… und sechs weitere Serien-Charaktere, die ich vögeln würde!

Autorin Julie Schmidt schreibt in "SEX VOR NEUN" über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation und Penisse. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar Bett-Geschichten aus. Übrigens: Folg Julie Schmidt doch auch bei Instagram: @sex.vor.neun.

Die Nummer mit den Typen, die nicht existieren

Ich habe die letzten Tage in trauter Zweisamkeit in meinem Bett verbracht: Da gab es nur mich und meinen Fernseher. Denn wie das so ist, wenn man eine miese Nachricht in Liebesdingen zu verarbeiten hat, will das Herz mit irgendwas gefüttert werden, das einen wieder glücklich macht.

Und womit klappt das am besten? Genau, mit stupiden Alltagsserien, die nicht zu anspruchsvoll, nicht zu dramatisch und vor allem nicht zu romantisch sind. Aus diesem Grund ist mein Alltime-Favorite Sex And The City dieses Mal direkt aus dem Rennen geflogen, denn wenn eines mit einem gebrochenen Herzen gar nicht geht, dann anderen Frauen beim Durchleben von Liebeskummer und heißen Sex-Dates zuzugucken.

Stattdessen entschied ich mich, als ich vor ein paar Tagen mal wieder heulend im Bett lag, für die erste Folge von How I Met Your Mother und konnte danach einfach nicht mehr aufhören. Barney, Robin, Lily, Marshall und Ted sind für mich echte Endorphin-Garanten.

Ich weiß noch, wie ich damals jeden Tag nach der Schule den Fernseher eingeschaltet habe und eigentlich immer irgendeine Folge der Serie lief … schließlich gab es mal eine Zeit, in der das Programm von ProSieben ausschließlich aus den Erlebnissen der fünf New Yorker bestand. Deshalb ist mir auch jetzt erst aufgefallen, dass ich zwar alle Geschichten schon kannte, sie aber nie in der richtigen Reihenfolge gesehen habe, weshalb ich den Tränen-Faktor der Serie fälschlicherweise als ziemlich gering eingestuft hatte ... aber dazu später.

Wisst ihr... als ich einem Kumpel von meiner Medizin gegen den Herzschmerz erzählte, lachte er nämlich nur laut auf: "Ich weiß jetzt nicht, ob das die richtige Wahl ist, da finden die sich am Ende doch auch alle und sind glücklich…"

Touché. Er hatte ja sowas von recht – das konnte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen, weil ich erst an dem Punkt war, an dem sie sich alle noch fröhlich durch die Betten vögelten und mich mehr zum Lachen und Masturbieren als zum Heulen brachten.

Fuck, ist Barney Stinson eine geile Ratte!

Der neue Hauptdarsteller in meinen Fantasien: Stinson, Barney Stinson. Ja, Barney! Nicht Marshall, nicht Ted und auch nicht Robin … wobei sie schon verdammt sexy sein kann.

Ich muss zugeben, wahrscheinlich wird es nicht allzu viele Frauen geben, die diesen Anzugträger mit seinen Maschen und den beschissenen Zaubertricks … Ich meine, welche Frau findet schon einen Typen gut, der dir Münzen aus allen noch so absurden Stellen des Körpers zaubern kann… als Vorlage für ihre Masturbations-Fantasien nutzen, aber bei mir punktet er vor allem wegen seines Humors und der unfassbar liebevollen Art!

Außerdem ist jede Fantasie besser als meine letzte, die mich beim Masturbieren so dermaßen aus der Bahn geworfen hat, dass ich am Ende einen Heulkrampf erlitt ...

Alles fing an, als ich nach einer sehr anstrengenden Woche schon am Freitagabend mit einem mulmigen Gefühl, von dem ich den Auslöser aber nicht identifizieren konnte, ins Bett ging. Statt meinem chronischen Schlafmangel entgegenzuwirken und endlich mal auszuschlafen, ließ mich mein Körper am nächsten Morgen um 5.36 Uhr aufschrecken und auch nicht mehr einschlafen.

In solchen Fällen habe ich drei ausgefuchste Tricks, die mich noch mal ins Schlummerland schicken: ein Hörbuch (am liebsten "Harry Potter"), eine Zigarette und wenn gar nichts mehr geht: eine Runde masturbieren – das macht mich im Regelfall so müde und glücklich, dass ich danach wieder wie ein Baby einschlafe. Im Anbetracht der Uhrzeit übersprang ich die Zigarette und das Hörbuch und widmete mich gleich dem sichersten der Tricks: Ich masturbierte.

