Früher tranken ihn nur Alkis.

Korn galt lange Zeit als mieses Gesöff. Das Image ist aber im Wandel. Da „ die Straße“ wieder in ist, werden immer mehr Kurze und sogar Drinks mit Korn ausgeschenkt. Korn sieht man nicht mehr nur am Busbahnhof, sondern auch wieder in den Bars.

Dorfkind-Erinnerungen

Kommt man – wie ich – vom Dorf, kennt man Korn vor allem von Feuerwehrfesten und aus Dorf-Diskos. Bei der Feuerwehr tranken wir auf jeden neu beförderten Kameraden einen „Lüttn“ Korn (= einen Kurzen). Dieses Getränk war ein Zeichen des Respekts für den Kameraden.

In den gängigen Dorf-Diskos bestellte man hingegen immer ein Pils. Wollte man aber mal was anderes außer „Flens“ oder „Holsten Edel“, orderte man lässig einen Korn-Cola – oder Korn-Sprite. Ihr versteht, worauf ich hinaus will: Korn war auf dem Land schon immer das Getränk erster Wahl. In Kombination mit einem Pils gehört ein Korn übrigens zur originalen Zusammensetzung für das „Herrengedeck“.

Korn-Fan und Alt-Kanzler Gerhard Schröder Foto: Martin Schutt Apis / dpa picture alliance

Die gängigen Kornmarken sind „Oldesloer Doppelkorn“, „Nordhäuser Korn“ oder „Hardenberg Doppelkorn“. Der hochprozentige, klare Schnaps (circa 38 Prozent) will jetzt aber zum Hipster avancieren. Neue Marken drängen deshalb auf den alten Markt, die lässiger sein wollen als „dem Opa sein Korn“. „NORK“ aus Bremen will zeigen, dass „Korn mehr kann als Schützenfest und Herrengedeck“. Sie wollen „die großartige und zu Unrecht verkannte Spirituose wieder salonfähig“ machen, so jedenfalls der Plan.

NORK Doppelkorn aus Bremen Foto: NORK / NORK

Der Korn dient als Basis für Cocktails. So wollen sie Korn-Neulinge anlocken, die vor einem puren Korn Angst haben.

Natürlich gibt es auch einen Korn aus Berlin, der Metropole der deutschen Hipster. „Berliner Brandstifter“ sagt von sich, dass jede Flasche ein Unikat sei und der Korn mit viel Liebe und besonderer Fürsorge gebrannt werde. Deshalb wird das 700-Liter-Fass auch erst mal gelagert, bevor es zu „1000 Flaschen pro Auflage abgefüllt wird“. So kommt es, dass auf dem Land kräftig Doppelkorn für die schicken Yuppies der Hauptstadt gebrannt wird und Korn die Bar-Szene erobert.

Der Vorteil am Korn: Er ist deutlich günstiger als Wodka oder Whiskey – und schmeckt zu fast allem.

Quelle: Noizz.de