Ein knapp bekleidetes Mädchen, eine Startflagge, bollernde V8-Motoren, bunte Neonlichter am Fahrzeugunterboden – richtig geil!

So eine Szene ist in jedem „The Fast and the Furious"-Film zu sehen. Wer sich für den Streifen entscheidet weiß genau, was er bekommt. Coole Karren, krasse Typen, heiße Frauen und jede Menge Action. Alles ist berechenbar.

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Leider haben diese Filme manche Zuschauer dazu inspiriert, ihre Autos illegal zu tunen und damit über den Asphalt zu bügeln. Dann ist es aber nicht mehr so berechenbar. Warnungen, die die Filme durchaus beinhalten, werden glatt übersehen. „Versuchen sie nicht die Stunts nachzumachen" und so weiter. Aber nicht nur das, auch in den Filmen sterben Menschen.

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Für Raser ist das egal, sie suchen die Adrenalinkicks, wollen sich behaupten oder einfach nur von ihrem erbärmlichen Leben ablenken. Ein Auto zu fahren hat auch immer etwas mit Macht zu tun. Wenn ich Gas gebe, werde ich schneller, wenn ich nach links lenke, fährt das Auto nach links, wenn ich nach rechts lenke, knall ich gegen die Birke am Straßenrand. Es gibt keine Widerrede, ich als Fahrer entscheide und es passiert. Wenn ich mein Leben nicht im Griff habe, dann doch wenigstens mein Auto!

Die Autos der anderen Verkehrsteilnehmer oder die Fußgänger habe ich aber leider nicht im Griff. Und mein eigenes Auto auch nur bedingt, bei 170 Km/h in der Innenstadt.

Aber nicht nur die Berechenbarkeit der Filme fehlt in der Realität, auch die ganze Raser-Romantik geht verloren. Rund 50 Autos auf einem stillgelegten Industriegebiet, johlende Zuschauer, das gibt es in der Regel nicht. Und glaubt ihr wirklich, dass ihr solch edel getunten Karren beim Straßenrennen begegnet?

Jemand der so viel Geld ins optische Tuning investiert, fährt doch kein Straßenrennen, wenigstens der Zustand der heißgeliebten Kachelöfen scheint manche Raser noch zur Vernunft zu bringen. In Wahrheit trifft man auf der Straße irgendwelche abgeranzten Golf III mit Plastikspoilern. Aber vermutlich hätten die die Kinokassen nicht so gut gefüllt.

In erster Linie geht es beim illegalen Straßenrennen darum, nicht von der Polizei erwischt zu werden. Also trifft man sich auf der Autobahn, alle Teilnehmer nutzen verschiedene Zufahrten. Sie können es sich nicht leisten, im Konvoi durch die Stadt zu fahren, viel zu auffällig.

Aber egal ob auf der Autobahn oder in der Stadt, es ist brandgefährlich, kapiert das doch endlich. Wann wacht ihr Idioten auf? Nicht nur ihr könnt dabei als roter Fleck in der Landschaft enden. Nein, ihr könnt auch andere mit in den Tod reißen. Fußgänger + Auto mit 140 Sachen + Kollision = große Scheiße.

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Es gibt genug offizielle Rennen auf gesicherten Strecken, für die man sich und sein Fahrzeug anmelden kann. Und an eine Rennlizenz kommt man in Deutschland auch halbwegs leicht. Da gibt es dann übrigens tatsächlich auch andere, die ihre aufgemotzten Schlitten präsentieren, die Mädels, die Musik und den ganzen anderen Schnick-Schnack.

Aber abgesperrte Rennstrecke ist für manche halt nicht cool genug, das ist ja so, wie angeschnalltes Schlittenfahren. Das Verbotene hatte leider schon immer einen Reiz für die Menschen. Deshalb muss das Strafmaß auch endlich erhöht werden. Fahrlässigkeit darf keine Ausrede mehr bei gerichtlichen Prozessen über illegale Straßenrennen mit Todesfolge sein.

Auf dem Berliner Kudamm endete ein Rennen tödlich, der Prozess läuft

Vielleicht schnallt es der Rest ja dann. Im Knast gibt es keine Rennstrecke. Da könnt ihr dann auf der Tartanbahn Wettrennen gegen euren neuen Zellengenossen, den fetten Boris machen. Und wenn man da gewinnt, kann man sich wirklich was drauf einbilden. Dann hat man sich nämlich aus eigener Kraft schnell von A nach B bewegt.

[Teaserbild: Car_Tuning von USAG Livorno PAO unter CC]

Quelle: Noizz.de