Braucht die Welt noch mehr Joko?

Joko Winterscheidt möchte überall mitspielen - Talkshows, Castingshows und etliche Start-ups – und scheinbar hat er immer noch nicht genug. Sein neuestes Projekt: Eine Zeitschrift über alles und nichts.

Am 22. März ist sein Magazin "JWD. Joko Winterscheids Druckerzeugnis" beim Verlagshaus Gruner & Jahr an den Start gegangen. Mit einem Preis von 4,40 Euro pro Ausgabe, ist das Blatt nicht gerade günstig.

Ganze 24 Mal starrt Jokos Visage den Leser in der Zeitschrift an. Gefühlt auf jeder Seite findet sich sein Name – selbst in den Werbeanzeigen. Schnell wird klar: "JWD." ist eine Joko-Show.

KLAR – es handelt sich ja schließlich um sein "Druckerzeugnis". Doch wer jetzt schon einen Joko-Overkill hat, sollte die Zeitschrift besser nicht anrühren. Laut Meedia verstehe sich "JWD." als frecher und wilder Reportage-Titel. Und tatsächlich – in der 1. Ausgabe findet man Reportagen über Puppenpuffs, einsame Livestreamer in Asien, kiffende Nonnen und Nackt-Restaurants in Paris.

Klingt ein bisschen nach VICE, oder? Joko und sein Team kennen wohl das Erfolgsrezept: Sex, Sex, Sex, Drogen – und Freaks!

Auch vor "lustigen" und "innovativen" Wortspielen wie "Jokopedia" oder "Joko & Glas" wird hier nicht Halt gemacht. Bei all den Wortspielen, Infokästen und Designelementen ist man als Leser leider ziemlich überfordert: Circus Halli Galli auf Crack in Schriftform.

"JWD." kommt bei G+J raus

"JWD." ordnet sich also irgendwo zwischen VICE und NEON ein – so richtig lässt sich das Konzept nicht greifen. Ganz neu scheint es aber nicht zu sein: Magazine, die sich an einer berühmten Person aufhängen, kennen wir bereits durch Barbara Schönebergers "Barbara".

Falls nicht, ist das für Joko auch kein Drama. Der ZEIT sagte er: „Sollte es bei einer Ausgabe bleiben, hatte ich einfach eine tolle Zeit und muss mich nie fragen: Was wäre gewesen, wenn ich damals dieses Magazin gemacht hätte. Ich bin aber zuversichtlich, dass es mehr als eine Ausgabe wird.”

Quelle: Noizz.de