Die weltgrößte Computerspielmesse hat begonnen.

Ich habe schon viel von ihr gehört. Viele Videos gesehen. Bunte Kostüme, tausende Nerds und die neusten Spiele. Mit diesen Vorurteilen reiste ich zur GamesCom nach Köln.

Mein erster Eindruck: laut, bunt und voll. Es scheint, als wäre ich mitten in einem Wettkampf zwischen World of Warcraft, Battlefield, Fifa und Super Mario. Jeder Aussteller möchte auffallen.

Je weiter ich die Hallen durchforste, desto größer werden die Kulissen, desto ausgefallener die verkleideten Hostessen und desto lauter die Soundtracks.

Eine Cosplayerin zeigt ihr Kostüm

Der erste Rückzugsort, den ich finde, ist die Youtube-Lounge. Dort wird die neue App „Youtube Gaming“ vorgestellt. Eine App, die dir Let’s Plays sortiert: nach Spiel, nach Spieler oder nach deinen Präferenzen.

Felix von der Laden mit NOIZZ-Autor Marvin Wildhage

Außerdem streamen in der Lounge durchgehend Youtuber live ihre neuen Spiele. Dort treffe ich Felix von der Laden (ehemals Dner) und darf ein Virtual Reality-Spiel ausprobieren. Ich spiele einen Hai, der dutzende Taucher, die ihn jagen, auffressen muss – ziemlich lustig, aber irgendwie makaber.

In der Business-Area der Messe ist alles ein bisschen schlichter gehalten. Jeder Hersteller hat dort seinen geschlossenen Meeting-Bereich: Einlass nur mit Termin!

Ich darf dort das neue Mario + Rabbits Spiel spielen. Filmen darf ich hier leider nicht – Geheimhaltungsstufe eins, weil noch nicht alle Spiele veröffentlicht sind.

Mario + Rabbits ist ein Spiel für die Nintendo switch-Konsole, in dem Mario gemeinsam mit zwei Hasen gegen eine ganze Reihe böser Hasen kämpft. Ausgerüstet sind sie mit Laserkanonen. In einem schach-ähnlichen Spielfeld muss man sich an die Gegner pirschen. Irgendwie nicht meine nostalgische Erinnerung an Super Mario. Vielleicht hätte ich mich doch für Assasin’s Creed oder Far Cry entscheiden sollen.

Virtual Reality liegt auch 2017 im Trend

Im Design von alten Videospiel-Automaten aus den 90ern hat Obisoft die Konsolen für Mario + Rabbits vorbereitet. Mehr als 50 Spieler finden hier Platz.

An allen anderen Ständen ist es genauso: Hunderte Spieler hängen mit dicken Kopfhörern an mehreren Bildschirmen und spielen sich die Finger wund. Kein Wunder: dafür haben sie mehrere Stunden angestanden.

In Halle 6 teilen sich die Giganten der Spieleindustrie die Fläche: Fifa 18, Battlefield 1 und Need for Speed Payback. Wirklich erstaunlich, welche Welten hier aufeinander treffen: Der Hobbykicker aus der Kreisliga spielt neben dem Egoshooter aus der zehnten Klasse und der neben dem Autotuner aus der Vorstadt.

Eine Halle weiter sind die Familienstände aufgebaut. Neben einigen sportlichen Aktivitäten wie Hüpfburgen, Tischtennis, Skateboarden und Torwandschießen, gibt es auch hier Konsolen. Ich sehe bunt verkleidete Hostessen, die wild zu „Just Dance“ tanzen. Andere laufen mit VR-Brillen herum.

Zwei Spieler testen Just Dance

Insgesamt war ich ganze sieben Stunden auf der GamesCom – trotzdem habe ich das Gefühl, nicht alles gesehen zu haben. Am Ende des Tages tun mir die Füße weh, denn ich bin mindestens fünf Kilometer gelaufen. Inklusiver meiner drei falschen Routen, weil ich mich auf dem riesigen Gelände verlaufen habe. Das lag vor allem an unübersichtlichen Hallenverteilungen und schlechter Ausschilderung. Aber halb so schlimm.

Die vielen verschiedenen Spiele waren total unterhaltsam. Am eindrucksvollsten waren die immer größer werdenden Kulissen und der Versuch, das Spiel ins reale Leben zu holen. Zwar hat mich die GamesCom immer noch nicht davon überzeugen können, irgendein Spiel zu kaufen – aber ich habe einen Einblick in eine Welt bekommen, die mir vorher verschlossen war. Und nein: Nicht jeder, der dort rumläuft, ist wie ein Charakter aus seinem Lieblingsspiel verkleidet.

  • Quelle:
  • Noizz.de