Ein halluzinogener Spaß für die ganze Familie?!

Wenn ich mir vorstelle, mein Opa hätte meinem 6-jährigen Ich an Weihnachten 1995 getrocknete, psychoaktive Pilze überreicht und wir wären kurz vor dem Geschenkeauspacken gemeinsam auf einen Trip gestartet – dann klingt das wie eine schlecht geschriebene Drogen-Komödie. Für die Kinder des mexikanischen Ortes San José del Pacífico hingegen ist dieses Szenario alles andere als realitätsfern.

Das Dorf in den Bergen von Oaxaca ist ein Hot-Spot in Sachen Magic Mushrooms. Seit 43 Jahren gehören die halluzinogenen Pilze hier zur Kultur der Bewohner. Touris kommen extra deswegen her. Probleme mit dem Gesetz hatten die Anwohner wegen der Droge aber nie, berichtet ein älterer Herr namens Daniel Hernández Don Leonardo jetzt in einer neuen „Munchies“-Reportage.

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„Mit sechs Jahren hatten sie ihren ersten Trip.“

Aber nicht nur für die Besucher und die Erwachsenen im Dorf sind bewusstseinserweiternde Trips eine willkommene Freizeitbeschäftigung: „Wir alle machen das. Sogar meine Kinder und Enkelkinder. Mit sechs Jahren hatten sie ihren ersten Trip“, erklärt Herr Leonardo.

Für meine Begriffe ein völlig absurdes Szenario. Wer möchte das bitte verantworten? Ich kenne genug Erwachsene, die mit einem Mushroom-Trip nicht klarkommen würden. Leonardos Anekdote gleicht allerdings einem superentspannten Familien-Event. Auf die Frage des Reporters, wie sich die Droge auf Kinder auswirkt, antwortet er grinsend: „Es gibt ihnen sehr viel Energie, sie rennen herum und lachen sehr viel.“

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Auch die Bewohner einer kleine Insel in Südostasian gehen unerwartet mit den Shrooms um

Nicht nur in San José del Pacífico gehören Magic Mushrooms einfach dazu. Auch auf der indonesische Insel Gili Trawangan. Hier tickt das Leben generell ein wenig anders. Es gibt keine Autos. Die braucht das 15 Quadratkilometer kleine Traumdomizil nicht.

Stattdessen gibt es Kutschen – und: überall Magic Mushrooms im Angebot. An praktisch jeder Bar lehnt ein Schild, das die psychoaktiven Pilze anpreist. Und das, obwohl Indonesien für seine besonders harte Drogenpolitik bekannt ist. Das Land hat mit die strengsten Drogengesetze weltweit. Wegen Drogendelikten wurden Menschen hier in den vergangenen Jahren sogar hingerichtet. Auf Gili Trawangan scheinen diese Gesetze ausgehebelt. Die Mushrooms sind hier einfach geduldet.

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„Bei unseren Nachbarn gehörten die Pilze quasi zum guten Ton“

Holland, das Land der Freiheiten. Zumindest für passionierte Kiffer. Und ehemals für leidenschaftliche Konsumenten halluzinogener Pilze. Seit 2008 sind allerdings insgesamt 186 Sorten verboten, weil die Droge immer wieder zu Zwischenfällen führte. Auslöser war der Tod einer Französin. Die 17-Jährige sprang nach dem Einwurf der Zauberpilze von einem Gebäude.

Komplett verschwunden sind die Psycho-Pilze aus Holland allerdings nicht. Sogenannte Smartshops bieten weiterhin Magic Truffles an. Das sind ebenfalls getrocknete Pilze, die die gleichen Wirkstoffe wie die Original-Magic-Mushroom enthalten. Allerdings lässt sich der Gehalt an psychoaktiven Stoffen und somit auch die Wirkung besser kontrollieren. Der Handel mit den Magic Truffles fällt in eine gesetzliche Grauzone und wird in Amsterdam toleriert.

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Allerdings: Magic-Mushroom-Trips werden weder auf Gili Trawangan, noch in Amsterdam als Erlebnis für die ganze Familie gefeiert. Das gibt’s wohl nur in den Bergen Mexikos.

  • Quelle:
  • Noizz.de