Über eine fragwürdige Social-Media-Existenz.

Mal eben das Internet breaken – gar nicht so einfach seit Kim Kardashian. Jennifer Aniston hat es dennoch geschafft. Seit drei Tagen hat die amerikanische Schauspielerin einen offiziellen Instagram-Account und brach damit direkt einen Rekord. Eine Millionen Follower in fünf Stunden! Damit unterbot sie die bisherigen Rekordhalter – das royale Pärchen Harry und Meghan. Mittlerweile hat die Schauspielerin 13,5 Millionen Fans auf Insta.

Besser spät als nie?

Worin besteht hier eigentlich die Sensation? Aniston wird im Prinzip dafür bejubelt, endlich auch mal ins Ziel zu laufen, während sich alle anderen längst für ihren nächsten Run warm machen. Aber vermutlich ist die Tatsache, dass sich Jen so lange den sozialen Medien entzogen hat eben auch Teil des Hypes. Sie hat sich quasi über Jahre künstlich rar gemacht.

Es ist natürlich verständlich, dass sich Jens Fans freuen, ihrem Idol nun vermeintlich näher zu sein. Mit ihrem ersten Post, das den gesamten ehemaligen "Friends"-Cast zeigt, ließ sie direkt auch alle Fanherzen schmelzen. Das Ergebnis: über 13 Millionen Likes.

Klar, ist es ja an sich auch besser spät dran zu sein, als nie mit etwas anzufangen. Scheint auch Jens Devise zu sein. Im Interview bei Jimmy Kimmel sagt sie, dass sie sich endlich auch habe überreden lassen, nachdem ihr jahrelang ans Herz gelegt wurde, sich den sozialen Medien zu nähern.

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Instagram-Persona: Ahnunglose Mutti

Im Interview mit Kimmel sagte sie auch, dass sie eigentlich gar nicht so richtig weiß, was sie auf Insta zu suchen habe. Sie habe sich halt ergeben in den Trend. Sie, die zurückhaltenste Person, ever, wie sie selbst sagt. Ein völlig ungeplantes und unvorhersehbares Unterfangen sei es gewesen. Dann fängt die 50-Jährige an, mit dem Talkmaster von ihren Social-Media-Unzulänglichkeiten zu sprechen. Jen erklärt, dass sie ja gar nicht so recht wisse, wie das mit dem Liken so geht, dass das alles totales Neuland für sie sei, dass die Jugend auf Instagram ja fürchterlich faul sei (für alles gibt es Abkürzungen) und dass man auf den sozialen Medien ja nur Zeit verschwendet.

So einen Talk kennt man – von Eltern, Großeltern oder allen, die das Gegenteil eines Digital Natives sind. Es ist zwar nicht so, dass es nicht seine Berechtigung habe, Instagram und Konsorten skeptisch zu betrachten, aber kurz fragt man sich: Wenn man es doch eigentlich doof findet und eine sehr zurückhaltende Person sein möchte, dann kann man es doch auch lassen, oder nicht?

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Stattdessen füttert Aniston im Interview und auf Instagram ihr Social-Media-Image der ahnungslosen Mutti: In ihrem zweiten Post macht sie scheinbar ein Handy kaputt – weil sie nicht damit klar kommt. In ihren Stories bewegt sie sich hin und her und schreibt darüber, dass sie hier die Boomerangfunktion aber "oldschool" praktiziert.

Das ist einerseits wahnsinnig sympathische Selbstironie, die Jennifer Aniston hier an den Tag legt. Sie tut gar nicht erst so, als wüsste sie, was sie hier tut. Sie sagt direkt ganz entwaffnend: "Schaut mich an, ich bin 50 Jahre alt, habe von dem Kram keine Ahnung und gebe es zu."

Keine Ahnung oder gutes Marketing?

Ist ja alles lustig und wir lieben Jennifer Aniston – wie könnte man auch nicht. Aber so ganz nehmen wir dem Medienprofi dieses Image nicht ab. Es ist schon ein sehr verdächtiges Timing für Jens Eintritt in die Instagram-Gemeinde. Schließlich startet am 1. November auf Apple TV Plus ihre Serie "The Morning Show". Es ist kein gewöhnlicher Serienstart: Es handelt sich um die allererste eigene Serie des Apple-Streamingdienstes. Der Konzern geht damit gegen Netflix und Co. ins Rennen. Ein Flop der Serie wäre also auf mehreren Ebenen eine kleine Katastrophe.

Erste Trailer sind jedenfalls schon mal sehr vielversprechend:

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Der Schluss, dass hier sehr geschickt und gezielt auf Jennifer Aniston Aufmerksamkeit gezogen werden sollte, liegt also mehr als Nahe. Bei dem ausgefeilten Ausbilden ihres Social-Media-Images dürften daher auch mehr als nur ihre ehemaligen "Friends"-Kollegen beteiligt gewesen sein: Man kann ein Social-Media-Team vermuten, dass hier seine Finger im Spiel hat. Das ist an dieser Stelle reine Spekulation. Vielleicht ist es auch einfach so, wie Jen behauptet und sie hat einfach dem gesellschaftlichen Trend, sein Leben auf Insta zur Schau zu stellen, nachgegeben. Die Antwort kennt vermutlich nur sie selbst. Wir sind jetzt jedenfalls noch gespannter, wie "The Morning Show" performen wird.

  • Quelle:
  • Noizz.de