Ruby entwickelte sogar Depressionen wegen den Kommentaren der Lehrer.

Mittlerweile ist Ruby sehr glücklich mit ihren Haaren. So glücklich war sie lange nicht mehr, vielleicht nicht mehr, seitdem sie drei war, mit Prinzessinnen-Krone im Afro, wie man auf alten Kinderfotos sieht. Selbstbewusst mit ihren Haaren zu sein fiel Ruby während ihrer ganzen Jugend ziemlich schwer. Damals wurde ihr Aussehen von ihrer Schule kategorisch abgelehnt. Jetzt bekommt sie endlich Entschädigung ihre schwierige Jugend – denn ihre Schule gibt ihr über 10.000 Euro als Entschuldigung.

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Bis Ruby 14 Jahre alt war, trug sie ihren Afro zur Urswick-Schule in London einfach offen. Dann wurde ihre Frisur plötzlich zum Problem. Zuerst dachte sie, es wäre ein Scherz, da sie nie vorher Probleme mit ihren Haaren gehabt hatte. Doch nun sagten ihr Lehrer, sie müsste die Haare entweder abschneiden oder "bändigen". Sie behaupteten, Schüler könnten wegen Rubys Afros die Tafel nicht mehr sehen, und dass ihre Haare ein Verstoß gegen die Kleiderordnung der Schule wären.

Wegen der Kommentare und Blicke ihrer Lehrer und Mitschüler entwickelte Ruby schließlich depressive Stimmungen. Ihre Eltern Kate und Lenny schickten der Schule sogar ärztliche Bescheinigungen, die Rubys mentales Leiden bestätigten, doch die Schule änderte nichts an ihrer Umgangsweise mit ihr. Es ging irgendwann so weit, dass Ruby sogar während der Klausuren-Phase vom Unterricht wegen ihrer Haare nach Hause geschickt wurde.

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Rubys Eltern werfen der Schule nun Diskriminierung vor und haben die vergangenen drei Jahre einen Rechtsstreit gegen die Schule angestiftet. Die Kommission für Gleichstellung und Menschenrechte unterstützte die Klage der Familie. Jetzt einigen sich endlich die Schule und Rubys Familie, Ruby mit 10.000 Euro zu entschädigen. Die Schule bleibt allerdings weiterhin dabei, dass ihre Richtlinien nicht diskriminierend seien, sondern lediglich die Hygiene- und Sicherheitsstandards aufrechterhalten sollten. Auch andere Kinder mit langen Haaren müssten sie zusammenbinden und dürften sie nicht über ihre Augen wachsen lassen, argumentiert die Schule.

"Andere Leute wachsen ihre Haare bis zu den Hüften runter, aber weil meine Haare nicht gerade nach unten wachsen, muss ich sie abschneiden?", fragt Ruby in einem Interview mit dem Rundfunksender "BBC". Sie sagt, die Schule hätte sie mit den Verboten lächerlich gemacht, und sie dazu gebracht, ihren Selbstwert infrage zu stellen.

Sie hätte damals Angst gehabt, dass mit ihr etwas nicht stimme, weil niemand sonst ihre Art von Haar hatte. Ruby wurde sogar gefragt, ob sie jemals von chemischer Glättung gehört hätte. Jedes Mal, wenn sie ihre Haare offen trug, spürte sie alle Blicke auf sich. Das brachte sie irgendwann dazu, gar nicht mehr zur Schule gehen zu wollen – ein Gefühl, dass sie vor dem Haar-Streit nicht kannte.

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Ruby hatte jahrelang nach den Kommentaren der Schule versucht, ihre Haare mithilfe verschiedener Frisuren oder Extensions kleiner zu machen. Die ganze Tortur war aber nicht nur teuer, sondern verletzte auch ihre Kopfhaut. Mittlerweile fühlt sich Ruby wieder selbstbewusst mit ihren Haaren. Was dabei bestimmt auch hilft, ist dass sie nun nicht mehr auf die Urswick-Schule geht. Ihre Eltern sagen, der dreijährige Rechtskampf hätte das Selbstbewusstsein ihrer Tochter zerstört. Die 10.000 Euro Entschädigung von der Schule sind dafür nur eine kleine Kompensation.

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  • Quelle:
  • Noizz.de