Trotz Krankheit steht Sara Geurts steht offen zu ihrem Äußeren.

Sie ist erst 26. Doch ihre Haut sieht aus wie die einer alten Frau.

Die US-Amerikanerin Sara Geurts leidet an der seltenen Hautkrankheit mit dem Namen Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS).

EDS ist eine Erkrankung des Bindegewebes. Gefäße, Muskeln, innere Organe, Bänder und Sehnen können betroffen sein. Sichtbarstes Symptom: Die Haut der Betroffenen ist viel dehnbarer und weniger fest als die gesunder Menschen. Es scheint, als ob sie schneller altern.

Doch Sara lässt ihre Haut nicht über ihr Leben bestimmen. Ganz offensiv postet sie Bilder von sich, oft auch freizügig, auf Instagram. Im Interview erzählt sie NOIZZ, woher sie ihr Selbstbewusstsein nimmt und warum moderne Schönheitsideale sie nerven.

NOIZZ: Gab es ein Schlüsselerlebnis, das dich dazu gebracht hat, so offen mit Deiner Krankheit umzugehen?

Sara: Kein einzelnes Erlebnis. Aber intime Begegnungen waren für mich irgendwann immer schlimmer, genauso wie Schwimmbadbesuche.

Wie haben Deine Freunde und Deine Familie auf Deine Instagram-Kampagne reagiert?

Sara: Sie waren alle beeindruckt, begeistert und eine riesige Unterstützung für mich! Besonders meine Freundin Briana und meine Schwester Yasmin halfen mir durch meine größten Tiefpunkte. Nichts von dem, was ich heute mache, wäre ohne die beiden möglich gewesen.

Welche Alltagsprobleme hast Du durch Deine Krankheit?

Sara: Schmerzen sind ein großer Teil meines Lebens. Von meinem Bandscheibenvorfall, über meine Knie- und Fingergelenke bis zu meinen Schlaf- und Essgewohnheiten – EDS beeinflusst das alles.

Ist es schwierig für Dich, Kleidung zu kaufen?

Sara: Es geht immer nur darum, Klamotten zu tragen, in denen ich mich mit meinem Körper wohlfühle. Auch enge, figurbetontere Sachen trage ich ab und an gerne, aber nicht die ganze Zeit.

Wenn es die Möglichkeit gäbe, Deine Haut durch eine Beauty-OP zu straffen – würdest Du es tun?

Sara: Auf keinen Fall. EDS-Kranke können sich von großen Operationen nur schwer erholen: Unsere Haut braucht doppelt so lange, um zu heilen, und die Narben sind viel größer. Ich flippe schon aus, wenn ich mich mal schneide – einfach, weil es ewig dauert, bis das wieder verheilt.

Du kritisierst moderne Schönheitsideale. Was ist das Problem und vor allem – was muss sich ändern?

Sara: In den Medien müssten alle Arten von Körpern repräsentiert werden: alle Hautfarben, alle Behinderungen, eben alles. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich als Kind dafür gebetet habe, auszusehen, wie das perfekte Zeitschriften-Model – perfekter Körper, perfektes Haar, und das, was für mich die perfekte Haut war. Einmal wollte ich mir unbedingt die Haare blond färben, weil ich zu der Zeit dachte, das sei DIE perfekte Haarfarbe. Wenn ich darauf jetzt zurückblicke, bricht es mir das Herz. Die Medien müssen sich ändern. Für die Millionen Mädchen da draußen, die sich selbst anschauen und sich dabei nicht lieben können. Wir müssen alle lernen, unsere Körper in all ihrer Imperfektion zu feiern. Sie sind ihre eigene Perfektion. Jeder ist schön. Und jeder sollte das gesagt bekommen. Jeden Tag.

Du hast mal gesagt, dass Menschen von Dir oft eingeschüchtert sind. Woher kommt das?

Sara: Ich war immer extrovertiert, kontaktfreudig und sehr selbstsicher. Mein Selbstbewusstsein überrascht Menschen, die mich nicht so gut kennen, manchmal. Leute mit so sichtbaren Krankheiten wie meiner versuchen ja meistens, ihre Behinderung zu verstecken. Ich denke aber, dass sich auch andere besser fühlen, dadurch dass ich mit meinem Körper und all seinen sichtbaren Fehlern so offen umgehe.

Quelle: Noizz.de