Ihre Schwestern sind schon länger neben der gemeinsamen TV-Sendung erfolgreich.

"Wenn du dein eigenes fucking Business hättest, für das du Leidenschaft hättest, dann wüsstest du, was es bedeutet, ein Unternehmen zu führen! Aber du hast keins!", kreischt Reality-Star Kim Kardashian wutentbrannt ihrer älteren Schwester Kourtney in einer "Keeping Up With The Kardashians"-Szene entgegen. Der Grund: Kourt ist zwar die einzige Schwester des TV-Clans, die kein eigenes Business unterhält, möchte anlässlich eines Fotoshootings aber, dass sich die Planung der gesamten Familie nach ihr richtet.

Vielleicht auch wegen des öffentlichen Shades ihrer erfolgreichen Schwester hat die Älteste der Kardashians jetzt ebenfalls ein Projekt aus dem Boden gestampft.

Nach wochenlanger Ankündigung in den Social Networks stieg die Spannung und Vorfreude der Kardashian-Fans ins Unermessliche. Bekannt war nur, dass Kourtneys erster großer Wurf "Poosh" heißen würde.

Ob sich die 39-Jährige an den unternehmerischen Ideen ihrer Schwestern orientiert?

Gute Frage, schließlich lassen sich die kaufmännischen Interessensgebiete der Kardashians und auch Jenners in zwei Themen aufteilen: Mode und Make-up. Kim Kardashian macht mit ihrer Firma KKW Beauty erfolgreich in Schminke. Im Jahr 2018 nahm sie mit Foundation und Co. 100 Millionen US-Dollar ein. Die jüngste der Drei, Khloe Kardashian, betreibt ihr eigenes Jeanslabel "Good American". Geschätzter Jahresumsatz: 3,4 Millionen.

Und auch die zwei Halbschwestern des Trios, Kylie und Kendall Jenner, sind neben ihrem "Keeping Up"-Job bestens beschäftigt. Die 21-jährige Kylie wurde kürzlich zur jüngsten Selfmade-Milliardärin ever gekürt. Der Grund: Ihr absurd erfolgreiches Kosmetikunternehmen Kylie Cosmetics. Und Kendall: Die läuft als eines der bestgebuchtesten Models über die Laufstege dieser Welt.

Über den hohen Ablieferungs-Druck für die Letzte im Bunde, die sich selbstständig macht, brauchen wir an dieser Stelle also gar nicht erst sprechen. Die viel wichtigere Frage: Mode oder Make-up? Für welchen Million-Dollar-Pfad würde sich Kourt entscheiden?

Am vergangenen Mittwoch kam dann endlich die Auflösung: "Poosh" ist ein Blog.

Pause für die Reaktion.

Jap, "Poosh" ist schlichtweg ein Blog zum Thema Healthy Living. Hier eine Auswahl der ersten Artikel unter der Regie von Kourtney Kardashian: "Nahrungsmittel, die deinen Bauch flach machen", "Zutat im Spotlight: Kurkuma", "Was Kourtney vor einem Partyabend macht", "Bio-Weine, die man versuchen sollte". "Brigitte" lässt grüßen. Man kommt einfach nicht umhin, gewisse Parallelen zu den klassisch oberflächlichen und mittlerweile abgehalfterten Frauenzeitschrift zu erkennen.

Der Slogan des Ganzen: "Poosh the boundaries", also "überschreite Grenzen". Welche Grenze genau Kourtney mit einem von netzweit gefühlt drei Milliarden Healthy-Living-Blogs überschreiten möchte, erklärt sie uns auf ihrer Website selbst: "Ich beschloss, 'Poosh' zu launchen, weil ich das Gefühl hatte, dass etwas im gesunden Lifestyle-Segment fehlt. Gesundes Leben hat einen schlechten Ruf. Als ob es nicht sexy und cool ist, sich darum zu kümmern, was man in oder auf seinen Körper tut. Das stimmt einfach nicht, und 'Poosh' ist hier, um genau das zu beweisen."

Gesund ist uncool? Hä?

In welchem Jahrzehnt und Kopf befinden wir uns? 2005 in der Oberstube eines 13-jährigen Kinder-Maxi-King-Rebellen? Come on, Kourtney – diese Annahme ist die Grundlage für deine Unternehmensgründen? "Healthy Living" ist seit Jahren eine Million-Dollar-Industrie.

So richtig zünden tut das Konzept auch bei den Fans nicht. "Also, was genau soll 'Poosh' sein?" oder "Versuche immer noch, zu verstehen, was 'Poosh' sein soll", liest man auf Twitter.

Für bahnbrechend hält man "Poosh" im Netz schonmal gar nicht

Der Grund: Schauspielerin Gwyneth Paltrow gründete vor über zehn Jahren pretty much denselben Blog. Auch auf "Goop" geht es um Gesundheit und die Tipps und Tricks, die Paltrow aufschnappt und mit der Welt teilen möchte. Zu allem Überfluss sieht das Layout von "Poosh" dem von "Goop" erschreckend ähnlich.

Und nun zu Kourtneys Rettung:

Das Thema ist – zumindest im Vergleich zu denen, die sich ihre Schwestern unter den Business-Nagel gerissen haben – erfrischend. "Poosh" soll dir helfen die beste Version von dir selbst zu sein. Inwiefern dem Otto-Normal-Leser ein Artikel à la "Kourt und ihre Freunde bekommen ein Dr. Diamond Instant-Facial" dabei hilft, bleibt natürlich fraglich. Trotzdem: ein nobles Ziel.

Abgesehen davon scheint Kourtney mit "Poosh" das zu machen, was sie erfüllt. Wer "Keeping Up" verfolgt weiß, gesunde Ernährung steht bei der Brünette ganz oben auf der Liste. Sie geht sogar so weit, auf Gluten zu verzichten, obwohl sie nicht unter einer Glutunverträglichkeit leidet. Mehr Leidenschaft kann dann wohl auch eine Kim K. nicht verlangen.

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Quelle: Noizz.de