Waren Depressionen der Grund für ihren Selbstmord?

Die Männer vergötterten sie, doch der jungen Pornodarstellerin selbst ging es nicht gut. Ihr Leben lang hatte sie mit Missbrauch, Depressionen und Mobbing zu kämpfen.

Pornostar August Ames wurde letzte Woche tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Laut „New York Daily News“ soll sie sich erhängt haben.

Ihr Selbstmord soll der Schlusspunkt eines traurigen Lebens gewesen sein. Drei Monate vor ihrem Tod gab August Ames in einem Podcast-Interview Einblicke in ihr Privatleben. Bis zu ihrem Tod soll ihre traumatische Kindheit sie verfolgt haben. Ihr eigener Großvater soll sie sexuell missbraucht haben, doch keiner in der Familie hat ihr das geglaubt. Nicht einmal ihr eigener Vater.

„Mein ganzes Leben wurde ich von meinem Vater und seiner Familie als Lügnerin dargestellt“, so Ames in dem Interview. Statt dem Mädchen zu helfen, steckte ihre Familie sie im Alter von 12 Jahren in eine Wohngruppe.

Ein paar Jahre später, mit 15, wurde August Ames, bei einem Babysitter-Job vom Vater des Kindes aufgefordert, sich auszuziehen – im Gegenzug bot der Mann ihr Koks an. August willigte ein.

August Ames ging immer wieder zu Therapeuten, die sie aber nicht behandeln wollten. Immer wieder bekam sie zu hören, dass ihr Job der Grund für ihre Probleme sei.

Ames heißt eigentlich Mercedes Grbowski. Vier Jahre lang war sie mittendrin in der Erotikbranche, spielte in 270 Filmen mit. Sie wurde innerhalb kürzester Zeit ein Star. Nun wird diskutiert, ob ein Shitstorm in den sozialen Medien Schuld an ihrem Selbstmord sei. Anfang Dezember hatte sie gepostet, dass sie es aus „gesundheitlichen Gründen“ ablehne, Sex-Szenen mit Darstellern aus Schwulenpornos zu drehen.

Daraufhin musste sie sich Kritik anhören, sie sei homophob. Ihre letzte Reaktion bei Twitter zeigt, wie satt Ames das Leben anscheinend wirklich hatte:

Depressiv? Hier bekommst du umgehend Hilfe

NOIZZ berichtet in der Regel nicht über Selbsttötungen, um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben – außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wenn du selbst depressiv bist, Selbstmord-Gedanken hast, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de).

Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Quelle: New York Daily News