SEX VOR NEUN: Wer Orgasmen will, sollte auch im Bett mal der Girlboss sein

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Mädels, feiert euch beim Sex selbst und lasst ihn einfach mal machen! Foto: Jernej Graj / unsplash.de

Männer sollten nicht nur vor uns knien, wenn sie uns einen Ring anstecken!

Unsere Autorin Julie Schmidt schreibt in „SEX VOR NEUN“ über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation und Penisse. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar Bett-Geschichten aus.

Die Nummer mit dem Girlboss

Ich bin wirklich gerne eine Frau. Ich liebe meine Brüste, ich liebe meine komplizierten Gedanken, ich liebe, dass ich manchmal etwas dramatisch bin und ja, eigentlich liebe ich es auch, wenn ich während meiner Tage zu einer Hormon-Bombe mutiere. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass alle Frauen diese Einstellung haben sollten!

Das ich so denke, liegt wahrscheinlich daran, dass ich schon sehr früh gelernt habe, einfach mein Ding zu machen und mein eigener Boss zu sein. Während meine Freundinnen beim Date vielleicht lieber den Salat bestellen, bestelle ich mir den Chilli-Cheese-Burger mit einer großen Pommes und dazu eine Jacky-Cola (wuhu, welch ein feministischer Akt!). Julie nimmt sich was sie will ... und damit war ich bisher immer sehr erfolgreich.

Deshalb hatte ich um ehrlich zu sein auch nie Angst davor, dass ich mir im Bett nicht nehmen könnte, was ich brauche. Ich schäme mich nicht, wenn ich einem Typen mal eine Anweisung gebe, ihn auffordere mir noch einen Finger mehr in meine heilige Vagina zu stecken oder einen Vagina-Furz von mir lasse.

Bisher habe ich nie gedacht, dass diese Einstellung zu meiner Sexualität etwas Besonderes wäre. Bis ich mich vor kurzem mit einer Freundin über das Thema unterhalten habe. Sie wollte wissen, wie ich das mache, dass ein Typ genau das macht, was ich will.

„Also erstmal: Die machen nur im Bett, was ich will! Wenn wir uns abseits des Bettes bewegen und es um Emotionen geht, dann bin ich mindestens genauso aufgeschmissen, wie jede andere von uns“, sagte ich.

„Ja, aber ich habe immer das Gefühl, dass ich ihm irgendwie unterworfen bin“, sagte sie jetzt und hatte ein etwas verschämtes Lächeln aufgesetzt.

„Wieso?“

„Ich weiß nicht ... Wenn ich Sex habe, dann denke ich vor allem an den Typen

„Ne, stopp, stopp, stopp! Du willst mir doch jetzt nicht sagen, dass du dich immer wie ein Seestern hinlegst und von ihm bumsen lässt, bis er zum Orgasmus kommt, oder?“

„Ne, so jetzt auch nicht... aber er steht halt schon oft im Fokus.“

„OH GOTT!“

Falls sich jetzt jemand angegriffen fühlt: Es tut mir leid, ich bin eben manchmal etwas reaktionär! Aber ich kann einfach nicht fassen, dass sich frau nicht holt, was sie braucht ... Einfach, weil ICH so nicht bin. Weil ich mir immer nehme, was ich will.

Nehmt euch, was IHR wollt

In dem Gespräch mit meiner Freundin, brauchte ich erst mal noch eine Zigarette, um darauf klar zu kommen, dass sie mehr Rücksicht auf Typen nimmt, als ich es tun würde. Als mein Blick auf meinen Schlüsselbund fiel, dämmerte es mir.

"Hier..." Ich hielt meinen "Bosslady"-Schlüsselanhänger demonstrativ hoch.

Probiere doch einfach mal, der Boss zu sein und dir mal genau das zu nehmen, was DU gerade brauchst?!“

Wehe, irgendeiner wirft mir jetzt wieder Männerhass vor - es gibt wohl kaum eine, die so eine große Leidenschaft für Schwänze hat, wie ich. Aber ihr werdet mir ja wohl zustimmen, dass der Sex mit einer Frau, die Spaß im Bett hat und weiß, was sie will, tausend Mal mehr Spaß macht, als mit jemandem, der sich nicht traut seine Wünsche auszusprechen. Grundsätzlich bin ich die erste, die gerne zwischen die Beine meines Lovers krabbelt, um ihm einen Blowjob zu geben. Aber trotzdem kann es auch sehr erfüllend sein, einfach nur zu genießen.

