Meine Freunde sind die Kreativsten!

Der Festivalsommer ist ja noch in vollem Gang – für so manchen steht der Spaß aus undichtem Zelt, Gaffa-Tape und kalten Ravioli noch an. Und wie das immer so ist im Leben: Die einen macht Bier und Musik glücklich, andere brauchen da eventuell auch mal ein paar andere Substanzen. Der gute, alte Joint, lustige bunte Pillen oder mal etwas Schnee auf dem Zeltplatz – für manche gehört das maßgeblich zum Festivalerlebnis dazu.

Wie etwa bei meinen Freunden. Wo ich mir alljährlich überlege, wie ich es eigentlich schaffe, meinen unhandlichen Riesenschlafsack irgendwie unterzubekommen, tüfteln besagte Freunde der sinneserweiternden Substanzen an ganz anderen Logistik-Problemen herum:

Wie bekommt man seine illegalen Drogen aufs Festivalgelände?!

Ich muss sagen: Manchen hätte ich so viel Kreativität gar nicht zugetraut. Die besten Anekdoten zum Drogentransport im Freundeskreis möchte ich keinem vorenthalten:

Der Muschi-Transport

„Old but Gold“, sagt Anna. Auf dem Weg zu unzähligen Festivals wählt sie immer wieder den intimsten Ort für den Transport ihrer Mitbringsel. Doch die Methode ist nicht ganz ungefährlich und muss gelernt sein. Das Wichtigste, erklärt sie, ist eine bombensichere Verpackung. Gemeinsam mit Freund Robin werden 1,2,3,4 ... 10 Pillen, zwei dicke Tütchen mit weißem Pulver erst in Zellophan, dann in einen Plastikbeutel gepackt. Anschließend wickelt Robin einige Schichten Panzertape drum herum.

Das gar nicht mal so kleine Paket packt er zum Schluss in einen Kondom, das wiederum mit einer OB-Schnur eingeführt wird. Vorsicht – die Schnur ist wichtig, denn durch den Unterdruck kann das Gepäck auch mal verschwinden: „Vor zwei Jahren musste ich meiner Freundin Geburtshilfe leisten, allein hätte sie das nie rausbekommen.“ Aha – was wohl die Großeltern zu so einem Nachwuchs sagen?

Doch so sicher und dunkel das Versteck auch sein mag, es kann auch mal knapp werden: Dieses Jahr wurde der Festival-Bus mitsamt Anna von der Grenzpolizei angehalten. „Drogenkontrolle, alle aussteigen.“ Gepäckstücke und Fahrgäste werden vor dem Bus aufgereiht. Der Drogenhund macht sich über das Gepäck her, während eine junge, sehr motivierte Dame an den Partygästen vorbeizieht „Du, du und du mitkommen“, die Polizistin zeigt auf Anna und zwei Typen in der Reihe.

Die drei Auserwählten folgen der Polizistin und ihrem Kollegen in die Polizeistation. Verunsichert wird Anna in einen Raum geführt, in dem bereits eine weitere Beamtin wartet. Die beiden Jungs laden bei den männlichen Kollegen im Nebenraum. „Haben Sie unerlaubte Substanzen konsumiert oder führen welche bei sich?“ – „Nein!“ – „Bitte ausziehen“ – „Was?“ – „Bitte ziehen Sie sich aus und stellen sich mit gespreizten Beinen an die Wand.“

Die nächsten Minuten weiß Anna nicht, wie ihr geschieht. Während eine Polizistin Klamotten und Handtasche untersucht, macht sich die andere an ihr zu schaffen. Erst werden Haare, Ohren, Achseln untersucht, „dann hatte ich einfach eine scheiß Taschenlampe zwischen meinen Beinen!“

Gott sei Dank steckte das Wunderpaket dieses Jahr in ihrer Begleiterin Kathi. Glück gehabt! Ob sie jemals wieder inhouse transportiert, weiß sie noch nicht ...

