Du bist also doch nicht so individuell ...

Es ist aber auch eine Herausforderung in unserer Gesellschaft herauszustechen. Da hält man sich dank Instagram und der fünf neuen Bildbearbeitungs-Apps für das große Fotografen-Talent von übermorgen und ist megastolz auf das coole Motiv der atemberaubende Naturkulisse aus dem Zelt heraus, da zeigt einem dieser Instagram-Account: Diese Idee hatten schon unzählige andere vor mir – die Apps übrigens auch.

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Insta-Repeat heißt der Account, der fröhlich unseren Drang zum Individualismus demontiert, indem die immerselben Motive unterschiedlicher User nebeneinander geschnitten werden.

Hinter dem Account steckt eine anonyme Userin, die aus Alaska stammt. Auf dem Account nimmt sie sich bisher ausschließlich Travel-Posts an und möchte damit die Authentizität und Kreativität von Travelbloggern und das gleichgeschaltete Ästhetikempfinden von Usern beleuchten.

Scrollt man durch den Account ist die erste Empfindung tatsächlich Langeweile. Die Bilder zeigen Motive, die man selbst schon unzählige Male gesehen oder vielleicht sogar selbst nachgestellt hat.

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Allerdings drängen sich auch ein paar Fragen auf: Folgt man Instagram-Accounts, die nur aus den hier gezeigten, immergleichen Sehnsuchtsbildern bestehen tatsächlich noch? Die meisten schmeißt man aufgrund perfekt manikürter Oberfläche irgendwann wieder aus dem eigenen Feed.

Und: Gibt es den fehlenden Individualismus erst seit wir uns alle bei Instagram inspirieren lassen und sozusagen Motiv-Inzest betreiben? Waren wir nicht alle immer schon ziemlich gleich, und Instagram macht genau dies nur sichtbar? Oder strotzt das Familienalbum eurer Eltern tatsächlich von mega-speziellen Schnappschüssen?!

Wohl kaum. Meistens sieht man Menschen vor Kulissen, Menschen vor Autos, Menschen am Tisch und wenn man Glück hat, sind diese aufgrund 70s-Geschmacklosigkeit wenigstens bescheuert angezogen und einen Lacher wert. Aber dennoch: Alles unreflektiert liken, weils alle anderen auch machen, ist natürlich nicht gut, und ein Account wie dieser erinnert einen vielleicht mal wieder daran, den eigenen Feed aufzuräumen.

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  • Quelle:
  • Noizz.de