Die Zukunft fühlt sich immer mehr wie eine "Black Mirror"-Folge an.

Seit einiger Zeit geistert wahrscheinlich auch in deinem Feed irgendwo ein Video von Kim Kardashian rum, wie sie seelenruhig in die Kamera blickt und erklärt, sie habe gar nichts gegen ihre Hater, weil sie mit deren Daten mehr Geld gemacht hätte, als sie sich je erträumen hätte können. Doch eigentlich hat Kim Kardashian das nie gesagt – es ist ein Fake-Video. Diese Art von Clips heißen Deepfake und sehen gruselig echt aus. Aber dürfen diese Clips überhaupt existieren?

Deepfake Videos funktionieren so, dass der Ersteller ein schon bestehendes Video der jeweiligen Person manipuliert. Zum Beispiel ändern sie, wie sich der Mund bewegt, und setzen dann ein neues Voice-over über das Bild. Dann sieht es so aus, als würde die Person etwas sagen, was sie eigentlich nie gesagt hat. So wie bei Kim Kardashian.

Das Deepfake von Kim ist eine manipulierte Version eines Interviews, was sie mal der "Vogue" gab. Auf Instagram ist es noch zu sehen, doch auf YouTube hat "Vogue" das Video mittlerweile löschen lassen auf der Grundlage von Copyright. Aber ist das wirklich in Ordnung so?

Denn eigentlich wurde das Video von "Vogue" ja nicht direkt geklaut, sondern nur manipuliert. Es wurde zu etwas Neuem abgewandelt, um eine politische Message loszuwerden. 

Der Macher des Videos, Bill Posters, sagte via "Vice", dass er eigentlich erwartet hätte, dass das Video mit der Kunstfreiheit beschützt worden wäre. Außerdem führt die Manipulation des "Vogue"-Videos ja nicht zu einer Entwertung des Originals von "Vogue", da es das Original in keinem Fall ersetzen kann. Es ist eine ganz neue Kreation.

Mit der Verbreitung von Deepfake-Videos müssen sich Plattformen wie YouTube, Instagram und Facebook nun Gedanken dazu machen, wie sie mit den manipulierten Clips umgehen werden. Denn anders als im physischen Raum kann in der virtuellen Welt Realität nicht durch visuelle Beweise validiert werden. Und das ist ein Struggle, der gerade erst in den Startlöchern steht.

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Quelle: Noizz.de