Sorry, Boys! Aber der Frühling lässt meine Lust einfach explodieren!

Autorin Julie Schmidt schreibt in "SEX VOR NEUN" über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation und Penisse. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar Bett-Geschichten aus. Übrigens: Folg Julie Schmidt doch auch bei Instagram: @julie.schmidt.autorin

Die Nummer mit den Frühlingsgefühlen

Hallo, Frühlingsgefühle! Na, könnt ihr es auch schon spüren? Der Frühling steht vor der Tür. Angesichts des Wetters draußen lässt sich das zwar noch nicht unbedingt vermuten, aber meine Vagina hat schon Alarm geschlagen! Gegen meine V! können juckende Zehen oder Ellenbogen einpacken … dabei macht sie sich ähnlich bemerkbar. Und nein, das liegt nicht daran, dass ich mir an Karneval eine Geschlechtskrankheit eingefangen habe ... dieses Jahr habe ich mich ausnahmsweise mal zurückgehalten und bin ganz brav geblieben.

Trotzdem merke ich schon seit Tagen, dass wohl der Frühling vor der Tür stehen muss: Ich bin nicht nur gut gelaunt und singe den ganzen Tag vor mich hin, durch mein Blut flattern aus unerklärlichen Gründen die Schmetterlinge und zwischen meinen Beinen ist ein Bienenstock eingezogen: es summt und brummt, es kitzelt und kribbelt, es pocht und prickelt.

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Deshalb habe ich eine neue Morgenroutine entwickelt: Bevor ich auch nur eine E-Mail checke oder einen Blick in meine Insta-DMs werfe, wird erstmal eine Runde masturbiert. Zu meinem hüpfenden Herzen und der juckigenden Vagina gesellen sich seit ein paar Wochen auch leichte Schlafstörungen, die mich entweder nachts oder früh morgens aus meinen Träumen reißen. Das hat einen Vorteil: Oft wache ich schon auf, bevor mein Wecker überhaupt geklingelt hat.

Das wiederum hat mich dann allerdings vor ein paar Tagen doch in eine ziemlich unbefriedigende Lage gebracht. Denn gerade als ich kurz davor war, mich selbst in den Orgasmus-Himmel zu katapultieren, dröhnte auf einmal mein Handy mit dem Wecker los.

Tja, jetzt stand ich vor einem kleinen Dilemma: Lieber noch schnell den Orgasmus mitnehmen oder erst den Wecker ausstellen und dann noch mal von vorne anfangen? Ich entschied mich, den Orgasmus aufzuschieben.

Meine Vagina hat Frühlingsgefühle

Was sich allerdings im Laufe des Tages noch bemerkbar machen sollte. Denn als ich abends am Küchentisch einer meiner Freundinnen saß und zwei andere Freundinnen dabei beobachtete, wie sie sich eine Rückenmassage verpassten, sah ich sie mit großen Augen an.

"Mädels, bitte fasst mich heute auf keinen Fall an. Ich bin spitz wie eine Kirchenmaus", verkündete ich, während ich mir einen Avocado-Maki in den Mund steckte.

"Seit wann sind Kirchenmäuse spitz?", wollte die eine wissen.

Die andere lachte auf: "Oh-kay, danke für die Info!"

"Woher kommt das?", fragte mich eine andere.

"Ich weiß es nicht, vermutlich ist der Frühling in meinem Hormonhaushalt eingezogen. Aber ich sage euch, wenn mir ein Typ auch nur eine Sekunde zu lang, seine Hand auf irgendeine Stelle meines Körpers legt, wird mein Slip zum Swimmingpool", prustete ich jetzt los und hatte dabei sichtliche Mühe, mein Sushi-Stückchen im Mund zu behalten.

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Ich weiß, es ist nicht gerade die feine Art, mit vollem Mund zu sprechen, aber ich verspürte an diesem Abend eben nicht nur unbändige Lust, sondern auch einen unersättlichen Hunger. Ob es da wohl einen direkten Zusammenhang gibt? Ach, was rede ich hier eigentlich: Natürlich gibt es eine direkte Vagina-Magen-Connection.

Ich meine, wer schon mal richtig heftigen Liebeskummer hatte, wird ja wohl wissen, wie es sich anfühlt, wenn man nichts mehr essen kann oder man nur noch ungesundes Zeug in sich reinstopft, um den Schmerz irgendwie zu verdrängen. Die gleichen Symptome treten bei mir auch auf, wenn die Schmetterlinge in meinem Bauch herumschwirren: dann vergesse ich entweder zu essen oder gönne mir, irgendwelche Leckereien, weil ich mich so wohl in meiner Haut fühle, dass ich mir keine Gedanken um Extra-Kalorien mache.

Warum hat unsere Libido Stimmungsschwankungen?

Während ich so über die Verbindung meiner Körperteile nachdachte, waren meine Freundinnen bereits in ein angeregtes Gespräch über ihre Libido verfallen.

