Eine Frau aus den USA hat kreative Wege für sich gefunden, was sie mit ihrem Perioden-Blut machen kann: Bilder malen, Blumen gießen, oder auch einfach chillig als Gesichtsmaske rocken. Was wie ein wirrer Tick klingen mag, ist für sie der Weg in Selbstakzeptanz und ein Hoch auf ihre Weiblichkeit.

Mary Miranda ist 36 und hat, seit sie 12 ist, unter unregelmäßigen, starken Perioden gelitten. Heute benutzt sie ihr Menstruationsblut als Gesichtsmaske und schwört darauf, dass sie dadurch Akne-Narben losgeworden ist und ihr Teint durch die spezielle Behandlung förmlich leuchten würde. Der Weg zu ihrem kreativen Umgang und der Akzeptanz ihrer Monatsblutung war allerdings lang und hart.

Im Interview mit "Unilad" kritisiert sie unter anderem Religion und das Patriarchat dafür, wie Frauen und Perioden gesellschaftlich wahrgenommen werden, und dass die Blutung bis heute ein Tabuthema ist – Umstände, die es ihr jahrelang nicht möglich gemacht haben, offen und in Einklang mit sich und ihren Monatszyklen zu leben. Kommentare von Männern à la "Die ist ja zickig, die muss ihre Tage haben" verfolgten sie lange und hinterließen Schamgefühle.

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Mit den Jahren wurden die Schmerzen immer schlimmer. Nachdem sie unter Schmerzen ganze fünf Mal zusammenbrach, stellte sich heraus, dass sie an einem ihrer Eierstöcke eine Zyste hatte, der operativ entfernt werden musste. Als sie einige Zeit nach der Operation ihre Pille absetzte, wurden die Perioden so schlimm, dass sie sich regelmäßig erbrechen musste sowie an niedrigem Blutdruck und übertriebener Schweißproduktion litt. Man entdeckte einen Tumor in ihrer Gebärmutter, der ebenfalls operativ entfernt wurde.

Schmerzhafte Perioden – für viele Frauen Alltag, für Mary alltäglicher Horror.

Perioden-Blut-Rituale: der Weg zu Selbstliebe

"Ich war randnah davor, durch die Operation meine Gebärmutter zu verlieren und infolge nie wieder eine Periode zu haben", sagt sie "Unilad". "Ich betete jeden Tag dafür, dass genau das nicht passiert." Sollte sich an ihren Perioden nichts ändern, würde sie zukünftig um eine Entfernung der Gebärmutter allerdings nicht herumkommen. Auf der Suche nach Heilung stoß sie auf Rituale mit Periodenblut – und änderte ihr Leben:

"Ich versprach, meine Gebärmutter und meine Perioden von nun an zu wertschätzen, sollten sie gerettet werden, und nun tue ich genau das jeden Monat. Für mich ist meine Periode nun ein Zeitpunkt zum Feiern und ich möchte, dass andere Frauen das auch so erleben können."

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Tampons und Binden sind für Frauen ein Grundbedarf. Als Anfang des Jahres endlich eine Mehrwertsteuersenkung von 19% auf 7% durchgesetzt wurde, haben einige Hersteller*innen von Monatshygieneprodukten prompt ihre Preise um genau diesen Betrag erhöht. Lang lebe der Kapitalismus.

Periodenmaske and chill

Immer, wenn sie ihre Tage hat, feiert Mary heute ihre Weiblichkeit: legt eine Periodenmaske auf ihr Gesicht, gießt Blumen und Bäume im Wald mit ihrem Blut, malt rote Bilder. "Heute will ich anderen Frauen zeigen, dass ich mein Mindset gegenüber mir und meiner Periode geheilt habe, und wie ich die Stigma losgeworden bin, die Zyklen wären ekelhaft, beschämend, bloßstellend und sollten am besten totgeschwiegen werden."

Für alle Frauen, die mit sich und ihrer Periode noch nicht im Reinen sind, hat Mary folgende Worte: "Es gibt nichts Beschämendes oder Sündhaftes an dir. Du bist heilig, wertvoll und stark, einfach, weil du eine Frau bist."

Quelle: Noizz.de