Willkommen, willkommen. Herzlichen willkommen zu meiner neuer Hass-Kolumne. Sie heißt "Blanker Hass" und hat einen sehr überraschenden Schwerpunkt. Hass!

Heute: Folge 1. Sieben bescheuerte Fahrradfahr-Typen in der Großstadt

Er fährt immer in der Mitte der Straße, schön unberechenbar nach links und rechts schwenkend. Der Blick streng geradeaus, gerne Kopfhörer im Ohr. Sein Fahrrad ist ramponiert, die Fahrradkette knarzt. Auf einer Strecke von 100 Metern verliert man hinter ihm grob fünf Minuten. Dass solche Personen Leute aufhalten, bekommen sie natürlich nicht mit. Ansonsten würden sie ihr Fahrrad wohl zu Hause lassen. Und DAS wäre endlich mal eine Lebensleistung.

Wenn man solche Idioten der Straße nach Ewigkeiten endlich unfallfrei überholt hat, folgt meistens eine rote Ampel. Und was machen diese Freunde der Sonne: Sie fahren natürlich an einem vorbei und halten direkt vor einem. Ein idealer Moment zum zuschlagen. Beim Anfahren geht der ganze Spaß dann wieder von vorne los. Machen solche Leute das mit Absicht? Wollen sie einen Krieg mit mir anzetteln?

Sie gehören zu jener langsamen Spezies, die lang überholt werden muss, ehe man sich rasch von ihnen entfernt. An der nächsten Rechts-vor-links-Kreuzung gibt es aber ein Wiedersehen. Wenn man Pflichtgemäß anhält, „rasen“ diese an einem vorbei. Schön den Blick geradeaus, andere Menschen ignorierend. Das Credo: Scheiß auf andere Menschen! Diese Situationen gelten übrigens auch für rote Ampeln, Zebrastreifen, Eisenbahnübergänge und Einbahnstraßen. Ich will jedes Mal nur eins schreiein: IGNORANTEN!!

Ein einfaches Szenario zur Visualisierung eines weiteren Großstadt-Phänomens: Um einen Freund zu besuchen, muss man in die toruistischen Ecken einer Stadt fahren. Nach kurzer Zeit steckt man im Stau, der aus einem Fahrradhaufen besteht. Jedes einzelne Gefährt ist mit einem Gepäckträger und Korb ausgestattet, an dessen Ende ein gelbes klebt. Es bedeutet: Diese Leute haben Fahrräder zu horrenden Preisen gemietet. Bei grünen Ampeln dauert es ewig bis sie losfahren, sie haben keine Ahnung von Verkehrsregeln und verfahren sich durchgehend. Mein Vorschlag: Nach dem System der Kurtaxe müssen Touristen eine Fahrradabgabe bezahlen. Ich schlage drei Millionen Euro pro Tag und Fahrrad vor.

Ich hatte in der Schule einst gelernt, dass das Fahrradfahren auf dem Bürgersteig nur bis zu einem bestimmten Alter erlaubt ist (Anmerkung: 10 Jahre). Scheinbar habe ich mich geirrt, wenn ich bedenke, wie oft Leute quer vom Bürgersteig zu mir auf die Straße geschossen kommen.

Schnatter, schnatter, schnatter. Na, wisst ihr wen und was ich meine? Sie fahren unfassbar langsam nebeneinander und lassen zwischen sich gerade soviel Platz, dass kein Fahrrad durchkommt, obwohl die Lücke zwischen ihnen riesig erscheint. AUS IRGENDEINEM GRUND WOLLEN SIE AUCH IMMER IN MEINE RICHTUNG! Immerhin lernt man vieles über zwischenmenschliche Beziehungen. Zum Beispiel, dass Marco die Sybille nun doch verlassen hat. #Traurig.

Manchmal fühlt man sich ja selbst etwas schuldig, wenn man hinter Schleichern hereiert und drängelt. Wenn dann aber der Raser, ehemals Kurier, hinter einem fährt, kehrt sich das Straßenleben um. Er hat keine Angst vor irgendwas, deshalb fährt er auch ein bremsenloses Rennrad, das im Laden nicht unter 2000 Euro zu bekommen ist und zwangsweise in der Wohnung aufgehängt werden muss. Er ignoriert einfach alles: Menschen, Straßen, Bäume, Tiere, den Verstand. Schnell, schneller, Arschloch.

Ps. Ich fahre trotzdem jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit. Nennt man das dumm? Vielleicht gehöre ich ja auch einfach zu einem dieser Typen. Ich würde es jedenfalls nicht ausschließen!

Quelle: Noizz.de