Unsere Sex-Kolumnistin beantwortet Fragen der NOIZZ-User.

In ihrer Kolumne SEX VOR NEUN schreibt unsere Autorin Julie Schmidt regelmäßig über – dreimal darfst du raten – Sex. Und wenn sie nicht an ihrem Schreibtisch sitzt? Dann plaudert sie über die schönste Nebensache der Welt. Mit ihren Arbeitskollegen, mit ihren Mädels, mit ihrem schwulen besten Freund und jetzt auch mit den NOIZZ-Lesern! Jetzt auch auf Instagram (@sex.vor.neun)!

Diese Woche: Ist es okay abwechselnd Anal- und Vaginalsex zu haben?

Hi Julie,

ist es eigentlich okay, abwechselnd Anal- und Vaginalsex zu haben? Machen Frauen das eigentlich auch zum Spaß oder vorrangig als natürliche Verhütungsmethode?

Lieber Unbekannter,

auch wenn deine Frage für manch einen zu direkt sein dürfte, finde ich es gut, dass du so offen danach fragst. Grundsätzlich ist an Analsex ja nichts Verwerfliches – die einen mögen es eben, die anderen nicht. Wir alle wissen inzwischen, dass ich nicht gerade zu den Frauen gehöre, die eine Vorliebe für Analsex haben. Mir gibt das einfach nichts, aber das ist vollkommen okay: jeder hat eben seine Vorlieben.

Gut, nach dieser Ansprache, habe ich den natürlichen Moralapostel in mir auch endlich ruhig gestellt, und kann jetzt zum Wesentlichen kommen und deine Frage beantworten: Nein, es ist absolut nicht ratsam, beim Sex zwischen anal und vaginal zu wechseln.

Oder besser gesagt: Das geht schon, aber dann solltest du unbedingt zwischendurch das Kondom wechseln! Die Bakterien, die sich im Darm befinden, vertragen sich nämlich leider so gar nicht mit denen in der Vagina. Das kann zu bösen Infektionen führen: fängt bei einer harmlosen Blaseninfektion an und hört im schlimmsten Fall bei einer Nierenbeckenentzündung auf. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich selten etwas Schmerzhafteres erlebt habe (und das obwohl ich sogar mal beim Sex vor Schmerz ohnmächtig geworden bin, aber das ist eine andere Geschichte), als eine Nierenbeckenentzündung. Ich sage mal nur so viel: das Ganze endete im Krankenhaus und mit ziemlich harten Schmerztabletten.

Es ist übrigens auch keine Alternative, das Kondom nur zu nutzen, wenn du in die Vagina deiner Partnerin eindringst. Es ist ein Irrglaube, dass Analsex die natürliche Art der Empfängnisverhütung sei und keine Chance besteht beim Analsex, schwanger zu werden! Natürlich ist es sehr viel weniger wahrscheinlich, denn für die Befruchtung einer Eizelle muss das Sperma in die Vagina gelangen, allerdings kann es beim Analsex auch auslaufen und sich dann seinen Weg in die Vagina bahnen. Es ist eher selten, aber es ist möglich (!) ... darauf wollte ich an dieser Stelle einfach hinweisen.

Punkt zwei: Auch beim Analsex kann man sich mit Geschlechtskrankheiten anstecken. HIV, Tripper und Co. ist es herzlich egal, in welche Körperöffnung du deinen Penis steckst (das gilt übrigens auch für den Mund).

Zum Abschluss muss ich meine sehr starke Haltung zu diesem Thema, aber dann doch nochmal etwas abschwächen: eine Umfrage in meinem Freundeskreis hat ergeben, dass nur die wenigsten Frauen sofort bereit für Analsex sind. Wenn es jetzt nicht gerade deine absolute Lieblingspraktik ist, dann klappt das nur, wenn man so stark erregt ist, dass Frau sich sowieso kaum noch halten kann vor Lust. Was ich damit sagen will: Damit Analsex Spaß macht, ist es unumgänglich seine Partnerin vorab entweder mit den Finger, der Zunge oder eben durch vaginale Penetration einen Orgasmus nach dem anderen durch den Körper zu jagen.

Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Ausprobieren, sage aber einfach noch mal: BENUTZT VERDAMMT NOCHMAL KONDOME!

XOXO Julie Schmidt

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Quelle: Noizz.de