Endlich ist es soweit: Die ersten Restaurants öffnen wieder – zwar unter strikten Auflagen, aber das stört erst mal wenig. Weniger Glück als die Gastronomie hat die Clubszene – denn wann wir endlich wieder tanzen dürfen, ist weiterhin unabsehbar. Viele Berliner Clubs stellen deshalb jetzt ihr Konzept um – vom Feiern aufs Essen.

Ob Friseurläden, Geschäfte, Bars oder Restaurants: Fast in jeder Branche sind die strikten Corona-Regelungen mittlerweile gelockert – und man hat das Gefühl, dass das Leben so langsam endlich wieder anläuft. Doch ein klaffendes Loch gibt es doch noch in unserer Freizeitgestaltung: Die liebste Beschäftigung vieler Berliner*innen, das Feiern, wird auf unbestimmte Weise weiter lahm liegen.

Jede Partynacht ist eine Großveranstaltung

Seien wir ehrlich mit uns, eigentlich war uns das ja schon klar. Nichts schreit mehr Corona-Nährboden, als unsere geliebte Clubatmosphäre: Dicht an dicht in feuchtwarmen Räumen tanzen, schwitzende Körper, die sich aneinander reiben, hemmungslos intime Rausch-Momente mit Fremden, Sex im Darkroom, gemeinsam tagelang durchmachen – da freut sich das Virus.

Landespolitiker*innen schätzen, dass der Clubbetrieb deshalb frühestens Ende des Jahres, eher 2021 wieder losgehen darf. Das bricht nicht nur allen Tanzwütigen das Herz, Betreiber*innen der Clubs stellt das vor eine Existenz-Krise. Deshalb überlegen sich viele, wie sie die Räumlichkeiten jetzt Corona freundlich nutzen können – und lassen sich kreative Konzepte einfallen.

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Sisyphos und Birgit & Bier öffnen ihre Tore

Ganz vorne dabei: Das Sisyphos in der Rummelsburger Bucht und das Birgit & Bier in Kreuzberg. Beide Locations verfügen über einen hübschen Open-Air-Bereich, in dem bereits am Freitag der Betrieb wieder aufgenommen wurde. Betrieb? Yes, allerdings nicht ganz so, wie vor Corona.

Beide Clubs nutzen ihre Öffnungserlaubnis nämlich gastronomisch: Das Birgit & Bier in Kreuzberg, eh schon ein Mix aus Biergarten und Club, streicht die Tanzfläche und öffnet seinen Biergarten mit Pizzeria auf der großen Außenfläche täglich wieder bis 22:00 Uhr. Es gilt: Maskenpflicht für alle, kein unnötiges Herumlaufen auf dem Gelände und Tanzverbot.

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Das Sisyphos will freitags, samstags und sonntags von 15:00 bis 22:00 Uhr öffnen – der Club wird zum Restaurant. Speisen, Getränke und auch Musik wird es geben, der Eintritt ist kostenlos, aber begrenzt. Auch die Rummels Bucht ist schon auf Gastro umgestiegen: Hier wird schon seit einiger Zeit Pizza zum Mitnehmen angeboten.

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Verantwortungsvolles Raven mit Abstand und Maske?

Das Team des About:Blank am Ostkreuz überlegt auch schon, wie man den Club schnellstmöglich wiederbeleben kann . Hier will man aber nicht auf Gastronomie setzen, lieber neue Konzepte überlegen, die das Tanzen im Außenbereich vielleicht irgendwie wieder möglich machen – und damit die Sehnsucht treuer Raver*innen nach ein bisschen Ablenkung und guter Laune stillen.

Wie sieht es bei anderen Clubs aus? Eher schlecht – denn vielen ist das Risiko schlicht zu groß, ihre Pforten wieder zu öffnen. Klar, mit den neuen Corona-Abstandsregeln darf nur noch ein Bruchteil der sonstigen Besucher*innen eingelassen werden. Finanziell ein krasses Risiko für die Betreiber*innen.

Symbolbild: Technoclub

Was ist also das Fazit? Geduld haben und hoffen, dass der Lieblingsclub mit einem coolen Konzept um die Ecke kommt? Definitiv. Aber vielleicht auch damit rechnen, dass der Clubbesuch der Zukunft teurer wird. Und die dreitägige Eskalation, die früher Standard war, von verantwortungsvollen Raver*innen erst mal nur noch mit Atemschutzmaske und ohne allzu viel Körperkontakt stattfinden muss: Zu sechst in die Clubtoilette zum Nase ziehen? Wird so eher schwierig.

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  • Quelle:
  • Noizz.de