Warum es wichtig ist, über PMS zu sprechen.

Es kündigt sich meistens mit einem Ziehen im Unterleib an und endet jeden Monat damit, dass man sich fühlt, als würde man von Innen aufgefressen werden - die Menstruation.  Regelschmerzen, die Periode und weibliche Körperflüssigkeiten waren lange ein Tabuthema. Jetzt versuchen Frauen, diesem Tabu auf Instagram entgegen zu wirken und ganz offen mit ihrer Periode umzugehen. Unter Hashtags wie #periodpositive lassen sich schon über 12.000 Beiträge finden. Auch #menstruationmatters hat schon über 25.000 Frauen dazu ermutigt, sich gegenseitig Tipps zu geben.

Das Hauptproblem hinter PMS ist: Die Hälfte der Bevölkerung kann sich nicht mal ansatzweise vorstellen, wie das so ist, wenn man seine Tage hat. Denn Männer können sich einfach nicht nachempfinden, was es bedeutet jeden Monat zu bluten und wollen es, wenn sie ehrlich sind, am liebsten auch gar nicht.

Wenn Frauen jeden Monat damit zu kämpfen haben, dass ihr Unterleib schmerzt, ihre Brüste anschwellen, von den Wassereinlagerungen und den Stimmungsschwankungen mal ganz zu schweigen, dann ist das tatsächlich schmerzhaft. Aber seinem Chef zu sagen: "Hey, sorry, dass ich heute zuhause bleiben muss, aber meine Periode bringt mich gerade um", ist immer noch seeehr unangenehm!

Unter #menstruationmatters wird vor allem auch aufgeklärt: Einige User posten Fakten, die zeigen, dass Menstruation zum Beispiel in Indien oder Afrika bei weitem noch ein viel größeres Tabuthema ist, als bei uns in Deutschland oder in anderen westlichen Ländern.

Aber auch hierzulande stehen Frauen regelmäßig vor Problemen, die mit ihrer Periode zusammenhängen. Viele Menschen können sich keine Hygiene-Artikel leisten. Die 18-jährige Britin @amikageorge ist die Gründerin der Kampagne #freeperiods, einer Bewegung, die sich für kostenlose Hygieneartikel für die Periode einsetzt, damit auch Frauen in Armut nicht darauf verzichten müssen.

In einem Interview, das sie auf ihrem Profil postete, erzählt sie, dass sie von jungen Mädchen hörte, die sich Socken anstatt Binden in die Unterhose stopften, weil sie kein Geld für entsprechende Artikel hatten.

Die Hashtags werden auch genutzt, um auf den "Endometriose March" aufmerksam zu machen. Viele Frauen wissen nicht, dass sich hinter ihren extremen Menstruationsschmerzen eine Krankheit versteckt. Und ja, das sind zwei verschiedene paar Schuhe! Bei Instagram werden Bilder repostet, die Anzeichen davon erklären und die User sensibilisieren sollen.

In Deutschland ist knapp jede zehnte Frau von der extrem schmerzhaften Unterleibserkrankung betroffen, bei der Gewebe, ähnlich dem der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) im Unterleib wächst und sich an den Eierstöcken, Eileitern, Darm, Blase oder dem Bauchfell ansiedelt. Weltweit sind über 200 Millionen Frauen davon betroffen. Trotzdem wissen nur wenige von der Krankheit. Viele werden von Ärzten auch mit Schmerzmitteln gegen PMS vertröstet. Endometriose ist allerdings nicht nur extrem schmerzhaft, sondern eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Frauen über diese Erkrankung Bescheid wissen!

Quelle: Noizz.de