Orale Freuden

Männertrip zum Elektro-Festival! Philipp reist mit seinen Freunden via Flugzeug aus München an. Ein Trip soll es im wahrsten Sinne des Wortes werden. Für jeden haben die drei je ein Gramm MDMA sorgfältig in Zellophan gewickelt und anschließend in der Fingerkuppe eines gängigen Putzhandschuhs verpackt, der fein abgetrennt, verschweißt und zu einem kleinen Päckchen gerollt wurde.

Mutig durch das Weißbierfrühstück verschwindet das Päckchen vor der Sicherheitskontrolle im Mund – jetzt bloß nichts gefragt werden und reden müssen ... Die Kontrolle läuft reibungslos; am Gate angekommen, wird auf den Erfolg angestoßen. Dann Flughafendurchsage: „Der Flug LH477 nach Mallorca ist gecancelt.“ – What?

Alle drei denken das Gleiche: „Jetzt müssen wir die Scheiße wieder raustransportieren.“ Selbes Prozedere: Päckchen in den Mund, raus aus dem Flughafen und am nächsten Morgen um 6 Uhr müde wieder rein.

Vor lauter Aufregung lässt Phillip sein Päckchen im Mund, als er in den Flieger einsteigt. Egal, jetzt kann der Urlaub endlich losgehen. Nachdem er auf seinem Platz sitzt, macht sich ein ungewohnt gewohnter Geschmack breit. Vor lauter Rein und Raus hat sich das Päckchen aufgelöst und verliert an Inhalt. „Jetzt bloß keine Panik kriegen“, denkt Philipp.

Der Geschmack wird immer intensiver. Phillip nimmt das Tütchen unauffällig aus der Backe. „Das Zeug war total im Arsch. Aber dafür hatte ich den besten Flug meines Lebens!“

Interessante Lektüre

Für eine elegante Lieferung entschied sich Patrick letztes Jahr auf dem Weg zur Distortion in Kopenhagen. Auf dem riesigen Festival in der Stadt durfte der chemische Spaß auf keinen Fall fehlen. Aber: Wie das Zeug sicher rüberbringen? Mit dem Flugzeug kam nicht in Frage; Patrick besorgt in einem Schreibwarenladen Schulbücher und Blöcke.

Er schneidet jeweils ein Loch in die Mitte der Bücher, in die er seine Päckchen legt. Die Bücher wieder zugeklappt, ist nichts zu spüren, und alles sieht nach Leseratte aus. Um sicherzugehen, präpariert er drei Briefumschläge. Der Absender: „Technische Universität Berlin“, der Empfänger: ein Bekannter in Kopenhagen. Aufgeregt steigt die feierwütige Truppe in den Flieger. In der Hauptstadt angekommen, ruft Patrick direkt bei seinem Freund an. „Ja, hier sind drei Briefe angekommen ...“ Dann kann das Festival ja losgehen!

High-End Frühstück

Meine beste Freundin ist eher ein Ruhepol, und auf dem Festival braucht sie nichts anderes als ihr selbstangebautes Gras – „Auf irgend so einen Scheiß auf dem Festival hab ich gar keinen Bock.“

Doch der intensive Geruch kommt bei den Polizeihunden an der deutsch-polnischen Grenze nicht so gut an. Also muss eine Lösung her, die nicht nur ein gutes Versteck bietet, sondern auch noch geruchsicher ist. Bei der Suche hat es Claudia geschafft, ihre zwei Leidenschaften zu verbinden: Nutella und Weed.

Während alle anderen noch nicht mal an Essen denken können, braucht sie nach einer durchzechten Nacht ein Nutellabrot. Und weil die cremige Schokoladenmasse nicht nur Gerüche mindert, sondern auch noch Blickdicht ist, eignet sich das Glas perfekt für den Transport der Ernte. Damit nichts versaut, kommt die Ware in eine kleine Filmdose, die sie tief in das frische Nutella-Glas drückt. Die überschüssige Schokolade wegwischen (oder aufessen), fertig. Für Claudia geht der Tag dann direkt richtig los: „Bestes Frühstück ever: Nutellabrot und Joint!

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Quelle: Noizz.de