"Also ich habe eigentlich immer ziemlich viel Lust, das hängt häufig gar nicht mit einem speziellen Mann zusammen, ich habe dann einfach nur Bock auf Sex", sagte meine Freundin Louise und grinste.

"Bei mir kommt es auf den Zyklus an. Wenn ich meine fruchtbaren Tage habe, dann habe ich richtig Lust auf Sex, an anderen Tagen dafür weniger", erklärte Sarah.

"Das ist aber bei mir auch nicht immer von Vorteil, wenn man dem Mann ständig um einen Fick voraus ist und immer Bock hat, dann finden die das auch nicht immer so toll", seufzte Louise jetzt.

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"Oh ja, das Problem kenne ich auch. Ich habe immer Lust, wenn einer meiner Lover in der Nähe ist. Ich glaube, es ist so gut wie noch nie vorgekommen, dass ich nicht wollte. Wenn dann habe ich eher mal einen Korb von einem Typen bekommen, der keine Lust auf Sex hatte …", sagte ich jetzt und sah vor meinem inneren Auge gleich eine Situation, in der ich mich mal mit Basti befunden hatte …

Ich stand mit feuchtem Slip vor seiner Tür

Er hatte mich an einem Frühlingsabend mal wieder mit einer einfach Whats-App-Nachricht zu sich bestellt, wie eine Pizza vom Lieferservice … "Eine Pizza Julie mit einer Extraportion Lust und bitte ohne allzuviel emotionalen Regungen, bitte! Ach ja, und noch die Nummer von der sexy Pizzabäckerin, falls Julie mir heute doch auf die Nerven geht" (kleiner Scherz am Rande).

Wie ihr euch vielleicht denken könnt, hatte meine frühlingsfühlige Vagina gleich Alarm geschlagen, als Bastis Nachricht auf meinem Handy aufploppte und die Autofahrt gleich mal zu einer prickelnden Rutschpartie zwischen meinen Beinen gemacht. Ich hatte riiichtig Bock und wollte am liebsten jetzt sofort mindestens zwanzig Minuten auf dem Küchentisch gevögelt werden, dabei lagen zwischen Basti und mir noch gut 40 Kilometer.

Als ich dann eine halbe Stunde später mit bereits durchnässtem Slip vor seiner Tür stand, herrschte bei Basti eher noch Winterschlaf-Modus. Er war weder rasiert noch geduscht und wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, dann hatte er auch einen Ketchup-Fleck auf seiner grauen Fuckboy-Jogginghose.

"Babyyy … Du siehst ja heute wieder fantastisch aus“, grinste ich überschwänglich, meinte das allerdings ironisch.

"Na?" Er zog müde eine Augenbraue hoch, strich mir aber immerhin kurz liebevoll über den Po, als ich an ihm vorbei in die Wohnung spazierte. Das führte selbstverständlich nur dazu, dass ich ihn am liebsten auf der Stelle aufs Bett geschmissen hätte, um ihm erst einen Blowjob zu verpassen und dann selbst in den Orgasmushimmel abzuheben.

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Blöderweise machte Basti keine Anstalten, mich direkt an eine Wand zu drücken oder Richtung Küchentisch zu tragen, noch nicht mal aufs Schlafzimmer steuerte er zu. Er schlurfte stattdessen hinter mir her ins Wohnzimmer und ließ sich auf seine Couch fallen, während ich das Chaos in seiner Wohnung beobachtete und mir voller Tatendrang die Hände in die Hüften stemmte.

"Was ist denn mit dir los?", fragte ich, nachdem ich einmal den ganzen Raum gescannt und unzählige geöffnete Wasser- und Bierflaschen, neben leeren Pizzakartons und Burgerschachteln ins Visier genommen hatte.

"Nichts, ich bin einfach nur müde… Komm her, lass uns ein bisschen zusammen fernsehen", sagte er jetzt mit einem Lächeln und klopfte auf den Platz neben sich. Ich grinste, ließ meinen Mantel an Ort und Stelle fallen und kletterte dann zu ihm auf die Couch.

Jetzt würde die Action losgehen!

Tat sie aber nicht, statt über meine Oberschenkel, strich er mir nur sanft übers Haar, statt seine Küsse über meine Brüste wandern zu lassen, hauchte er mir nur hier und da einen kleinen Kuss auf die Schulter.

Und ich? DREHTE INNERLICH DURCH VOR LUST!

"Basti, kannst du mich jetzt bitte endlich mal vögeln?", fragte ich, nachdem ich das Spiel zwar etwa fünfzehn Minuten genossen, aber auch sehr kritisch beobachtet hatte.

"Och nööö, Julie ich habe heute echt keine Lust", seufzte er jetzt, worauf ich mich ruckartig und ziemlich alarmiert zu ihm herumdrehte.

"WAS? Wieso?", wollte ich jetzt mit aufgerissenen Augen von ihm wissen.

