SEX VOR NEUN: Ich hatte Karnevals-Sex mit einem bayerischen Bub – verkleidet als Leopardin

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Unsere Autorin Julie glaubt an den Fick auf den ersten Blick Foto: StockSnap / Pixabay.de

Wenn Sex doch immer so unkompliziert wäre.

Unsere Autorin Julie Schmidt schreibt in „SEX VOR NEUN“ über Themen, die die Welt bewegen: Orgasmen, Masturbation und Penisse. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erklärt sie, was sie über Sex denkt und fühlt und plaudert ein paar Bett-Geschichten aus.

Die Nummer an Karneval

Ich bin ein großer Karnevals-Fan. Ja ja, rümpft ihr ganzen Karnevals-Antis nur die Nase. Für mich ist das die schönste Zeit im Jahr. Manchmal glaube ich, dass meine Eltern mir statt Muttermilch heimlich Kölsch in die Nuckelflasche gemixt haben ... Das würde sicherlich Einiges erklären. Verkleiden, tanzen, singen, knutschen und dabei einfach mal kurz vergessen, was morgen ist? Das ist für mich Karneval! 

Nur damit das klar ist: Ich rede hier natürlich vom Straßenkarneval in Köln. Düsseldorf und Mainz? Können dagegen einpacken! Jedes Mal, wenn ich zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch in den Kölner Kneipen tanze, könnte ich vor Freude heulen. Es gibt einfach keine andere Zeit im Jahr, in der alle so gleich sind: Was die Jecken in ihrem alltäglichen Leben machen, ob sie Anwalt, Chefarzt oder Reinigungskraft sind? Scheiß egal! Der Leopard tanzt mit dem Flamingo, der Pirat mit der Krankenschwester und der Rugby-Spieler mit dem Kinder-Schoko-Bon!

Na gut, um ehrlich zu sein, bleibt es nicht immer nur beim Tanzen: Ein, zwei ... oder auch vierzehn Kölsch später, findet man den Skilehrer dann doch so sexy, dass man ihn am allerliebsten direkt mit nach Hause nehmen würde. Gerade für Singles kann der Straßenkarneval ein Spaß sein. Für Paare ist Karneval blöderweise viel eher eine Beziehungsprobe: Denn wo viel Alkohol fließt und sich Mädels wie Jungs in sexy Kostüme werfen, da gibt es auch schon den einen oder anderen Seitensprung.

Deshalb danke ich dem Karnevals-Gott auch dafür, dass er mich in den letzten Jahren immer davor verschont hat, ausgerechnet in dieser Zeit meine Vagina von einem Penis abhängig zu machen. So musste ich mir nie Gedanken darum machen, ob ich dem Kölschen Jung ein Bützchen oder einen Blowjob gebe – oder eben nicht.

Ich glaube: Wenn Dating immer so einfach wäre, wie in den letzten Tagen vor der Fastenzeit, dann würde es deutlich weniger Singles in diesem Land geben!

Ich meine, da gab es mal diesen einen Typen an Karneval, mit dem die Chemie einfach von Anfang an gestimmt hat ...

Ich war mit einer sehr guten Freundin unterwegs: Sie hatte sich ins sexy und ultraknappe Krankenschwesternkostüm geschmissen, ich tanzte über die Straßen mit Katzenohren, kleinem Schwarzen und Leoparden-Mantel. Nicht die allerkreativsten Kostüme, aber praktisch – der Mantel wärmte draußen, und drinnen verwandelte ich mich in eine sexy Miezekatze!

Meine sexy Krankenschwester hatte sich schon zwei Läden vorher einen echten Kölsche Jung in rut und wiess geschnappt, ich hatte meinen Beutezug nicht begonnen, weil ich noch damit beschäftigt war, einfach durch die Menge zu tanzen, mir ein paar Kölsch zu gönnen und ein paar flirty Blicke auszutauschen.

Plötzlich stand dieser Typ in der Menge

Wir waren gerade in der nächsten Kneipe gelandet – Viva Colonia hatte uns begrüßt – und trieb mir schon wieder ein fettes Grinsen auf die Lippen. „Is dat schön hier“, dachte ich noch, als ein Typ den Laden betrat, der perfekt in mein Beuteschema passte: Dunkle Haare, dunkle Augen, braun gebrannt und Lederhosen überm Arsch. Ich grinste ihn an, er grinste zurück.

 „Hey, als was bist du verkleidet?“, fragte ich überflüssiger Weise. – „Bayerischer Bub, sieht man doch! Und du?“ – „Nuttige Katze“, lachte ich, er tat es mir gleich. Zugegeben nicht der lustigste Moment in meiner Karriere als selbstironische Komikerin, aber das war uns beiden egal.

