Er gehört zu den letzten 100 Bewerbern.

Robert Schröder spielt Badminton, mag Star Wars und isst gerne Rinderroulade. 2031 will der Student auf dem Mars landen.

Eine niederländische Stiftung sucht für eine Mission Astronauten. Robert ist unter den letzten 100 Kandidaten. Ein Interview über Eltern, Träume und Pfadfinderlager.

NOIZZ: Du hast dich für ein One-Way-Ticket zum Mars beworben. Was sagen deine Eltern dazu?

Robert Schröder: Das Verhältnis zu meinen Eltern ist gut. Wir haben uns lieb. Aber wenn die Mars-Mission anklingt, hab ich meine Meinung und meine Eltern haben ihre. Die wollen mich hier auf der Erde behalten.

Würdest du für die Mission mit deinen Eltern brechen?

Robert: Das ist eine schwere Frage. Noch sind unsere Auseinandersetzungen auf einem akzeptablen Level. Aktuell ist die Mission nicht das, was mein ganzes Leben bestimmt. Aber wenn sich das mal ändert und ich tatsächlich in die engere Auswahl komme, muss ich mir diese Frage stellen.

Manchmal kann ich ganz schön stur sein. Das wissen auch meine Eltern.

Was reizt dich daran, auf den Mars zu fliegen?

Robert: Das All hat mich schon als Kind fasziniert. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mit meinem Vater auf der Couch saß und Star Wars geschaut habe. Da ging das Ganze los.

Mit 13 war ich bei den Pfadfindern auf einem Zeltlager. Da habe ich den Mars zum ersten Mal wirklich wahrgenommen. Der stand der Erde an diesem Abend besonders nahe. Dieses Bild werde ich nicht mehr los.

2013 hast du dich mit einem Video für die Mission beworben.

Robert: Genau, am Anfang musste man einen kurzen Clip einschicken. Jeder konnte sich für die Mission bewerben. Das fand ich schön und spannend, weil ich gerne bastle und tüftle. Irgendwann war mir klar: Ich will da hochfliegen!

Mittlerweile bin ich unter den letzten 100 Bewerbern. In der nächsten Runde steigen Wettkämpfe, dann treten Gruppen mit jeweils zehn Personen gegeneinander an. Wir werden körperlich und geistig unter Stress funktionieren müssen.

Wenn du tatsächlich auf den Mars fliegen solltest, gibt es kein Rückflugticket. Wie gehst du damit um?

Robert: Ich denke, das ist die richtige Entscheidung. Bei der Rückreise kann auch viel kaputtgehen. Warum dann nicht Menschen nehmen, die sich vorstellen können, auf dem Mars zu bleiben? Nur so lässt sich auch dauerhaft etwas aufzubauen.

Was treibt dich an, auf den Mars zu fliegen?

Robert: Ich will zeigen, dass wir das schaffen können. Ich will mit eigenen Händen eine Siedlung aufbauen. Außerdem können wir auf dem Mars zeigen, dass unterschiedliche Kulturen friedlich zusammenleben können.

Wie denken deine Freunde über die Mission?

Robert: Das ist unterschiedlich. Aber natürlich fänden sie es schade, wenn ich einfach weg wäre. Viele verstehen meinen Plan auch überhaupt nicht. Dann versuche ich das Ganze in Ruhe zu erklären. Das bringt oft aber auch nichts. Zwei, drei Freunde stehen voll hinter mir.

Gibt es Dinge, die du auf jeden Fall noch auf der Erde machen willst?

Robert: Ich habe mir vorgenommen, noch ein paar Ecken der Welt zu besuchen. Ganz oben stehen Nordpol, Südpol und Sahara. Da interessiert mich nicht nur die Natur, sondern auch das Kulinarische.

Essen wird auch ein Teil sein, der mir auf dem Mars sehr fehlen würde. Zur Zeit mag ich besonders gerne Rinderrouladen mit Rotkraut und Semmelknödel. Das wäre im All natürlich undenkbar.

Du bist Single. Was würde passieren, wenn du vorher deine große Liebe kennenlernst?

Robert: Dann muss ich schauen, welche Liebe größer ist. Die Entscheidung kann ich so jetzt nicht treffen. Eine Beziehung kann zu Brüche gehen und dann war's das. Aber es kann sich bis zum Start noch so viel ändern. Die richtig schweren Entscheidungen kommen erst, wenn ich tatsächlich das Go bekommen sollte.

Quelle: Noizz.de