Für eine Million holt ihr euch das Schleudertrauma nach Hause.

>> Vorgarten Achterbahn 2.14 Mio.-teiliger Bausatz für 999.876,00 Euro <<

Nein, ihr seid hier nicht auf irgendeiner Satire-Seite gelandet: Dieses Angebot ist tatsächlich ernst gemeint! Der Online-Shop „Monsterzeug“ bietet in seinem Sortiment eine Vorgarten-Achterbahn an, die bis zu 70 Stundenkilometer erreicht. Knapp eine Million Euro müsst ihr auf den Tisch legen, damit die Achterbahn zwei Tage später in euren Vorgarten geliefert wird – auf Wunsch sogar mit Geschenkverpackung für läppische 3,90 Euro.

Dieses Angebot sorgt für Lacher: Mosterzeug.de bietet eine Achterbahn an

Wir haben mit den Betreibern des Shops gesprochen und wollten wissen: Wie ernst meinen sie ihr Angebot und was sind die Verkaufsschlager?

NOIZZ: Hand aufs Herz, kann man die Achterbahn bei euch wirklich kaufen?

Sascha Langner: Klar, wir könnten sie tatsächlich innerhalb von zwei Tagen liefern. Sie ist zwar nicht in unserem eigenen Lager vorrätig, aber wir arbeiten da mit einem Unternehmen aus Süddeutschland zusammen, die die Achterbahn, so wie sie auf unserer Seite abgebildet ist, sofort liefern könnten.  Tatsächlich wird die Achterbahn auch ein-, zweimal täglich gekauft …

Aber?

Langner: … sie wird nicht bezahlt (lacht). Tatsächlich haben wir sie bisher noch nie verkauft. Wer sich wirklich für eine eigene Achterbahn interessiert, würde sie wahrscheinlich auch nicht bei uns kaufen: Beim Hersteller kann man sie für 500.000 Euro kaufen, wir bieten sie für eine Million an. Dafür kann man sie sich bei uns in Geschenkpapier verpacken lassen.

Gab es denn schon mal ernsthafte Anfragen?

Langner: Es gibt schon ein paar Leute, die uns detaillierte technische Fragen zu der Achterbahn stellen, bisher hat aber noch keiner zugeschlagen. Aber vielleicht kommt irgendwann ein reicher Scheich, der die dann bei uns bestellt.

Die Achterbahn ist ja nicht das einzige, skurrile Angebot: Was habt ihr sonst noch so im Sortiment?

Langner: Wir verkaufen auch ein Oktoberfestzelt für Dahoam, einen Tyrannosaurus Rex in Lebensgröße und eine Kuh, die aussieht wie eine echte: Die haben wir tatsächlich schon zehn Mal verkauft! Irgendwo in Deutschland stehen jetzt lebensechte Kühe in Wohnungen rum.

Für knapp 23.000 Euro gehört der Tyrannosaurus Rex euch

Ihr macht kein Geheimnis daraus, dass eine Achterbahn im Sortiment vor allem dazu dient, die Kunden auf eure Seite zu ziehen. Was sind denn die tatsächlichen Verkaufsschlager?

Langner: Wir haben alles was das Herz begehrt. Wer ein ausgefallenes Geschenk zum Geburtstag, Valentinstag, zur Hochzeit oder zum Junggesellenabschied sucht, wird bei uns fündig. Die personalisierte Siegerstatue wie beim Oscar läuft gut oder der Schnarch-Stopper: Das ist eine Holzlatte mit der man seinem Partner ganz liebevoll eins überziehen kann.

Mit diesem Gerät könnt ihr das Schnarchen eures Partners auf ganz zärtliche Art stoppen

Und was funktioniert gar nicht?

Langner: Alles, was viel Geschmack hat. Produkte bei denen wir denken: „Das hat aber ein schönes Design“ funktionieren auf unserer Seite überhaupt nicht. Wir finden viele unserer Produkte zum Beispiel bei „Frauentausch“ wieder. Wir wissen, dass zu unserem Shop auch ein gewisses Trash-Element gehört, aber da wir uns selbst nicht so ernst nehmen, ist das voll ok.

Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen solche Sachen in eurem Shop anzubieten?

Langner: Wir haben uns 2008 gegründet, unser erstes Produkt waren ferngesteuerte Helikopter. Wir wollten damals vor allem lustige Technik-Gadgets verkaufen. Unter dem Motto: Von Männern für Männer … und sind damit grandios gescheitert. Wir haben irgendwann nämlich festgestellt, dass 70 Prozent unserer Kunden Frauen sind. Die Produkte landen zwar letztendlich bei Männern, aber gekauft werden sie von Kundinnen. Deshalb sind fast all unsere Führungspositionen auch von Frauen besetzt – die machen sich einfach mehr Gedanken.

Wie kommt ihr auf die Ideen für neue Produkte?

Langner: Am Anfang haben wir uns natürlich viel auf Seite von Shops in den USA und China rumgetrieben. Inzwischen haben wir so ein gutes Gespür für unseren Markt, dass wir sogar 50 Prozent der Produkte selbst herstellen und entwickeln. Wir gucken natürlich auch, was in den Medien gerade besonders gut ankommt. Auch Promis wie Kayne und Kim sind immer wieder Inspiration für uns. Und wir können unser Sortiment sehr schnell anpassen: Eine Zeit lang waren Einhörner und Flamingos total in. Dann legen wir unseren Fokus auf solche Produkte.

Der Einhorn-Trend ist an den Betreibern von Monsterzeug.de natürlich auch nicht vorbei gegangen

Worauf dürfen sich eure Kunden in Zukunft freuen?

Langner: Im Sommer wollen wir auf jeden Fall ein Kettenkarussell in unser Sortiment aufnehmen und eine Wildwasserbahn für den Schrebergarten. Was wir uns außerdem gut vorstellen könnten, wäre eine lebensechte Ritterburg. Es ist gar nicht so schwer, dafür einen Hersteller zu finden. Der Markt für Rollenspiele ist so groß, dass es in Deutschland schon Unternehmen gibt, die sowas bauen.

Quelle: Noizz.de