Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat für einen Podcast-Ausschnitt mit Serdar Somuncu um Entschuldigung gebeten. Rassistische und sexistische Aussagen sorgten für Furore. Es wurde argumentiert, die beiden Männer seien Satiriker.

Serdar Somuncu und Florian Schroeder haben in der ersten Folge ihres neues RBB-Podcasts Aussagen getroffen und über sie gelacht, die von vielen als rassistisch und sexistisch empfunden werden. "Ob das 'Zigeunerschnitzel' heißt oder 'Mohrenwirt', ist mir egal", hieß es unter anderem. Auf Twitter kursierte ein Ausschnitt, der fast alle sexistischen und rassistischen Kommentare der beiden beinhaltet.

Der öffentlich-rechtliche Sender war so nun gezwungen, sich für diese Ausdrücke zu entschuldigen. Am Dienstag teilten sie in einem Statement mit: "Radioeins übernimmt dafür die Verantwortung und entschuldigt sich auch im Namen der beiden Protagonisten bei all den Menschen, die sich deshalb beleidigt oder herabgewürdigt fühlen. Radioeins hatte niemals die Absicht, rassistische oder sexistische Stereotypen zu befördern".

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Über "hässliche Frauen, die keinen Sex haben"

Vor dem mehrminütigen Ausschnitt des gut drei Stunden langen Podcasts ging es unter anderem allgemein um Äußerungen, die in der Öffentlichkeit verbreitet werden. Schröder kritisierte, es gebe auch eine Grundhaltung, dass alles, was man öffentlich äußere, auch das sei, was man privat denke. Somuncu meinte dazu, das sei ihm "scheißegal". Er benutzte im Folgenden Begriffe, die rassistisch belegt sind. Er rege sich über Leute auf, die sich über so etwas echauffierten: Das seien vor allem hässliche Frauen, die keinen Sex hätten.

Der Podcast wurde nach Angaben des Senders live eingesprochen und in dieser Form so belassen und nicht mehr bearbeitet. Auf Twitter gab es harsche Kritik auf den Podcast-Ausschnitt, andere wiederum verwiesen darauf, dass es eine bewusste und gezielte Provokation gewesen sei.

Bewusste und gezielte Provokation?

Vom RBB hieß es: "Die veröffentlichten Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen und können ohne Kontext nicht verstanden und bewertet werden. Auch der veröffentlichte Podcast-Ausschnitt ist als satirische Überspitzung zu sehen, eine gezielte Provokation, die im besten Fall beim Publikum einen Denkprozess in Gang setzt."

In diesem Fall sei die Idee gewesen zu zeigen, wie in einer verkürzten Medienöffentlichkeit wenige Äußerungen ausreichten, um Menschen zu provozieren, was im Podcast zuvor auch thematisiert wurde.

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Arbeiten schon lange zusammen: Martin Sonneborn und Serdar Somuncu

Podcast wurde nun redaktionell nachbearbeitet

Nach der Live-Ausstrahlung bei Instagram hätte Radioeins den Podcast redaktionell bearbeiten müssen, die missverständlichen Passagen einordnen beziehungsweise herausnehmen müssen, wie der Sender weiter betonte. "Es tut uns leid, dass es zu diesen Missverständnissen gekommen ist."

Die redaktionell überarbeitete Fassung des betroffenen Podcasts wurde mittlerweile veröffentlicht. Die Originalfassung sei nicht mehr zugänglich, erklärte Robert Skuppin, Programmchef von Radioeins, am Mittwoch. Beides sei in Abstimmung der beteiligten Künstler erfolgt. "Wenn man Fehler korrigieren kann, soll man es tun.“ Deswegen habe Radioeins die Redaktionsarbeit nun nachgeholt.

[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de