Die App kommt eben aus dem prüden Amerika.

Vom Freizeittrip an den See, über unser Abendessen, bis zum neusten Bild unseres Haustieres teilen wir auf Instagram alles. Auch unser Berufsleben stellen wir unter #[füge hier einen beliebigen Beruf ein] gerne mal via Instagram zu Show. Es ist eigentlich egal, welchen Beruf du hast – zu jedem findest du einen passenden Hashtag, hinter dem sich tausende Bilder von anderen Krankenschwestern, Ärzten, Juristen oder Ingenieuren verstecken. Nur unter dem Hashtag „Stripper“ wird man enttäuscht und das stört die Frauen, die diesen Beruf ausüben, gewaltig.

Wie VICE berichtet, werden einem unter #stripper keine Fotos angezeigt. Unter der Kategorie  „Top Posts“ erklärt Instagram in einem Satz, dass es bisher noch keine Posts zu dem Hashtag gibt. Unter der Kategorie „Neuste“ findet man keine Bilder, dafür aber einen Kommentar: „Die Posts zu #Stripper sind derzeit ausgeblendet, weil die Community von Inhalten berichtet hat, die nicht zu den Nutzerbestimmungen passen.“

VICE hat mit Stripperin Angie Angieson gesprochen. Sie hat schon auf der ganzen Welt gearbeitet und betreibt neben dem eigentlichen Job als Stripperin auch eine Agentur, die Stripper an Stripclubs vermittelt.

Angieson wirft dem Netwerk vor, dass sie bestimmte Hashtags in Bezug auf den Beruf als Stripper verbieten würden: Dazu gehören auch #yesastripper, #stripperlife, #stripperstyle, #ilovetoseestripperswin.

Grund dafür könnte das US-Gesetz sein

Seit dem 11. April gibt es in den USA ein neues Gesetz, das mit SESTA FOSTA abgekürzt wird. Es handelt sich dabei um ein Gesetz zur Verhinderung von Sexhandel und die Erlaubnis Staaten und Opfer bei der Bekämpfung von Online-Sexhandel zu unterstützen.

Die Stripperinnen glauben, dass das neue Gesetz auch dazu führt, dass jegliche Sexinhalte im Netz zensiert werden.

Problem gibt es auch in Deutschland

Auch in Deutschland wird der Content teilweise gesperrt. Unter #stripper wurden zwar um die 437.000 Bilder gepostet, angezeigt werden sie den Nutzern allerdings nicht.

Screenshot #stripper Foto: privat

Unter anderen Hashtags, die laut Angieson in den USA zensiert werden sollen, findet man allerdings den getaggten Content. Sprecher der Plattform kommentierten das Problem hinter der Zensur gegenüber NOIZZ so: „Es ist nicht immer einfach, die richtige Balance zu halten, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich frei auszudrücken und gleichzeitig ein angenehmes Erlebnis für unsere weltweite und kulturell vielfältige Gemeinschaft vieler Altersstufen zu schaffen, aber wir geben unser Bestes.“

Sexuelle Inhalte sind trotz Communityrichtlinien nicht selten

Ist man allerdings wirklich auf der Suche nach sexuellen Inhalten, wird man auf Instagram unter deutlich einschlägigeren Hashtags fündig, darunter gehören ganz klassisch #sex, #blowjob und weitere Begriffe, die mit sexuellen Handlungen zusammenhängen. Es ist also sehr inkonsequent von Instagram, dass ausgerechnet der Stripperinnen-Hashtag gesperrt wird – die Frauen, ziehen sich nur aus, sie verkaufen ihren Körper nicht für Sex. Trotzdem unterbindet die App, dass mögliche Kunden über die App in Kontakt mit den Frauen oder den Stripclubs kommen.

Quelle: Noizz.de