Lil Xan warnt vor Fentanyl: Die Droge, die Mac Miller umbrachte

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Lil Xan, US-amerikanischer Rapper und Songwriter mexikanischer Herkunft Foto: xanxiety / Instagram

Es macht schneller abhängig als Heroin und wirkt unglaublich stark.

„Meine Freunde haben es genommen und gekotzt. Da dachte ich mir … jetzt bin ich raus aus dem Game“, brabbelt Lil Xan mit ernstem Blick in seine Handykamera. Der US-Rapper mit den schäbigen Gesichtstattoos will vor Fentanyl warnen. Dem Schmerzmittel, das oft als Rauschmittel missbraucht wird, und in Kombination mit Kokain und Alkohol kürzlich zum Tod von US-Rapper Mac Miller führte.

[Mehr dazu: Woran Mac Miller starb]

Der 26-jährige Mac Miller war nicht der erste Promi, dem eine Überdosis Fentanyl zum Verhängnis wurde. Auch Musik-Legende Prince wurde nur 57, weil er sich sich 2016 mit der Dosierung des synthetischen Opioids verschätzte. Im Autopsiebericht des im November 2017 verstorbenen US-Rappers Lil Peep ist ebenfalls Fentanyl ganz vorne mit dabei. Und auch US-Sängerin Demi Lovatos Überdosis im August ist angeblich auf beigemischtes Fentanyl zurückzuführen.

Lil Xan, der öffentlich mit seiner eigenen Drogensucht umgeht, machen die vielen Fentanyl-Unfälle in seinem Umfeld ganz offensichtlich große Angst. Im Video, das „TMZ“ jetzt veröffentlichte, erzählt er schon fast Singsang-artig:

„Es ist immer Fentanyl. Wie bei Peep. Es ist immer das Scheiß Xanax, aber mit Fentanyl drin. Oder es ist Oxycodon – mit Fentanyl drin. Jetzt packen sie sogar Fentanyl in Koks!“

Lil Xan liegt mit seiner dramatischen Einschätzung gar nicht mal so falsch.

2008 sprachen die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) noch von 1000 Fentanyl-Toten zwischen 2005 und 2007. Bis 2017 verschlechterte sich die Lage drastisch. Im vergangenen Jahr wurde bei fast jedem zweiten (!) Rauschgift-Toten in den USA auch Fentanyl festgestellt. Überdosis-Tote gab es ganze 72.000. Sum­ma sum­ma­rum: 36.000 Fentanyl-Opfer.

… und Deutschland:

In Deutschland ist Fentanyl noch kein so großes Thema. Trotzdem: Auch bei uns steigen die Zahlen. 2016 wurden 96 Todesfälle durch Fentanyl registriert, 2015 waren es noch neun weniger.

Aber was genau macht Fentanyl mit unserem Kopf?

Warum ist es für viele so verlockend? Fentanyl wirkt nicht nur schmerzlindernd. Es sorgt für ein unvorstellbares Glücksgefühl. „Das wird gerne als Orgasmus beschrieben, nur viel, viel stärker und länger anhaltend”, erklärt Rüdiger Holzbach, Chefarzt am Klinikum Arnsberg, gegenüber NOIZZ.

Gefühls-Orgasmus mit enormen Risiken!

Fentanyl macht schneller abhängig als Heroin und wirkt hundertmal stärker als Morphium. Es macht glücklich und beruhigt. So sehr, dass es in den meisten Fällen die Atmung verlangsamt und in Fällen der Überdosierung sogar zum Atemstillstand führen kann.

Wie möglicherweise auch bei Prince, Lil Peep und Mac Miller. Für Lil Xan war vor allem der Fall des „Self Care“-Interpreten ein Weckruf. Miller war sein großes Vorbild. Sein Tod veranlasste ihn sogar dazu, seinen Drogenkonsum einzudämmen, verrät der „TMZ“: „Mac Millers Tod hat alles für mich verändert.“ Er sei allerdings immer noch nicht ganz clean. Das angstlösende Medikament Xanax nimmt er nicht mehr. Von Betäubungsmittel sei er aber noch nicht ganz los.

Das Video nimmt Lil Xan irgendwo in einem Wald auf. Abgeschieden. Keine Entzugsklinik. Selbst seine Freunde würden nicht wissen, wo er gerade ist.

Quelle: Noizz.de

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