Denn es ist schwer und umständlich und das Ergebnis ist meist doch unbequem.

So manch ein Mensch mag seine Füße nicht. Oder generell diese lästigen Extremitäten namens Beine, die es uns Menschen ermöglichen, aufrecht zu laufen, und nicht wie Schlangen über Boden zu kriechen.

So manch ein Mensch mag den Sommer nicht. Diese Jahreszeit, wenn wir alle schmelzen und schwitzen, und jede Bewegung eine Qual ist.

Aber alle hassen die Kombination Sommer und Füße.

Denn dann kommen die Füße alle zum Vorschein. Beziehungsweise ist es an den meisten Tagen einfach nicht mehr möglich, Sneaker zu tragen. Deswegen ist die Sandale auch die älteste Schuhform, die es gibt. Um bei Hitze nicht barfuß oder verschwitzt laufen zu müssen. Außer am Meer, dann ist es das großartigste Gefühl. Hier, ein bisschen Urlaubs-Feelings für alle:

Doch zurück zum eigentlichen Problem: Sommerschuhe. Ich besitze momentan keine Sandalen. Die Hitze und die Löcher in meinen Espadrilles zwingt mich aber, über Sommerschuhe nachzudenken. Und das treibt mich in Verzweiflung.

Denn Sandalen zu finden, die gemütlich sind, den Füßen passen und sie nicht dreckig machen und vielleicht auch ganz hübsch aussehen und zudem nicht ein Vermögen kosten – das scheint unmöglich. Aber weil ich meine Füße gerne habe und Hitze absolut nicht vertrage, muss ich diese Woche wohl Sandalen kaufen. Also bin ich die letzten Stunden eine imaginäre Liste an Sandalen-Möglichkeiten durchgegangen und ich bin in eine kleine Depression gesunken. Das Ergebnis, alphabetisch geordnet:

Für mich der Prollo-Schuh schlechthin, wird aber bei meinen Hipster- und Kunst-Freunden immer beliebter. Als Hausschuh völlig okay, 35 Euro für das Adidas-Original würde ich nicht unbedingt ausgeben, aber wer’s hat, kann es ja machen. Die Teiler sehen auch ziemlich unkaputtbar und simpel aus. Nur meine Wohnung damit verlassen, das würde ich nicht tun. Als Sandale also für mich eher ungeeignet. Im Büro in den Dingern aufzutauchen, macht vermutlich nicht den besten Eindruck. Ganz viel Action kann man in den Adiletten auch nicht machen, ich sage nur Schuhe auf Konzerten verlieren.

Glückwunsch an jede Frau, die Absatzschuhe oder –sandalen findet, die sie ohne Probleme lange tragen kann. Ich hingegen solidarisiere mich mit der Mehrheit der Frauen, für die Absätze eng mit Schmerz verbunden sind. Besonders Stöckelsandalen bieten nochmal einige kritische Stellen für Blasen. Danke, aber nein danke, ich möchte mich noch normal bewegen können.

Wenn mich amerikanische Freunde besuchen, ist es quasi schon vorprogrammiert, dass wir in der Zeit einen Birkenstock-Shop aufsuchen werden. Die Amerikaner lieben die Schuhmarke, die in Deutschland noch bis vor fünf Jahren als Öko-Schlappen verrufen war. Jetzt sind sie überall. Weil praktisch, angeblich ökologisch und auch wegen ihrer orthopädischen Funktion gut für den Fuß. Die Birkenschuhe passen sich der individuellen Fußform an. Sie sind aus Leder und nichtmal so teuer. Für die, die sparen wollen, aber trotzdem den Birkenstock-Look haben wollen, gibt es Birkenstock-Plastik-Badelatschen. Sie werden in der Innenstadt getragen, auf Festivals, im Büro. Sie sind nicht hässlich, aber irgendetwas stört mich an ihnen. Ich kann es nichtmal genau begründen, warum ich jedes mal, wenn ich Menschen mit Birkenstock an den Füßen sehe, die Augen verdrehen muss. Aber vermutlich werde ich bald selbst ein Birkenstock-Girl, denn das ist wohl das kleinste Sandalenübel.

Crocs, Plastikschuhe, die aussehen sollen wie hässliche Krokodile, sind Garten- beziehungsweise maximal Festivalschuhe. Punkt fertig aus, da wird nicht diskutiert. Clogs sind die etwas poshere Schwester der Crocs - es sind Absatzschuhe ohne Knöchelriemen, also technisch gesehen nichtmal Sandalen. Die Ökoschuhe sollen dem Fuß mehr Freiheit geben und sind bei Promis phasenweise recht beliebt. Jedoch erinnern Clogs eher an niederländische Holzschuhe. Und Clogs haben Absätze. Das macht sie nicht wirklich bewegungsfreundlicher.

An dieser Stelle liebe Grüße an alle Menschen mit Schuhgröße 40+. Denn obwohl Dr. Martens meine erste Anlaufstelle bei so ziemlich jeder Modefrage ist, lassen Sandalen dieser Marke die Füße riesig und lang aussehen – wie die Füße von Kängurus. Sowohl hohe Plateaus (hey, Abba!) als auch dicke Riemen verstärken den Klobigkeits-Effekt von Füßen. Also wird auch hier gepasst.

Auch wenn ich aufgrund dieser Behauptung einen Shitstorm abbekommen könnte, ich bleibe dabei: Kunstleder und anderer Polyesterkack ist für Füße der größte Scheiß. Egal, wie billig oder hübsch die Schuhe sein mögen, es wird den Füßen nicht gut da drin gehen! Ganz à la Geox-Werbung glaube ich daran, dass Füße, beziehungsweise Haut generell Luft zum Atmen brauchen. In Polyester-Schuhen schwitzen sie nur. Zudem halten die Schuhe absolut nicht lang. Lieber in etwas teurere Ledersandalen investieren und bessere, langfristigere Qualität bekommen.

Zunächst einmal: Warum? Warum den großen Zeh von allen anderen trennen? Sorgt das wirklich für mehr Stabilität? Am besten und stabilsten sind natürlich die Modelle, wo es nur den Knöchelriemen und den Daumenring gibt. Kurzfristig sieht das ganz hübsch aus, langfristig ist der Ring meistens eine Qual für die Zwischenzehenhaut. Zudem sind die Sohlen meist zu dünn, sodass die Füße schnell dreckig werden. Flip-Flops sind da absolut nicht besser. Nichts geht über die Wut, wenn der Noppen, der das komplette Schuhgerüst zusammenhält, sich löst. Am besten beim Gehen, auf heißem Asphalt. Oder wenn beim Einlaufen sich an der Mittelfußhaut eine Blase bildet, sodass man gar nicht mehr laufen kann. Ihr seht, ich kann mich in so etwas wunderbar hineinsteigern.

P.S.: Geht doch alle mal etwas öfter zur Pediküre, dann haben Füße vielleicht mal einen besseres Image.

Quelle: Noizz.de