Das Problem beim Solo-Sex ist allerdings, dass es einem zwar ein unfassbar gutes Gefühl gibt und einen auch von Sorgen ablenkt, allerdings schweifen dabei die Gedanken auch manchmal in eine falsche Richtung ab. So wie an diesem verflixten Morgen, als ich zwar zum Orgasmus kam, kurz danach aber die Kontrolle über meine Tränendrüsen verlor, weil ich mit den Bildern vor meinem inneren Auge, der Erinnerung an meinen letzten Fick und der unfairen Tatsache, dass er jetzt wahrscheinlich glücklich und in trauter Zweisamkeit und ich unglücklich masturbierend in meinem Bett lag, überhaupt nicht klar kam.

Statt Glückshormonen durch den Körper rauschten mir jetzt Tränen über die Wangen. Ich weiß nicht genau, wieso ich in diesem Moment so traurig wurde – denn eigentlich bin ich es gar nicht. Um Barney zu zitieren: "When I'm sad, I stop being sad and be awesome instead."

Dass es mit dem letzten Typen nicht funktioniert hat? Geschenkt. Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, wusste ich von Anfang an, dass es mit uns aus verschiedenen Gründen vermutlich nicht klappen würde. Dass es aber auch mit den ganzen Typen vor ihm nicht funktioniert hat, war und ist das eigentliche Problem.

Aber stopp, stopp, stopp!

Eigentlich wollte ich ja erzählen, wie es überhaupt dazu kam, dass ich diese Kolumne schreibe und gerne mit Barney Stinson vögeln würde …

Vor ein paar Tagen habe ich meiner Mitbewohnerin die letzte Kolumne vorgelesen, in der ich euch erzählt habe, dass ich nicht mehr auf Männer warten will. Das ist so ein kleines Ding zwischen uns – ich lese ihr die Kolumnen vor, verhaspele mich dabei bestimmt fünfzehn Mal und muss immer grinsen, wenn sie laut anfängt, zu lachen. An dieser Stelle: High Five, danke, dass wir dieses Ritual haben!

Als ich mit dem Vorlesen fertig war, sah sie mich mit einem mitleidigen Blick an: "Julie, du meintest, dass die witzig ist. Die ist überhaupt nicht witzig – sondern eher … traurig und total ehrlich."

Ich stieß laut etwas Luft aus und sah aus dem Fenster: "Ja, ich habe auch keinen Bock mehr, ständig über Liebeskummer zu schreiben, aber mir fällt gerade einfach nichts anders ein …"

"Beim nächsten Mal muss unbedingt wieder etwas Witziges kommen!", sagte sie jetzt und lächelte mir aufmunternd zu.

Tja, und jetzt sitze ich hier und frage mich: Wie zur Hölle soll ich etwas Witziges schreiben, wenn der einzige Typ, der mich gerade nicht zum Heulen bringt (… wobei, das stimmt nicht, aber dazu später mehr …), ein Anzugträger ist, der als Pirat, Arzt oder Taucher verkleidet in einer Bar sitzt, um Frauen aufzureißen … und in Wirklichkeit nicht mal existiert?

Auf echtes Dating habe ich gerade einfach keine Lust. Erstens gibt es auf dieser ganzen weiten Welt keinen Typen, der auch nur ansatzweise durchschaut, was eigentlich für eine mega coole Braut (die auf Zigarren, Sex und Scotch steht) in mir steckt, und zweitens gibt es auch keinen Typen, in dem ich so einen coolen, entspannten, humor- und vor allem liebevollen Kerl sehe, wie er mir auf meinem Bildschirm in Form von Barney Stinson präsentiert wird.

Ja, ich weiß … Ich drehe langsam etwas durch, aber wer würde auch nicht durchdrehen in meiner Situation? Ich heule während ich masturbiere, ich habe keine Lust mehr, Männer kennenzulernen, und ich kann meine Stimmung nicht mal durch Alkohol aufhellen, weil ich vor ein paar Wochen auf die verflixte Idee gekommen bin, einfach mal zu detoxen.

Ich weiß, das lenkt jetzt ein bisschen von der ursprünglichen Geschichte ab, aber es war so …

Ihr wisst ja, dass ich Karneval liebe. Nun war ich also Anfang November mit meiner besten Freundin in dieser Bar in Köln, als zur späten Stunde (und nach sehr vielen Gläsern Kölsch) plötzlich ein Lied durch die Boxen dröhnte. Tatsächlich weiß ich gar nicht mehr, welches es war … nennen wir es einfach "Bei diesem Lied wird Julie immer an ihren Ex erinnert".

Jedenfalls drang"„Bei diesem Lied wird Julie immer an ihren Ex erinnert" durch die Boxen – ich hielt mich im ersten Moment wirklich noch tapfer, dann kam aber eine andere Freundin zu mir, um mir aus unerklärlichen Gründen zu stecken, dass sie sauer auf mich sein. Was wiederum in Kombination mit "Bei diesem Lied wird Julie immer an ihren Ex erinnert" dazu führte, dass ich mitten auf der Tanzfläche mal wieder … Überraschung: in Tränen ausbrach.

