Aber auch ihr "normales" Instagram-Konto sorgt für Aufregung. Die französische Jurastudentin Johanna Clermont ist nämlich Jagd-Influencerin.

Auf einem Bild schaut die 23-jährige Fake-Blondine glücklich durch die Hörner einer totgeschossenen Antilope – im Hintergrund der pastellfarbene, südafrikanische Himmel. Auf einem anderen Bild läuft sie beseelt durch ein böhmisches Idyll: im Hintergrund ein ruhiger See, unter ihren Füßen tschechisches Moos. Sie trägt hohe Stiefel, Tweedhosen, einen karierten Parka und einen Filzhut. Von ihren beiden Händen baumeln beiläufig je zwei tote Enten. Johanna Clermont, französische Jurastudentin, ist Jagd-Influencerin auf Instagram.

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Aber nicht nur dort, sondern seit Neuestem auch auf zig Plakaten in der Pariser Metro (wie UniLad berichtet). Dort macht sie jetzt mit ihrem Gesicht Werbung für die neue Video-Plattform "Zone300", eine Art "Netflix für Jagd- und Angel-Liebhaber" mit mehr als 90.000 Abonnenten.

Werbung für das "Jäger-Netflix" Zone300

Mit 16 bekam Clermont zu Weihnachten ihr erstes Gewehr geschenkt, 2014 machte sie ihren Jagdschein. Seit dem reist sie vor allem durch Europa (Spanien, Tschechien, Schottland ...), um ihrer Leidenschaft, Tiere zu töten, nachzugehen. Aber auch in Südafrika wahr sie dazu schon mehrfach.

Die "stolze Jägerin" bekommt Morddrohungen

Das finden nicht alle gut – vor allem nicht ihre Kommiliton*innen an der Universität von Perpignan in Südfrankreich, wo Johanna Clermont studiert. Die "stolze Jägerin" – so bezeichnet sie sich selbst – hat seit der Kampagne in der Pariser Metro zahlreiche Morddrohungen von Anti-Jagd-Aktivist*innen bekommen, so viele, dass sie ihren Nachnamen ändern musste.

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Insgesamt scheinen die heftigen Reaktionen auf ihr umstrittenes Hobby sie aber nicht allzu sehr zu beeindrucken. Im Gegenteil: "Leuten auf den Sack zu gehen, ist meine Leidenschaft!", sagte sie gegenüber dem "Telegraph". Ohne diese Reaktionen hätte die Kampagne nicht gewirkt. Ihr gehe es außerdem darum, in einer von Männern dominierten Domäne Stereotype aufzubrechen.

Das Problem ist, dass Johanna Clermont nicht nur die Anti-Jagd-Aktivist*innen gegen sich weiß, sondern auch ihre eigene Peergroup! Denn die eher traditionell gesinnte Jagd-Community stört sich an ihrem Influencertum. Auf Instagram bewirbt sie – man kennt's – nämlich oft Messer- und Schusswaffen-Marken. Es ist der übliche Vorwurf des Sell-outs, der Oberflächlichkeit, des Gruppenverrats, der Influencer*innen aller Branchen betrifft.

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Auf Instagram folgen ihr seit der "Jagd-Netflix"-Kampagne in der Pariser Metro allerdings nicht weniger, sondern mehr User*innen: insgesamt 122.000. Es scheint, dass Johanna Clermont mit ihrer Kombination aus blutrünstigem, archaischen Hobby, tadellos kombiniertem, femininem Jäger-Chic bei einem bestimmten Menschenschlag voll ins Schwarze trifft.

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Auf ihren letzten Postings zeigt sie sich dennoch handzahmer: Sie postet ein Selfie im Bademantel aus einem Pariser Badezimmer ("Morning Paris ..."), sitzt sonnenbebrillt in einem Segelboot und schlendert – Sonnenhut, Umhängetasche – durch die Gassen einer südfranzösischen Kleinstadt – fast so wie eine ganz normale Influencerin.

Aber wehe, man scrollt ein paar Postings weiter runter:

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Voilà, die Blondgefärbte mit dem großen Jagdgewehr.

ml

  • Quelle:
  • Noizz.de