Ich brach den Blowjob ab, weil ich in Gedanken durchdrehte.

Unsere Autorin Julie Schmidt schreibt in „SEX VOR NEUN“ über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation, Penisse und Co. Sex ist wichtig und völlig normal. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar ihrer schönsten und schlechtesten Sex-Geschichten aus.

Die Nummer mit dem Missverständnis

Wir haben alle eine Sex-Vergangenheit. Damit meine ich jede Person mit der wir schon mal in der Kiste gelandet sind. Irgendwann ist das erste Mal eben passiert - man hat Beziehungen, One-Night-Stands und Affären. Eigentlich habe ich beim Sex nie darüber nachgedacht, dass der Typ, der mir gleich einen Orgasmus schenken sollte, vor mir schon andere Frauen glücklich gemacht hat.

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Nur einmal ist mir dieser Gedanke zum Verhängnis geworden. Marlon und ich hatten eine Affäre. Anfangs teilten wir uns nur das Bett, später auch mal den Platz vor dem Fernseher. Wir verstanden uns so gut, dass ich mir irgendwann eingestehen musste, dass ich - natürlich nur ganz vielleicht und in sehr einsamen Stunden - doch Gefühle für ihn hatte.

[Mehr dazu: Er machte Fotos von mir, während ich nackt auf ihm saß]

Das änderte aber noch lange nichts an unserem Beziehungsstatus. Wir hatten eine unausgesprochene Regel: Wir haben eine schöne Zeit zusammen, aber einen imaginären Keuschheitsgürtel gibt es deshalb nicht. Das hatte mich nie gestresst: Marlon machte sein Ding und ich meins.

Wir lagen gerade zusammen im Bett, hatten eine Folge unserer Lieblingsserie geguckt - sein Ständer reckte sich mir schon freudig entgegen - Netflix and chill eben.

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Ich grinste, küsste mich an Marlons Bauch herab. Und dann sagte er die sechs unerwarteten Worte: "Heute vögel ich dich aber nicht!" Jede andere Frau wäre in diesem Moment wahrscheinlich beleidigt gewesen, ich lachte nur und ließ mich nicht davon abhalten zwischen seine Beine zu krabbeln und einen Kuss direkt auf die Spitze seines Schwanzes zu platzieren ... Er wollte keinen Sex? Na, das würden wir ja sehen!

Ich bewegte meinen Kopf erst langsam rauf und runter, hielt inne und wiederholte das ganze schneller. Marlon lag einfach nur da, er schien irgendwie bewegungseingeschränkt und gab ab und zu nur ein Seufzen oder ein "Fuuuuck" von sich.

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Normalerweise griff er nach dem ersten "Fuck" nach meinen Haaren, drehte mich von ihm runter und sich selbst gekonnt auf mich, um dann ziemlich wilden, heißen Sex zu haben.

Meine Gedanken feierten plötzlich ihre eigene Party

Diesmal passierte nichts und mein Gehirn fing an zu rattern:

>>Meinte er das etwa ernst? Keinen Sex? Und wenn ja: Warum? Unser Sex war fantastisch! Hatte ich nicht eben, als ich neben ihm lag, gesehen, dass dort eine Nachricht aufgeploppt war? War es eine andere Frau?! Wollte er unsere Affäre etwa beenden? Sollte ich bald meinen Lieblingsschwanz verlieren?

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All diese Gedanken schossen durch meinen Kopf, während ich immer noch an seinem Schwanz nuckelte, wie ein Baby an seinem Schnuller.

>> Wollte er mich etwa ersetzen? War ich so leicht zu ersetzen? Und was wenn die andere Frau, die ihm ja vielleicht gerade geschrieben haben könnte, erst eine Nacht zuvor auch in diesem Bett lag und ebenso selbstbewusst zwischen seine Beine gekrabbelt war?

Ich hörte mich sagen:"Ich hab keinen Bock mehr!"

Irgendwann seufzte ich und ließ von ihm ab. Marlon machte keine Anstalten, es mir nun zu besorgen. Und plötzlich fühlte ich mich schlecht. Die Vorstellung das eine andere Frau kurz vorher seinen Schwanz im Mund gehabt hatte, ekelte mich an.

„Ich hab keinen Bock mehr“, hörte ich mich sagen und war geschockt von mir selbst. Ich liebte Blowjobs! Ich liebte das Gefühl, die Macht über ihn und sein Verlangen zu haben. Ich hatte noch nie einen Blowjob abgebrochen! Aber heute konnte ich es einfach nicht ertragen, seinen Penis noch länger in meinem Mund zu spüren.

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"Ähm... Julie?" Auch Marlon war jetzt etwas irritiert.

"Wenn ich keinen Sex bekomme, dann bekommst du auch keinen Orgasmus", versuchte ich mich irgendwie aus der Situation rauszureden. Ich wollte ihm nicht sagen, dass mich ganz andere Gedanken quälten. Er sollte schließlich nicht wissen, dass ich vielleicht doch mehr Gefühle für ihn hatte, als ich vorgab.

Er seufzte, stand stöhnend auf und hielt sich dabei den unteren Rücken."Dann lass uns jetzt Zähne putzen und schlafen", sagte er zwar immer noch verdutzt, aber irgendwie doch unerwartet liebevoll.

"Warum stehst du da, wie so ein alter Opa?", fragte ich ihn, als ich aus dem Bett kletterte und versuchte die quälenden Gedanken an die andere Frau so schnell wie möglich zu vergessen.

"Ich kann mich kaum bewegen... Ich hab glaube ich einen Nerv eingeklemmt", erklärte er jetzt.

In dem Moment fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Er hatte keine andere Frau, er wollte mich auch nicht ersetzen, er hatte einfach nur Rückenschmerzen!

Übrigens: Wenn du mir Fragen zum Thema Sex stellen willst, kannst du das jederzeit machen – und zwar komplett anonym! Schreib mir dazu einfach eine Message auf Tellonym. Du willst noch mehr aus der versexten Welt der Julie Schmidt mitbekommen, willst ihr ein Dickpic schicken (SPASS!) oder hast Fragen und Anregungen? Dann check doch mal ihren Instagram-Account (@julie.schmidt.autorin).

Julie Schmidt hat ihr erstes Buch geschrieben! In "To all the boys I’ve fucked before" (erscheint am 13.10.20 im mvg Verlag) erzählt sie noch mehr über ihre Vorliebe für Fuckboys und Zigaretten

Noch mehr „SEX VOR NEUN“

Folge 1: So beschissen war der Autosex vor einem Berliner Club

Folge 2: Er nannte mich seine „kleine Schlampe“

Folge 3: Er sagte, dass er mich heute nicht vögeln würde

Folge 4: Er machte Fotos von mir, während ich nackt auf ihm saß

Folge 5: Ich hatte Sex mit ihm, obwohl ich seinen Kumpel wollte

Folge 6: Wenn ich morgens masturbiere, habe ich bessere Laune

  • Quelle:
  • Noizz.de