Ich erinnere mich gerne an einen Abend mit Paul zurück. Ich hatte eine sehr anstrengende Woche hinter mir und wollte am Freitagabend einfach nur noch einen richtig guten Fick und dann endlich einen traumlosen Schlaf.

Als Paul mich begrüßte, fiel mein erster Blick auf seine Mitte: Unter der grauen Fuckboy-Jogginghose zeichnete sich schon jetzt sein Ständer ab. Okay, da hatte jemand richtig Bock. Statt einer Umarmung, presste er mich direkt an die Wand und platzierte einen Kuss an meinem Hals. 

„Kannst du mich heute bitte einfach nur einmal richtig durchnehmen und dann pennen lassen?“ Mit Romantik hatte das nicht viel zu tun, aber das war ja auch nicht Sinn unserer Liaison.

„Etwas mehr Begeisterung bitte“, seufzte er, während er mit der Zunge an meinem Hals entlang fuhr.

„Hey, das ist die ultimative Chance, du darfst mit dir machen was du willst, solange ich nichts machen muss", grinste ich ihn an.

Erste Girlboss-Regel: Lass andere für dich arbeiten!

Meine Selbstbestimmung lag in diesem Moment darin, einfach mal die Kontrolle abzugeben. Sonst war ich immer diejenige, die für einen Blowjob gerne zwischen seine Beine kroch und es sich nicht nehmen ließ, ihm die Befriedigung zu geben, die er brauchte. Heute wollte ich einfach mal, dass er all diese Dinge ausschließlich für mich tat.

 „Diese Vorstellung gefällt mir“, grinste er und knöpfte noch im Flur meine Hose auf. Keine drei Minuten später stand ich mit runter gezogener Hose vor seinem Bett.

„Lass mich doch erstmal meine Hose...“ Er unterbrach mich mit einem Kuss.

„Lass mich mal machen“, grinste er. Dann schubste er mich aufs Bett, kniete sich vor mich und fing an mich zu verwöhnen.

Ich krallte mich in seine Haare und schloss meine Augen: Das war perfekt. Er gab sich wirklich Mühe...  Sagen wir es mal so: Ein besseres Training für seine Zunge hätte es nicht geben können. „Fuck... ist das gut“, seufzte ich, ehe ich zum Kissen griff, um es mir selbst in mein Gesicht zu pressen, damit ich vor Lust nicht das ganze Haus zusammen schrie.

Obwohl es mir sehr schwer fiel, einen klaren Gedanken zu fassen: Es gefiel mir, dass er ausnahmsweise mal vor mir kniete und sich die Seele aus dem Leib leckte. Warum sollen Typen eigentlich immer nur vor einem knien, wenn sie einem einen fucking Ring an den Finger stecken sollen? Wo es doch noch so viele andere Dinge gibt ... und von denen man wahrscheinlich auch deutlich mehr hat! Ein Mega-Orgasmus ist mir gerade einfach noch mehr wert, als irgendwelche Steuervorteile (sorry not sorry).

Und den schenkte er mir: Denn als dann auch noch Pauls Finger ins Spiel kamen, war bei mir alles vorbei. Meine Beine zitterten, wie ein gefangener Lachs im Fischernetz. Selbst als er eine Pause einlegte, konnte sich mein Körper gar nicht mehr beruhigen.

Eine Frau beim Orgasmus zu beobachten, gibt auch Typen einen Kick

Und er? Er grinste mich an und genoss den Blick auf mich, wie ich mich unter ihm wand und wimmerte, weil er mir gerade diesen Mega-Orgasmus besorgt hatte.

„Zufrieden?“, fragte er mich, als ich wieder halbwegs auf mein Leben klar kam.

„Sowas von...“ Ich grinste, atmete einmal schwer ein und aus und schloss dann die Augen, um mir meinen Schlaf zu holen.

Deine Sex-Fragen

Übrigens: Wenn du mir Fragen zum Thema Sex stellen willst, kannst du das jederzeit machen – und zwar komplett anonym! Schreib mir dazu einfach eine Message auf Tellonym. Die besten Fragen beantworte ich nächste Woche auf NOIZZ!

Quelle: Noizz.de