Ab nächstem Jahr dürfen nur noch Ärzte ran!

Der Name der Ex-Freundin auf der Brust („Du bist die Liebe meines Lebens, Baby!“), das spontane chinesische Schriftzeichen aus dem letzten Thailand-Urlaub („Glück sollte das heißen, nicht gebratene Ente!“) oder eine besonders individuelle Federmotiv („Fand‘ ich voll schön auf Tumblr!“): Manche Tattoos sind nicht für die Ewigkeit gedacht.

Zum Glück gibt es für (fast) alle Fehlentscheidungen im Leben eine Lösung, auch für Tattoosünden. Laserentfernungen boomen, doch ganz ohne Risiko sind sie nicht ­– deswegen sollen sie in Zukunft nur noch Fachärzten vorbehalten sein. Wir haben euch alle wichtigen Keyfacts zum Thema zusammengetragen.

1. Wie genau funktioniert die Tattoo-Entfernung?

Beim Tätowieren werden die Farbpartikel mithilfe einer Tattoomaschine oder feinen Nadel in die Dermis (die mittlere Hautschicht) gestochen. Möchte man sie entfernen, müssen sie zerkleinert werden, damit sie im Anschluss von Makrophagen (Fresszellen) aufgenommen und über das körpereigene Lymphsystem „abtransportiert“ werden können.

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Um das zu erreichen, muss der Laserstrahl mehrere Millimeter in die Haut eindringen – nur so können die Pigmente zum Platzen gebracht werden. Die betroffene Stelle wird also immer wieder mit kurzen, energiereichen Lichtimpulsen beschossen.

Mit einer Sitzung ist das Ganze nicht getan: Um ein Tattoo vollständig verschwinden zu lassen sind – je nach Größe und Farbe – mehrere Sitzungen nötig.

2. Was sind die Risiken und Nachteile?

Eine Garantie gibt es beim Lasern nicht – denn je nach Tattoo- und Hautfarbe können Rückstände zurückbleiben. Großflächige, farbige Tattoos sind am riskantesten, denn vor allem Violett-, Gelb- und Brauntöne halten sich hartnäckig. Helle Hauttypen haben grundsätzlich bessere Karten beim Lasern, bei dunklen Hauttypen kann es zur Fleckenbildung kommen.

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Auch der Schmerzfaktor sollte nicht unterschätzt werden – immerhin reden wir hier von einem Laser. Die Haut wird stark irritiert, es kann sich Schorf und im schlimmsten Fall Narbengewebe bilden.

Mit ziemlicher Sicherheit wird die Entfernung deines Tattoos mehr kosten als das Stechen selbst. Zwischen 100 und 400 Euro muss man pro Sitzung rechnen – sind mehrere Sitzungen nötig, ist man schnell mal bei einer vierstelligen Summe. Und nein, die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht. Im Zweifel ist ein Cover-up also erstrebenswerter, günstiger und sogar weniger schmerzhaft.

3. Was ist das größte Problem?

Die Laser-Entfernung eines Tattoos erfordert bisher keine berufliche Ausbildung – und kann damit nicht kontrolliert werden. Ob Kosmetiksalon, Tattoostudio oder Laie – jeder, der sich eines der Geräte kauft, kann theoretisch eine Entfernung anbieten, und das birgt Risiken. Durch den Gebrauch falscher oder billiger Laser oder einer fehlerhaften Anwendung kann es für den Patienten riskant werden: Bläschenbildung, starke Verbrennungen und Narben können entstehen.

4. Was bringt die Zukunft?

Um das unkontrollierte Geschäft einzudämmen und Patienten vor unnötigen gesundheitlichen Risiken zu schützen, tritt ab 31. Dezember 2018 eine Neureglung des Strahlenschutzgesetzes in Kraft. Ab 2019 soll die Behandlung nur noch Fachärzten vorbehalten sein.

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Quelle: Noizz.de