SEX VOR NEUN: Zu Weihnachten schenkte er mir ein Dick Pic

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Zur Weihnachtszeit wird es zwischen Pärchen oft romantisch, aber auch Singles müssen nicht unbeschenkt bleiben Foto: freestocks.org / unsplash.de

... vielleicht war das eines der schönsten Weihnachtsgeschenke EVER!

Unsere Autorin Julie Schmidt schreibt in „SEX VOR NEUN“ über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation und Penisse. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar Bett-Geschichten aus.

Die Nummer mit dem Dick-Pic

Ich bin ein großer Penis-Fan. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich deshalb eine ganze Sammlung von Penis-Bildern auf meinem geliebten Handy brauche. Denn im Prinzip bringt es mir ja nichts, wenn mir jemand ein Bild seines Penis schickt ... oder glaubt irgendein Typ, dass meine Vagina alleine vom Anblick seines kleinen Freundes Freudensprünge macht? Come on, Boy!

Trotzdem gab es letztens beim Wichteln im Freundeskreis eine skurrile Situation. Da saßen wir fünf Mädels also, tranken Sekt und analysierten mal wieder unsere Beziehungs(un)fähigkeit, als wir auf das Thema Geschenke zu sprechen kamen.

„Was war das schönste Geschenk, das ihr jemals zu Weihnachten bekommen habt?“, fragte meine Freundin in die Runde.

„Das Sextoy, das wir alle bei der Dildofee bestellt haben“, gackerte eine andere los.

Hmm, grundsätzlich gute Wahl. Mir schlossen aber gleich drei andere Situationen in den Kopf: Da war das Ticket für das ausverkaufte Konzert meiner Lieblingsband, das meine Eltern in einen Duden eingepackt hatten. Da war der Moment, als mein Ex uns kurz vor Weihnachten noch mal eine zweite Chance gab, und da waren die vielen Penis-Bilder, die ich in den letzten Jahren zu Weihnachten bekommen habe.

... Julie?“, hakte eine Freundin nach. Upps! Da war ich doch tatsächlich etwas zu tief in meinen Gedanken versunken.

„Die Dick Pics von Julian“, antwortete ich schnell, und alle lachten.

„Hätten wir uns ja auch denken können ...“

Lag es an seinem Penis oder an ihm?

Tatsächlich hatten mir die Penis-Bilder von Julian damals die Welt bedeutet: Unsere Geschichte war die Parodie einer Liebesgeschichte. Wir hatten uns als kleine Kinder kennen gelernt und das „Was sich neckt, das liebt sich“-Phänomen auf die Spitze getrieben. Meine Schulzeit machte er mir zwischendurch zum Höllentrip, das änderte aber gar nichts daran, dass ich nicht unbedingt mit ihm in die Kiste wollte.

Wenn wir alleine in einem Raum waren, dann flogen Funken – so viel sexuelle Energie herrschte zwischen uns. Leider konnten wir damit damals so gar nicht umgehen. Deshalb entschieden wir uns irgendwann, die Finger von einander zu lassen – Kontaktabbruch. Das war’s mit der hollywoodreifen ... Na gut, vielleicht nur Vorabend-RTL-reifen ... Liebesgeschichte!

Bis mein erstes ganz persönliches Weihnachtswunder geschah

Es war drei Tage vor Heilig Abend, ich saß nichts ahnend auf der Couch im Wohnzimmer meiner Eltern und zog mir den fünften Harry-Potter-Film nacheinander rein – als ich plötzlich eine Nachricht bekam.

„Hey Julie, ich habe gerade an dich gedacht. Wie gehts dir?“, stand dort. JULIAN! Diese Nachricht war mein ganz persönlicher Freefall-Tower. Mein Körper hatte auf jegliches Interesse von ihm schon immer reagiert wie eine Maus auf Koks. Ich las die Nachricht einmal, zweimal, dreimal – es fühlt sich immer noch so an, als würde ich mit 100 km/h Richtung Boden rasen. Adrenalinkick des Todes.

Ich antwortete: „Hey, lange nichts gehört! Bist du wie immer zu Weihnachten im Urlaub?“

Seine Antwort war ein Bild seiner braun gebrannten haarigen Beine, die in der Sonne brutzelten.

That escalated quickly ...

Nach kurzem Small-Talk heizten wir uns gegenseitig an: Auch nach all den Jahren war die sexuelle Spannung noch da.

„Schade, dass du so weit weg bist! Ich wüsste Einiges mit dir anzustellen ... Du bist mir mindestens noch einen Orgasmus schuldig“, schrieb ich irgendwann, nachdem er mir offenbart hatte, wie ärgerlich es war, dass er ausgerechnet im Urlaub an mich dachte und wir uns deshalb jetzt nicht auf der Stelle übereinander herfallen konnten.

Jedenfalls entwickelte sich unser Gespräch in eine sehr eindeutige Richtung:

„Stell dir mal vor, ich würde neben dir am Strand liegen...“, schrieb ich ihm irgendwann, was sein Kopfkino wohl zum explodieren brachte.

„Hör auf jetzt! Ich lieg mit einem fetten Ständer am Strand. Ich melde mich, wenn ich im Hotelzimmer bin.“ Ich musste breit grinsen.

Jemanden nur mit Worten geil zu machen, war ja auch irgendwie eine Kunst. Das konnte sicherlich nicht jeder. Ich musste nach unserer ersten Session erstmal einen Zigarette rauchen. Mein ganzer Körper war in den letzten Stunden zu einer Atombombe mutiert – dieser Adrenalinkick war besser als jeder Sex. Mein Handy ließ ich an diesem Tag natürlich keine Sekunde mehr aus den Augen, aber von Julian kam nichts mehr.

Zu Weihnachten kam die Überraschung

Bis ich am 24. Dezember aus einem ziemlich unruhigen Schlaf erwachte und beim Blick auf mein Handy breit grinsen musste.

„Komm bitte ganz schnell ...“ Ich öffnete die Nachricht und wurde von einem wirklich sehr schönen Penis begrüßt, von dem ich heute noch schwöre. Wenn er ein Gesicht gehabt hätte, dann hätte er mich breit angegrinst.

Das Penisbild an sich war nicht das größte Geschenk, aber der Adrenalinkick, den Julian in mir auslöste, und die Hoffnung, dass ich ihn am Ende vielleicht doch irgendwie rumbekommen würde (nach all dieser Zeit), konnte bisher kein anderes Geschenk toppen.

Übrigens: Tatsächlich haben Julian und ich seitdem noch oft solche Gespräche geführt. Jedes Jahr zu Weihnachten bekomme ich seitdem ein weiteres Bild per WhatsApp geschickt. Lange hat mich das noch heiß gemacht, aber am Ende habe ich eben doch lieber einen echten Schwanz zwischen meinen Beinen.

Deine Sex-Fragen

Übrigens: Wenn du mir Fragen zum Thema Sex stellen willst, kannst du das jederzeit machen – und zwar komplett anonym! Schreib mir dazu einfach eine Message auf Tellonym. Die besten Fragen beantworte ich nächste Woche auf NOIZZ!

Quelle: Noizz.de