Der Möbelhersteller hat ein 11-Punkte-Programm entworfen, um nachhaltiger zu werden.

Nachhaltigkeit ist für viele zu einem wichtigen Thema geworden. Kein Wunder, es geht uns ja irgendwie alle etwas an, dass sich das Klima ändert, wir Jahr für Jahr mehr Müll produzieren und die Bewohner unserer Weltmeere daran vor die Hunde gehen. Deshalb verzichtet nicht nur Discounter Aldi auf die Plastikhülle bei der Salatgurke. Auch der schwedische Möbelgigant Ikea setzt sich mit dem Thema immer mehr auseinander.

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Dazu gehören nicht nur die Herstellungsprozesse der Möbel, auch die Geschäfte, Restaurants und Arbeitsbedingungen sollen Umweltfreundlicher und im Idealfall eben auch nachhaltiger werden. Erste Erfolge kann das Möbelhaus schon verbuchen, wie der Nachhaltigkeitsbericht 2018 des Unternehmens zeigt.

Bis 2030 will Ikea klimapositiv und nachhaltig wie möglich werden – und damit anderen Möbeldiscountern einen großen Schritt Voraussein. Elf Punkte umfasst die selbstauferlegte „People & Planet Positive“-Strategie der Schweden. Eine schöne Umschreibung für etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte. Natürlich hat so etwas auch mit Imagepflege zu tun, aber: Jeder Anfang zählt. Und da Ikea zu den internationalen Marktführern im Möbelgeschäft gehört, macht das wohl schon etwas aus.

Ikea will umweltschonendere Produkte verkaufen

So sollen etwa im Restaurant und im Snackbistro – da, wo es die berühmt-berüchtigten Hotdogs eben gibt – mehr vegetarische Produkte verkauft werden. Zum Beispiel der neue vegetarische Hotdog. Der sei, so das Unternehmen, bereits super bei den Kunden angekommen.

Zudem hat die Firma die Initiative Lebensmittel sind wertvoll ins Leben gerufen. Seit Ende 2016 wurden so rund  1.400 Tonnen Lebensmittel vor dem Abfall gerettet. Das entspricht etwa 3 Millionen Mahlzeiten. Hinzu kommt, dass rund 94 Prozent aller Fisch- und Meeresfrüchtenprodukte im Restaurant aus nachhaltigen Fangebieten stammen.

Außerdem will das Unternehmen mehr Produkte verkaufen, die Ressourcen schonen, zum Beispiel Duschköpfe, die bis zu 50 Prozent des Wasserverbrauches einsparen. In Zukunft werden alle Ikea-Produkte außerdem so designt, dass sie entweder recycelt oder weiterverkauft werden können. Nicht umsonst testet Ikea in einigen Filialen in Deutschland den Wiederverkauf gebrauchter Ikea-Möbel. 

Auf erneuerbare Materialien setzen

Auch bevor etwas überhaupt im Laden landet, wollen die Schweden ihre Ökobilanz deutlich verbessern. So hat sich Ikea zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 alles, was bei ihnen verkauft wird, zu 100 Prozent aus recycelten Materialien besteht. Aktuell hat das Möbelhaus eine mickrige Quote von zehn Prozent, allerdings bestehen bereits 60 Prozent der Produkte aus recycelbaren Material.

Bei der Baumwolle ist man da schon etwas weiter: 100 Prozent stammen aus nachhaltigen, sprich: wieder nachwachsenden Quellen. Ist bei einem Baumwollstrauch ja auch nicht so schwierig. Komplizierter wird es da schon bei so etwas wie Holz. Immerhin erreicht das schwedische Möbelhaus hier schon eine Quote von 85 Prozent. Allerdings dauert es wesentlich länger, bis ein Baum nachwächst. 

Der Strom? Öko

Ikea möchte in Zukunft mehr auf Solarenergie setzen. In Portugal hat das schwedische Unternehmen eine Photovoltaik-Anlage, die 2.700 Haushalte mit Strom versorgt. Und wer will, kann sich bei Ikea auch für das heimische Dach eine Solaranlage zulegen. Ziemlich clever: So klingelt bei Ikea die Kasse, und die Kunden produzieren umweltfreundlichen Strom.

Hmm – das klingt ja an sich erstmal ganz gut. Allerdings steht in dem Bericht nicht, wie sich zum Beispiel im Restaurant der Vorsatz, Lebensmittel nicht zu verschwenden, wirklich umsetzen lässt. Was ist, wenn die Hotdogs alle sind und ein Kunde kurz vor Ladenschluss noch welche will? Werden dann noch welche gemacht? Wahrscheinlich. Trotzdem ist Ikea wohl auf einem guten Weg.

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Quelle: Noizz.de