"Hat nichts mit dir zu tun, ich habe einfach nur keine Lust gerade… Komm her, wir kuscheln ein bisschen…", lächelte er jetzt und zog mich wieder in seine Arme.

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Basti kannte mich wirklich sehr gut. Er wusste genau, dass ich hinter jeder Kleinigkeit, die auch nur ansatzweise etwas mit einer Ablehnung zu tun hatte, eine Katastrophe witterte. Mit etwas Abstand betrachtet, weiß ich heute allerdings auch, dass meine Ängste in Bezug auf sein widersprüchliches Verhalten leider auch immer irgendwie berechtigt waren.

Das sorgt by the way auch heute noch dafür, dass ich mir sofort einen Kopf mache, wenn mir ein Typ, den ich gerne habe, mal zwei Tage nicht schreibt oder er aus irgendwelchen Gründen, seien sie noch so plausibel, ein Treffen absagt. Was das angeht, hat Basti mich für die Männerwelt wirklich versaut, aber das war mir in diesem Moment natürlich noch nicht klar …

Deshalb ließ ich mich zurück in seine Arme fallen und versuchte im stillen Zwiegespräch mit meiner Vagina, etwas Ruhe in meinen aufgebrachten Uterus zu bringen. An jedem anderen Tag hätte ich mich vermutlich darüber gefreut, wenn Basti sich so rührend und niedlich an mich gekuschelt hätte, aber an diesem Tag hatte ich eigentlich etwas ganz anderes mit ihm vorgehabt: dreckigen Hardcore-Sex mit Haareziehen, Deepthroat-Blowjob und blauen Flecken an den Knien.

Meine Vagina implodierte vor Lust!

An diesem Abend tat sich nicht mehr viel zwischen uns, Basti döste vor sich hin, während ich mit jedem einzelnen seiner Finger spielte und mir vorstellte, dass sie sein Penis waren, den ich jetzt viel lieber umfasst hätte.

Ich lag mit meinem Kopf auf seiner Brust und hörte seinem Herz beim Schlagen zu.

"Also kein Sex für mich?", fragte ich kurz bevor wir uns ins Bett verzogen sicherheitshalber noch mal nach.

"Neee, heute nicht mehr", lächelte er und drückte mir einen Kuss auf die Stirn.

"Okay, dann muss ich jetzt kurz eine Runde masturbieren", sagte ich stumpf und stiefelte ohne ihn ins Bett.

Wenn er es mir nicht besorgen wollte, dann würde ich es jetzt eben selbst machen. Denn mit einer pochenden Vagina einzuschlafen, war in diesem Moment völlig undenkbar. Also machte ich es mir in den weichen Kissen gemütlich, streifte mir meine Strumpfhose von den Beinen und fuhr mit der Hand zwischen meine Beine.

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Meine Augen schloss ich, um mich der Illusion hinzugeben, dass es Bastis Hand war, die sich da gerade liebevoll um meine Vagina kümmerte. Der Geruch seiner Kissen vernebelte mir die Sinne und machte es mir noch einfacher, meine eh schon völlig übersexualisierte Energie endlich zu entladen.

"Du machst das ja wirklich…", hörte ich plötzlich Bastis belustigt klingende Stimme zu mir durchdämmern.

"Mhmm…", stimmte ich ihm zu, hatte aber schon wieder vergessen, was er da eigentlich gesagt hatte, weil ich mich gerade mit meinen Fingern selbst auf das nächste Level der Lust geschickt hatte. Jetzt war ich nicht mehr weit von meinem Orgasmus entfernt.

"Vielleicht helfe ich dir doch…", sagte Basti mit amüsiertem Unterton, nachdem er das Spektakel, das sich gerade auf seinem Bett abspielte, für ein paar Sekunden beobachtet hatte.

Erst jetzt öffnete ich meine Augen und sah ihn, wie er grinsend und mit nacktem Oberkörper im Türrahmen lehnte, um dann auf mich zuzukommen und sich selbst in die weichen Kissen zu schmeißen.

Tja, mit meiner Action hatte ich ihn anscheinend aus seinem Winterschlaf geholt und die ersten Frühlingsgefühle dann doch noch in ihm aufblühen lassen …

Deine Sex-Fragen

Übrigens: Wenn du mir deine Sex-Fragen stellen willst, kannst du das jederzeit machen – und zwar komplett anonym! Schreib mir dazu einfach eine Message auf Tellonym. Du willst noch mehr aus der versexten Welt der Julie Schmidt mitbekommen, willst ihr ein Dickpic schicken (SPASS!) oder hast Fragen und Anregungen? Dann check doch mal ihren Instagram-Account (@julie.schmidt.autorin).

Julie Schmidt hat ihr erstes Buch geschrieben! In "To all the boys I’ve fucked before" (erscheint am 13.10.20 im mvg Verlag) erzählt sie noch mehr über ihre Vorliebe für Fuckboys und Zigaretten
  • Quelle:
  • NOIZZ-Redaktion