Der Influencerin wird vor Gericht vorgeworfen, ihre Posts nicht richtig zu kennzeichnen.

Es ist eine Diskussion, die so alt ist, wie das Influencer-Game selbst. Zumindest seit es von der Lifestyle-Branche (na ja und BIFI) ernst genommen wird: Ab wann ist ein die Empfehlung eines Produkts oder einer Marke vonseiten eines Influencers Werbung? Wie lange gilt es noch als einfache Empfehlung?

Genau dieser Angelegenheit widmete sich das Landgericht Karlsruhe am Donnerstag den 24. Januar. Pamela Reif hat vier Millionen vornehmlich junge Follower. Sie behandelt die Themen Fitness, Beauty und Ernährung und ist damit ungemein erfolgreich. Ein Verein, der sich um fairen Wettbewerb kümmert, hatte die Karlsruherin angezeigt. Sie hat auf ihrem Account Produkte beworben, ohne sie als Werbung zu kennzeichnen.

Vonseiten der Rechtsprechung scheint dieses Internet immer noch ein undurchdringlicher Sumpf zu sein. Man hat das Gefühl, dass hier die Regeln und Gesetzte noch nicht an die Innovation World Wide Web angepasst wurden. Aktuell soll sich dieser Umstand ändern – nun abgearbeitet an dem Fall Pamela Reif.

Bei dem Prozess trafen sich die folgenden Fronten: Reif, die findet, sie müsse nur Posts als Werbung kennzeichnen, wenn sie für das Bewerben ausdrücklich bezahlt wurde. Die Justiz wiederum findet, dass transparent markiert werden muss, sobald ein „kommerzieller Zweck“ hinter dem Post steckt. Die Argumentation, auf Instagram sei man (oder in diesem Fall Pamela Reif) auch privat unterwegs, wurde deutlich abgeschmettert. Es hieß, dass man mit der Entscheidung, auf Instagram Geld zu machen, auch seine Möglichkeit verwirkt hätte, dort privat aufzutreten.

Verständliche Argumentation – schließlich ist der Instagram-Account Reifs ihre Haupteinnahmequelle. Sie lebt davon, sich selbst auf dieser Plattform zu vermarkten. Wenn man bedenkt, wie jung und durchaus auch beeinflussbar vor allem jüngere Follower sind, kommt man schnell auf den Gedanken: Warum wird diese Angelegenheit erst jetzt vor Gericht verhandelt?

Das Ergebnis des Prozesses soll es am 21. März geben und wird vermutlich ein Grundsatzurteil sein. Das was für Reif gelten wird, dürfte von da an auch für alle anderen Influencer gelten und das Business eventuell auch nachhaltig verändern.

Quelle: Noizz.de