? Instagram-Stories verraten uns, wo unsere Idole, Ex-Freund*innen oder Familie unterwegs sind, was sie tragen, wohin sie gerade auf dem Weg sind. Wie erschreckend leicht es ist eine Person mit Hilfe dieser Infos aufzufinden und möglicherweise sogar zu verletzen, zeigt sehr anschaulich die Netflix-Serie "You".

Facebook-Veranstaltungen, Orts-Tags und Zeitangaben von Beiträgen des Opfers sind Brotkrumen, denen man einfach nur folgen muss. Das taten auch die Männer, die Kim Kardashian vor drei Jahren in Paris überfielen. Auf Instagram erfuhren sie nicht nur von den Aufenthaltsorten der Millionärin, sondern konnten auch ihr Ziel genau ins Visier nehmen: extrem teueren Diamantschmuck, den Kim zu der Zeit trug. Es handelte sich hierbei zwar um keinen Vorfall von Stalking, doch die Informationen hätten von einem Nachsteller genauso genutzt werden können.

Social Media ist also zu einem vermeintlichen Schlüsselfaktor geworden, wenn es um solche, direkten Angriffe auf eine Person geht, egal ob das Opfer nun berühmt ist oder nicht. Schließlich teilen nicht nur Kim K und Co., sondern auch wir alle fleißig unsere Daten und Infos bei Snapchat, Instagram und Konsorten. Die Polizeiliche Kriminalprävention schreibt über den Tatbestand auf der eigenen Webseite: "Stalking ist ein dynamischer Prozess, der auch durch das Verhalten der Betroffenen mitbestimmt wird." Ihr Hilfeartikel zum Thema "Stalking" behandelt viele Informationen und Tipps zum Thema – Social Media kommt darin allerdings überhaupt nicht vor.

Das sei auch zukünftig nicht geplant, schreibt Pressesprecherin Christiane Honer auf direkte NOIZZ-Nachfrage: "Wir als Polizei unterliegen dem Neutralitätsgebot und dürfen keine Richtlinien für den Gebrauch von Social Media geben. Wir weisen natürlich daraufhin, sorgsam mit den Informationen zu sein, die man von sich preisgibt. Aber das gilt ja nicht nur für den Schutz vor möglichem Stalking, sondern auch zum generellen Schutz der eigenen Privatsphäre." Honer gibt auch an, dass der Polizei keinerlei Informationen vorliegen, ob die vermehrte Nutzung von Social Media in unserer Gesellschaft zu Stalkingfällen führt, die damit in direkter Verbindung stehen.

"Wir sehen keinen Zusammenhang [zwischen den Informationen, die Betroffene auf Social Media teilen und dem Ausmaß des Stalkings]. Denn die Täter sind meistens Menschen aus dem näheren sozialen Umfeld der Opfer, zum Beispiel der Ex-Freund. Demnach wissen die Betroffenen, wer ihr Stalker ist. In 75 Prozent der Fälle kennen die Betroffenen die stalkende Person", erklärt die Polizeisprecherin ebenfalls. Natürlich ist es dennoch möglich, dass diese Menschen ihre Taten mithilfe von Informationen aus dem Netz planen, doch Zahlen gibt es dazu bisher keine. Dabei könnten Täter über geplante Social-Media-Aktionen doch vielleicht auch leichter festgenommen werden?

So richtig scheint der Zusammenhang von Stalking und den Informationen, die von uns auf sozialen Netzwerken landen, noch nicht untersucht zu sein. Doch seitdem wir die erste Folge "You" gesehen haben, ist uns hoffentlich allen bewusst, dass wir mit sensiblen Daten wie Ortsangaben in unseren Instagram-Stories sorgsam umgehen sollten.

>> Video: Ohne Ton ist die Netflix Stalker-Serie „You“ so richtig gruselig

>> Wie Eltern ihre Kinder auf Instagram gefährden

Quelle: Noizz.de