Sie wollen keine Billig-Airline sein, aber das ist reines Wunschdenken.

Die Billig-Airlines unterbieten sich am laufenden Band beim Preis. Jetzt hat sich „Air-France" etwas „Neues” einfallen lassen.

Mit ihrer jüngsten Tochtergesellschaft „Joon” wollen die Franzosen vor allem auf dem jungen Markt angreifen. „Joon” soll die Airline für Millennials werden. Die erste Klasse wird abgeschafft und auch der Dresscode für die Flugbegleiter gelockert.

Kostüm, High-Heels und Halstuch sind voll 2016, stattdessen sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eigene Outfits zusammenstellen können. Bisher ist von Minikleidern, Daunenjacken, Sweatshirts, weißen Sneakern und noch einigem mehr die Rede.

Besonders wichtig ist für die Millennials das Thema digitale Vernetzung. „Joon” will auch diesem Aspekt gerecht werden und neue Wege gehen. Wie genau das umgesetzt werden soll, ist aber noch nicht bekannt.

„Joon” hat klare Vorstellungen vom eigenen Wunsch-Image. Jung, trendy und innovativ will man sein und nicht in einen Topf mit anderen Billig-Airlines geworfen werden. Das ist irgendwie paradox, wo doch gleichzeitig der günstige Preis ein wichtiger Baustein von „Joon" werden soll. Da die Zielgruppe der Franzosen zwischen 18 bis 35 Jahre alt ist, können sie sich hohe Preise auch nicht leisten.

So kommt der günstige Flug zustande:

Die Piloten sollen direkt von „Air-France" kommen und zu den gleichen Konditionen wie bisher beschätigt sein. In die Röhre gucken dabei die Flugbegleiter. Das moderne Outfit ist also das einzig coole an ihrem Job, die Bezahlung wird schlechter.

Letztlich sollten die Flugkunden sich mal grundlegend darüber Gedanken machen, ob sie noch mit Billig-Airlines fliegen wollen. Denn „Joon” kann noch so oft betonen, dass dies nicht ihr Anspruch ist. Wer die günstigen Preise zu Lasten des Personals realisiert, hat diesen Namen durchaus verdient.

Jeder, der sich für solche Flüge entscheidet, muss wissen, dass er dieses Geschäftsmodell damit unterstützt. Gleichzeitig werden damit Airlines, die sich um ihr Personal kümmern, vom Markt gedrängt.

Was also für billige Klamotten, die von Kindern aus Asien zusammengenäht werden, gilt, trifft jetzt auch auf Airlines zu. Es ist ein mieser Trick und Abzocke.

„Joon” kann sich auch hinter dem angeblich so hippen Image, das bisher über die Idee mit dem coolen Outfits nicht hinaus geht, nicht verstecken. Es ist eine Mogelpackung, nicht mehr. Den eigenen Ansprüchen wird man bisher nicht gerecht, das Konzept wirkt ziemlich abgehoben.

Wer sich dennoch für einen Flug mit der Airline interessiert: Ab September diesen Jahres, will „Joon” innereuropäische Flüge anbieten. Im Sommer 2018 sollen Langstreckenflüge dazukommen.

Quelle: Noizz.de