Die oBikes landen in der Schrottpresse.

Fast schon seuchenartig überschwemmten Unmengen von bunten, viel zu kleinen Leihfahrrädern deutsche Großstädte. An jeder Ecke kann man eins finden. Mieten per App, draufsteigen und losfahren, so die schöne Utopie der umweltfreundlichen Verkehrsmittel. Leider sieht die Realität etwas anders aus: Nach und nach ziehen sich die ersten Anbieter aus Fernost wieder vom Markt zurück – so auch oBike in Frankfurt. Nun hat die Stadt aber ein ganz anderes Problem: Wohin mit den ganzen übrig gebliebenen Fahrrädern?

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Während man in China das Problem einfach mit rieseigen Deponien löst, setzt die Stadt Frankfurt auf ein anderes Modell. Bis Ende Juli sollte sich der chinesische Anbieter bei der Stadt melden, was mit den übrigen Rädern auf dem Stadtgebiet passieren sollte. Bisher gab es keine Reaktion. Man wisse noch nicht einmal, ob die Räder überhaupt noch oBike gehören, so Verkehrsdezernent Klaus Oesterling von der SPD.

Deshalb wird jetzt zu radikaleren Mitteln gegriffen: Defekte Leihräder werden ab sofort als Schrotträder behandelt. Das Ordnungsamt markiert defekte Räder, lässt sie nach einer Galgenfrist abholen und verschrotten. Ähnlche Probleme mit oBike hatte auch die Hansestadt Hamburg. Dort sollen die 10.000 in einer Lagerhalle bei Hamburg liegenden oBike-Räder nun Ende August endlich wegkommen.

Besitzer der Räder ist inzwischen die Firma Umzug24, die in der Schweiz die Geschäfte für oBike übernommen hat. 6.000 Räder gehen an einen norwegischen Kunden, 200 Fahrräder darf der Lagerhallen-Besitzer behalten. Der will die Räder an Flüchtlingsunterkünfte verteilen. 50 gehen an eine Erstaufnahmeeinrichtung im sächsischen Schkeuditz in der Nähe von Leipzig. Wem er die anderen 150 Räder schenkt, steht noch nicht fest. Aber immerhin: Sie werden weiterhin gefahren!

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de