SEX VOR NEUN: Ich zog meine Hose zu früh aus, da wollte er keinen Sex mehr

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Bis zu diesem Tag hatte er sich nie beschwert, wenn unsere Autorin Julie ihre Hüllen fallen ließ Foto: Haley Lawrence / unsplash.com

Manchmal sind Männer echt miese Arschlöcher – und Frauen echt dämlich!

Unsere Autorin Julie Schmidt schreibt in „SEX VOR NEUN“ über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation und Penisse. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar Bett-Geschichten aus.

Die Nummer mit der Hose

Ich bin der Meinung, dass man zum Vögeln zumindest etwas Anstand haben sollte. Das ist schon lange nicht mehr selbstverständlich – in Zeiten, in denen man öfter geghostet als tatsächlich gevögelt wird.

Den Super-GAU hat mir neulich eine Freundin erzählt: Ich hatte tagelang versucht, sie zu kontaktieren, aber nichts – keine Antwort. Weil ich nichts mehr hasse, als ignoriert zu werden, war ich kurz davor, einen riesigen Terz zu veranstalten. Bis dann eine Nachricht über Facebook von ihr kam: „Sorry, mein Handy wurde geklaut, erzähl es dir persönlich!“

Und da saßen wir also und rührten in unseren Cappuccinos herum, während sie mir sehr aufgebracht von einem Typen erzählte, den sie sich bei Tinder klar gemacht hatte.

„Ohne Scheiß, ich habe diesen Typ mit in meine Wohnung genommen, wir haben miteinander geschlafen. Alles okay. Und als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, war mein Handy weg!

„Wie bitte?! Wie asozial ist das denn?!“

Ja, ein totales Arschloch! Und der Sex war nicht mal so gut, dass ich mein Handy gerne dafür geopfert hätte“, seufzte sie und zündete sich eine Zigarette an, die sie aus der Schachtel vor ihr auf dem Tisch fischte, neben der ein sehr altes iPhone lag.

„Hoffen wir, dass Gottes Zorn ihn trifft und sein Penis abfällt“, sagte ich und versuchte, wenigstens etwas Humor in die Situation zu bringen.

So eine Frechheit ist mir persönlich bisher noch nicht untergekommen. Ich glaube die frechsten Situationen, der ich wegen eines Typs mal ausgesetzt war, habe ich mit Basti erlebt.

Er war definitiv ein Mann der Sorte Super-Arschloch … was mich allerdings nicht im geringsten davon abhielt, mit ihm ihn die Kiste zu steigen. Seine Gleichgültigkeit und diese Unnahbarkeit machten mich so an, dass ich all die bösen Worte, die er mir teilweise an den Kopf pfefferte und all die Gemeinheiten, denen er mich aussetzte, einfach ignorierte oder versuchte, mit Humor zu nehmen.

An dieser Stelle möchte ich kurz noch mal erwähnen, wie viel Macht eine befriedigte Vagina über den menschlichen Verstand hat ... von wegen, nur Männer würden mit ihrem Penis denken. Es muss schon etwas mehr passieren als die Nummer, die Basti mit mir abgezogen hat, um meine Vagina wieder loszuwerden, wenn man sie einmal richtig gut weggeballert hat.

Für guten Sex raste ich 200 Kilometer über die Autobahn

Basti und ich lebten nicht in der gleichen Stadt, und das war auch gut so. Denn sonst besäße ich heute wohl statt eines Bachelor-Abschlusses nur eine wundgebumste Vagina. Unsere Verabredungen liefen so ab: Er schrieb mir, ob ich Zeit hätte, und ich fuhr dann schon mit dem Gedanken an heißen Sex zu ihm, was das eine oder andere Mal für ein sehr nasses Höschen sorgte – war ja schließlich eine lange Fahrt. 200 Kilometer pro Weg? Kein Problem! Rein ist Auto, ab über die Autobahn.

Bis irgendwann der Tag kam, an dem ich mich nach einem extrem stressigen Tag mal wieder ins Auto gesetzt hatte, um mir einen Orgasmus von ihm abzuholen – vögeln konnte er schließlich.

Als ich ankam, drückte ich ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange und verschwand auf der Stelle ins Bad: Pipi, Hände waschen und nach dem langen Tag endlich die Hose aus. Als ich zurückkam, riss er die Augen auf, als ob hinter mir Jack the Ripper aufgetaucht wäre.

„Ähm ... ich glaube ... es ist besser … wenn du wieder fährst“, sagte er.

„IST DAS JETZT DEIN FUCKING ERNST?“, fragte ich ihn in einer Stimmlage, die so schrill und wütend klang, dass ich sie selbst kaum wiedererkannte. ZWEIHUNDERT Kilometer pro Strecke, sag ich nur.

„Ja, ich glaube du entwickelst hier gerade Gefühle, und das will ich nicht“, erwiderte er ganz ruhig.

„Nur, weil ich jetzt meine Hose ausgezogen habe, oder was?“, fragte ich etwas perplex.

Ich verstand die Welt nicht mehr

Ich konnte mir die Situation nicht erklären: Alles war wie immer abgelaufen, nur die scheiß Hose hatte ich eben noch nie so schnell ausgezogen. Ich meine, es war ja verdammt noch mal nicht so, dass wir sonst nicht immer ohne Hose in seiner Wohnung chillten, und normalerweise freute sich jeder Typ doch darüber, wenn ihm die Hose inklusive Tanga gleich um die Ohren flogen.

„Ja ... nee ... Ich glaube, es ist einfach besser, wenn du gehst“, sagte er noch mal.

Während ich immer noch fassungslos wie ein aufgescheuchtes Reh ohne Hose vor ihm stand, saß er auf der Couch, um sich ganz genüsslich mit MEINEM Gras, das ich beim letzten Fick mitgebracht hatte, einen Joint zu bauen.

„Weißt du was? Fick dich!“, sagte ich und griff nach meinen Sachen, um die Wohnung zu verlassen.

Am nächsten Morgen wachte ich mit einer Sorry-Nachricht auf dem Display auf: „Weiß auch nicht, was los war. Tut mir leid …“ Und jetzt ratet mal, was ich danach sofort gemacht habe … 

Deine Sex-Fragen

Übrigens: Wenn du mir Fragen zum Thema Sex stellen willst, kannst du das jederzeit machen – und zwar komplett anonym! Schreib mir dazu einfach eine Message auf Tellonym. Die besten Fragen beantworte ich nächste Woche auf NOIZZ!

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Quelle: Noizz.de