Vielleicht muss ich mal wieder einen Eisklotz bumsen?

Unsere Autorin Julie Schmidt schreibt in „SEX VOR NEUN“ über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation, Penisse und Co. Sex ist wichtig und völlig normal. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar ihrer schönsten und schlechtesten Sex-Geschichten aus.

Ich schwitze und zwar seit Tagen! Ich steh morgens auf und schwitze, ich laufe von der Bahn zur Arbeit und schwitze und wenn ich abends zu Hause ankomme, dann schwitze ich auch. Das Gute an der Sache ist: Wir alle tun es. Das Schlechte an der Sache ist: Ich war noch nie so abgeturnt von Menschen wie bei diesen Temperaturen.

Alleine beim Gedanken an Sex wird meine Vagina momentan zur Wüste! Der Gedanke mich an einen verschwitzen Männerkörper zu drücken und ihn laut keuchend aufzufordern fester zuzustoßen, macht mich gerade überhaupt nicht an!

Dabei habe ich früher nichts geiler gefunden, als mich nach einem super heißen Sommertag durchs Bett zu toben und dabei so befriedigenden Sex zu haben, dass selbst die Mädels aus der WG neben an eine Zigarette danach rauchen mussten. So wie mit Carlos, der hatte es einfach drauf ...

Draußen war es heiß, ich hatte den ganzen Tag in der Sonne gelegen und dabei ein Buch gelesen – irgendwas über Arschlöcher und wie sie dir dein Herz brechen. Und dann kam der Anruf von Carlos „Willst du vorbei kommen? Ich hab Bock auf Eis“, hatte er mir gesagt. Das traf sich ganz gut: Er wollte Eis und ich seinen Schwanz – hatten wir wenigstens beide was zum Lutschen. Ich willigte ein.

Inzwischen war es schon nach 22 Uhr und die Luft kühlte sich langsam ab. Ich sprang also unter die Dusche, rasierte nochmal schnell ein bisschen nach und fuhr dann mit dem Auto zur Tankstelle. Er wollte Eis, dann sollte er auch welches bekommen. Ich wollte schließlich auch was von ihm. Ich suchte gleich drei verschiedene Sorten aus und fuhr dann weiter. Dass er ausgerechnet ein Eis wollte, beschrieb übrigens ganz gut, wie das zwischen uns lief: Er war der emotionale Eisklotz und ich war die Chilischote, die sich blöderweise in ihn verknallt hatte.

Das war mir zu diesem Zeitpunkt aber egal: Er empfing mich mit einem breiten Grinsen und ich schmolz mal wieder dahin, wie das Eis in meiner Hand. Dieser verflixte Typ hatte mir einfach den Kopf verdreht. Auch ich grinste breit und hielt das Eis hoch. Er nickte, kniff mir im vorbeigehen in den Arsch - in meinem Unterleib fing es schon an zu kribbeln, bevor ich überhaupt in seinem Bett lag. Unser Deal schien besiegelt: Eis gegen Penis! Die Rollläden waren runtergezogen und ich war mir sicher, dass er sie auch den ganzen Tag nicht geöffnet hatte.

Dementsprechend warm und stickig war es in seinem Schlafzimmer­.

„Darf ich einfach hier liegen und du vögelst mich?“, fragte er mich schließlich mit einem Lachen, bevor er sich wieder genüsslich sein Eis in den Mund steckte.

„Echt jetzt?“, fragte ich ihn. Das Kribbeln in meinem Unterleib war noch lange nicht verschwunden. Aber so hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt.

"Viiiiel zu warm", jammerte er dann und zog sich ganz selbstgefällig seine Boxershorts runter. Gut, ich hatte jetzt zwei Optionen: Entweder ich würde ihn einfach so halbnackt da liegen lassen und keinen Sex bekommen oder ich würde es ihm so gut besorgen, dass er irgendwann drauf einsteigen musste.

Also noch schnell den letzten Bissen Eis runtergeschluckt und von der Seite über seinen Schritt gebeugt. Er stand innerhalb von wenigen Sekunden. Ich ließ mir ein wenig Zeit – bei der Hitze soll man sich schließlich nicht überanstrengen ... Irgendwann hielt er es nicht mehr aus und ich bekam, was ich wollte: Meinen Sex.

Er schmiss mich auf den Rücken und vögelte los. Bis wir beide schwitzten und kurz mal eine Pause einlegten. „Mach mal nicht so viel Körperkontakt“, seufzte ich, bevor wir hart schnaubend weiter vögelten. Die Nummer war krasser als jeder Marathon, aber es lohnte sich. Am Ende wartete ein fein filetierter Orgasmus, wie man ihn nur in einer Sterneküche serviert bekommt.

Danach sah er mich an und grinste: „Kannst du jetzt wieder fahren? Zu zweit im Bett schlafen ist bei dem Wetter echt nicht so geil.“

„Arschloch!“, seufzte ich, packte meine Sachen und ging. Der Deal war zwar: Eis gegen Sex, aber als er mich wieder nach Hause schickte, merkte ich, dass meine Rechnung nicht aufgegangen war.

„Es liegt echt nicht an dir“, sagte Carlos entschuldigend, aber da hatte ich schon wutentbrannt meine Autotür zugeschmissen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich heute keinen Bock mehr auf Sex bei diesem Wetter habe? Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mein Bett nicht mehr mit so einem emotionalen Eisklotz teile und es deshalb wirklich viel zu heiß für guten Sex ist ...

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Quelle: Noizz.de