Sein Lächeln war irgendwie niedlich. Die Funken flogen, und meine Vagina gab mir von einer auf die andere Sekunde das Go: „Den will ich!“, schrie sie mir zu. Weshalb es mich umso freudiger stimmte, als er mich an den Hüften packte und auf die Tanzfläche zog.

Ich weiß nicht wieso, aber es machte mich ziemlich an, dass wir bisher kaum ein Wort gewechselt hatten.

Jetzt mal ehrlich: Dating ist heute so unfassbar anstrengend geworden. Man trifft sich irgendwo zufällig oder matcht bei Tinder, und dann dauert es erst mal drei oder vier Wochen, bis man sich in einer Bar gegenübersitzt, Moscow Mule trinkt und dabei zum dreihundertsten Mal seinen Lebenslauf runterrattert.

In diesem Moment war mir doch scheiß egal, was dieser bayerische Bub in den sexy Lederhosen beruflich machte ... vielleicht lag es am Leopardinnen-Kostüm, das in mir den Jagdtrieb weckte, aber in diesem Moment wollte ich nichts anderes als seinen Penis!

Also legte ich meine Arme um seinen Hals und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. Lustiger Weise waren bis zu diesem Zeitpunkt keine fünf Minuten vergangen, seitdem er in den Laden gestolpert war. Aber wer sagt eigentlich, dass es nur Liebe auf einen Blick gibt? Das ist um ehrlich zu sein, doch noch nie so richtig gut gegangen. Deshalb glaube ich an den Fick auf den ersten Blick – da springt im besten Fall sogar noch ein Orgasmus bei rum! 

Das Treppenhaus wurde zum Schlafzimmer

Zwischen uns beiden war schnell geklärt, wie es weiter gehen würde. Blöderweise befanden wir uns in einem Club inmitten von jecken Prinzessinnen, Bienen, Matrosen und Piloten. Blieb uns nur noch das Klo ... dachten wir zumindest. Auf dem Weg dahin, fanden wir ein Treppenhaus, das vergleichsweise leer war.

Bevor wir uns ein stilles Plätzchen suchen konnten, drückte er mich an den Wand und platzierte ein paar Küsse an meinem Hals. Ich kicherte und kratzte mit meinen Fingernägeln sanft an seinem entlang.

„Nicht so feste“, flüsterte er, bevor er mir seine Lippen wieder auf meine drückte.

Meine Vagina schrie nach seinem Penis: „Ich will jetzt sofort seinen Schwanz in mir haben!“ Glaubt mir, es ist echt nicht so einfach, mit einer Vagina zu leben, die derart dominant ist.

Also drückte ich ihn leicht von mir weg und zog ihn noch ein paar Treppenabsätze weiter nach oben. Der typische Kölner Altbau hatte gut sieben Etagen, in der fünften konnten wir nicht mehr an uns halten – er drückte mich erneut gegen die Wand. Was mich noch heißer machte.

Noch bevor ich seine Lederhose auf den Boden gleiten ließ, hatte ich schon seinen Ständer in der Hand. Ein Glücksgriff: Er war hart, etwas länger als der Durchschnitt und hatte einen entsprechenden Durchmesser.

Meine Strumpfhose riss er mir von der Hüfte, seine Lederhose folgte ihr auf den Boden – vorher kramten wir aber noch ein Kondom aus der Handtasche. Wir knutschten, dann drehte er mich alles andere als zimperlich zur Wand und nahm mich von hinten.

Erst als wir eine Etage tiefer Stimmen hörten, hielten wir kurz inne, von oben drang ein Stöhnen zu uns durch: Das hier war eine reinste Orgie! Anscheinend waren wir nicht die einzigen, die auf die Idee gekommen waren, uns ins Treppenhaus zurück zu ziehen.

Das hinderte uns allerdings nicht daran, die Nummer noch so lange durchzuziehen, bis wir schweratmend voneinander lassen konnten. Kurz danach sammelten wir unsere Sachen zusammen, rückten Kleid und Hose wieder an den rechten Fleck und gingen dann die Treppen runter.

Ich drückte ihm noch einen Kuss auf die Wange, grinste ihn noch einmal über die Schulter an und verschwand in der Menschenmenge. 

Deine Sex-Fragen

Übrigens: Wenn du mir Fragen zum Thema Sex stellen willst, kannst du das jederzeit machen – und zwar komplett anonym! Schreib mir dazu einfach eine Message auf Tellonym. Die besten Fragen beantworte ich nächste Woche auf NOIZZ!

Quelle: Noizz.de