Mein Zeitmanagement versaut mir heißen Urlaubs-Sex.

Unsere Autorin Julie Schmidt schreibt in „SEX VOR NEUN“ über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation, Penisse und Co. Sex ist wichtig und völlig normal. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar ihrer schönsten und schlechtesten Sex-Geschichten aus.

Die Nummer im Urlaub

Ich habe ein schlechtes Zeitmanagment. Es ist nicht so, dass ich mich nicht organisieren kann, aber ich date häufig zum falschen Zeitpunkt. Ich habe schon auffällig häufig einen neuen Typen kennengelernt, kurz bevor ich in den Flieger gestiegen bin und dann erstmal Urlaub gemacht habe.

Das ist eigentlich kein Problem – nur hat es bisher sehr häufig dazu geführt, dass ich eben nicht mal eben den heißen Urlaubsflirt mit auf mein Hotelzimmer nehmen konnte.

Das liegt in erster Linie daran, dass meine Vagina streikt, wenn sie erstmal einen neuen Lieblingsschwanz gefunden hat: Sie will dann keinen Sex mit dem süßen Animateur, dem Barkeeper oder dem Surflehrer, sondern mit dem Kerl, der Zuhause hockt.

Deshalb muss ich, wenn ich im Urlaub bin, auf heiße Flirts verzichten. Okay, geflirtet wird schon, aber mehr geht halt nicht.

Das mindert meinen Hunger nach Sex allerdings nicht. Es ist ja so: Wenn man gerade an guten und vor allem an viel Sex gewöhnt ist, dann will man davon immer mehr. Deshalb muss ich mir im Urlaub andere Wege suchen: Zum Beispiel mit Sex via Smartphone.

Mein Handy vibrierte – einmal, zweimal, dreimal

In meinem letzten Urlaub, saß ich im Schneidersitz nach einem langen Tag am heißen Strand bei 30 Grad auf meinem Hotelbett und lackierte gerade meine Fingernägel. Als mein Handy zwischen meinen Beinen vibrierte. Ich warf einen Blick drauf und musste grinsen.

„Kannst du nicht langsam mal wieder kommen? Du fehlst hier.“

Die Nachricht kam von Nick und beförderte mich gleich in den siebten Himmel - wir hatten uns erst vor kurzem kennengelernt und wussten noch nicht genau, was das mit uns eigentlich werden sollte. Aber dass ich ihm fehlte, sorgte in mir für einen kleinen Höhenflug.

Ich antwortete ihm, dass er sich nur noch ein paar Tage gedulden musste und lackierte fröhlich weiter.

Während ich die rote Farbe auf die restlichen Finger auftrug, vibrierte mein Handy einmal, zweimal, dreimal.

Als ich auf dem Balkon saß hatte ich ganze sieben Nachrichten von ihm und dankte innerlich meiner heiligen Vagina, dass sie bei den letzten Dates so gute Arbeit geleistet hatte. Er konnte anscheinend nicht mehr aufhören, an mich zu denken.

Ich grinste vor mich hin und antwortete. Erst waren es ganz harmlose Nachricht: Von „Was hast du heute gemacht?“, über „Was hast du heute gegessen?“ bis hin zu „Was würdest du jetzt mit mir anstellen, wenn ich neben dir liegen würde?“

Innerhalb des Gesprächs katapultierten wir uns in unsere ganz eigene Welt. Er schrieb, dass er mich mit der Brust an die Wand drücken und mich dann von hinten nehmen wollte. In meinem Kopf sah ich die Situation vor meinen Augen.

Während er mir schrieb, wie er mich vögeln würde, ließ ich mir Badewasser einlaufen. Ich hatte jetzt Bock auf Sex, und wenn der nicht da war, dann musste ich es mir eben selbst besorgen. Da gab es nur ein Problem: Meine beste Freundin war vor drei Minuten nach einer Runde im Fitnessstudio ins Zimmer gekommen.

„Jetzt hör auf! Ich hab mega Bock, und du bist nicht da!“, schrieb ich vorwurfsvoll zurück.

Ich machte ein Foto von meinen Brüsten

Ich war inzwischen so aufgeladen, dass es wahrscheinlich ausgereicht hätte, wenn ein leichtes Lüftchen einmal über die richtigen Stellen meines Körper geweht wäre, damit ich auf der Stelle anfing zu stöhnen.

Ich verabschiedete mich also ins Badezimmer, schmiss mein Top und die Hose auf den Boden und tauchte dann ins heiße Nass ein.

Er schickte mir ein eindeutiges Foto von einer Beule zwischen seinen Beinen, und ich seufzte genervt auf. Ich wollte ihn jetzt bei mir haben, seine Hände auf meinem Körper fühlen. In meinen Gedanken sah ich uns, wie wir gemeinsam in den Whirlpool stiegen und dort wild rum machten.

„Schick mir mehr!“, forderte ich ihn heraus. Eigentlich reizen mich Dick-Pics nicht sonderlich, mich reizte mehr dieses kleine Machtspiel - mit einem Bild hat man jemanden eben in der Hand. Ich würde die Fotos nie weiterleiten, aber das Gefühl, dass ich es könnte, gibt mir einen Kick.

Er schickte nun ein weiteres Foto mit der Hand in seiner Hose. Und nach ein paar Sekunden noch ein Bild - von seiner Boxershorts, die nun neben seinem Bett lag.

„Upps!“, schrieb er dazu, und ich musste lachen. Er musste gar kein Bild von seinem Penis schicken, ich wusste ganz genau, was er hunderte Kilometer von mir entfernt damit anstellte.

„Wie ist die denn dahin gekommen? Willst du etwa mit mir baden gehen?

„Du liegst in der Badewanne? Zeig mir mehr, ich muss noch so lange auf dich warten!“

Nein, das sind nicht Julies Füße – könnten es aber gut sein Foto: Pixabay.de

Ich überlegte kurz: Wollte ich ihm so viel Vertrauen schenken? Jein. Ich machte ein Foto von meinen Brüsten - meine Nippel waren von Schaum verdeckt, mein Gesicht schnitt ich ab. Er durfte gucken, aber er sollte das Bild später nicht gegen mich verwenden können.

Ich schickte es ab und wartete gespannt auf seine nächste Nachricht. Jetzt schrieb er mir mir erneut eine Fantasie, und ich griff zum Duschkopf. Der konnte zwar keinen Schwanz ersetzen, war aber eine gute Alternative. Ich achtete darauf, möglichst leise zu sein. Hielt die Luft an und spürte dann, wie sich der Orgasmus in Wellen angekündigte: In meinen Gedanken sah ich ihn über mir, wie er mich gegen die Badewanne drückte und mit seinen Händen über meinen Körper fuhr.

Auch wenn er physisch nicht anwesend war, sorgte zumindest die Fantasie dafür, dass ich ein paar Minuten später mit schnell schlagendem Herzen und leise nach Luft schnappend in der Badewanne lag.

Als ich das Zimmer verließ, grinste ich wie ein Honigkuchenpferd, was meiner besten Freundin zum Glück nicht auffiel - bis heute weiß sie nicht, was ich im Bad getrieben habe.

Ach, und Nick? Dem schrieb ich noch eine Nachricht: „Lande am Samstag um 21.07 Uhr. Halt dir den Abend frei, ich komm direkt zu dir! Dafür, dass du mich so heiß gemacht hast, aber nicht da bist, räche ich mich. Versprochen!“

Deine Sex-Fragen

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Quelle: Noizz.de