Das ist bei mir an Karneval so ein Ding – seit Jahren spekulieren meine Freundinnen, ab welchem Glas die Stimmung kippt und ich die ganze Flüssigkeit nicht mehr in mir halten kann, weshalb sie in Form von Tränen abgesondert werden muss. In diesem Jahr schaffte ich es bis zum achten oder neunten … okay, es war das vierzehnte Kölsch.

Nur, damit ihr es versteht: Es ist nicht wirklich schlimm, dass ich dann anfange zu heulen, aber als ich am nächsten Morgen aufwachte, entschied ich mich dazu, dem Alkohol für die nächsten Wochen erst mal den Rücken zuzukehren, weil sich Vino und Herzschmerz manchmal eben nicht so gut vertragen.

Wieso ich Barney vögeln würde

Wo war ist stehen geblieben? Ach ja, bei Barney Stinson. Tatsächlich ist dieser Typ einer der sieben Top-Serien-Charaktere, mit denen ich gerne mal in die Kiste steigen würde ... die anderen verrate ich euch später.

Wobei: Nein, eigentlich will ich mit ihm nicht nur in die Kiste steigen, ich will an Robins Stelle sein (zumindest, wenn es die letzte Folge der ganzen Serie nicht geben würde). Ich will auch so einen (zugegeben ziemlich verrückten) Typen, der mein Herz erwärmt, der mich zum Lachen bringt, mit dem ich wilden Sex, Streitereien und kitschig-süße Momente erleben kann, die aber gar nicht mehr kitschig sind, weil ich sie zusammen mit ihm erlebe.

Vor allem will ich aber einen Typen, den ich, nachdem er unfassbaren Mist gebaut hat, angucken, mit dem Kopf schütteln, lächeln und dann sagen kann: "Du bist so ein Idiot."

Jetzt sind wir auch an der Stelle, an der mir die Serie dann doch das Genick oder zumindest meinen Tränenkanal gebrochen hat.

Denn genau diese "Du bist so ein Idiot"-Liebesgeständnisse habe ich schon einigen Typen aus meiner Vergangenheit gemacht. Eine Julie Schmidt würde niemals zu einem Kerl sagen: "Ich liebe dich." Neiiin, das wäre ja zu einfach! Wenn ich eine tiefe Bindung zu jemandem habe und mich das Gefühl überkommt, dass eventuell gleich diese drei bedeutungsvollen Worte über meine Lippen kommen könnten, dann lächele ich, schüttele den Kopf und sage: "Du bist so ein Idiot."

Bis es wehtut!

Als ich das letzte Mal in so einer Situation war, hatte mich ein Typ nach ein paar Wochen Funkstille, doch wieder angerufen, mich zu sich eingeladen und dann mit mir auf der Couch gesessen. An diesem Abend "aßen" wir wirklich sehr vorzügliche Sandwiches ihr wisst schon, was ich meine.

Irgendwann ließen wir die Sandwiches, Sandwiches sein. Er zog mich zu sich und küsste mich. Ich kletterte auf seinen Schoß, seine Lippen federten auf meinen wie Zuckerwatteballen, seine Hände wanderten unter meinen Pulli. Bis ich kurz von ihm abließ, ihm in die Augen sah, lächelte, mit dem Kopf schüttelte und "Du bist so ein Idiot" sagte, bevor wir wieder übereinander herfielen.

Ich weiß nicht, ob sich die Macher der Serie ein Beispiel an mir genommen haben oder ob es Zufall war, dass sie ausgerechnet meinen Satz in den Mund von Robin Scherbatsky legten, aber letztendlich sorgte diese Szene dafür, dass ich wieder heulte, sogar so schlimm, dass ich meine Decke wie eine 5-Jährige wegstrampelte.

In diesem Moment konnte ich so gut nachempfinden, was Robin gerade für ihren Barney fühlte, deshalb wurde mir auf einmal klar … dass ich auch dringend so einen Typen vögeln will wie Barney Stinson.

Ach ja, ich wollte euch ja noch erzählen, welche sechs weiteren Serien-Charaktere in meinen Sex-Fantasien vorkommen … na, das erzähle ich dann ein anderes Mal ...

Deine Sex-Fragen

Übrigens: Wenn du mir Fragen zum Thema Sex stellen willst, kannst du das jederzeit machen – und zwar komplett anonym! Schreib mir dazu einfach eine Message auf Tellonym. Du willst noch mehr aus der versexten Welt der Julie Schmidt mitbekommen, willst ihr ein Dickpic schicken (SPASS!) oder hast Fragen und Anregungen? Dann check doch mal ihren Instagram-Account @sex.vor.neun.

Quelle: Noizz.de