Der Paragraf war 146 Jahre alt. Augenroll.

Das Oberste Gericht in Indien hat den Hammer geschwungen und etwas abgeschafft, was eigentlich in der Mottenkiste hätte geboren werden müssen: die Strafe auf homosexuellen Geschlechtsverkehr.

Jap, in der Republik Indien war das bis dato „nicht erlaubt“. Jetzt hat sich das nach Angaben von Rechtsanwälten und Aktivisten am Donnerstag allerdings geändert.

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Die Richter in der indischen Hauptstadt Neu Delhi hätten befunden, eine Kriminalisierung sexueller Handlungen verstoße gegen die indische Verfassung. Das berichtete Rechtsanwalt Pranav Prakash. Er war im Gericht anwesend.

Der Paragraf 377, der Sex unter Homosexuellen unter Strafe stellte, enthält im Übrigen auch das Verbot von Sex mit Tieren. Diese Gleichstellung lässt man sich auf der Zunge zergehen und muss fast kotzen. (Ja, der Teil mit den Tieren wurde nicht rausgestrichen.)

Nach dem Passus aus dem Jahr 1862 konnten homosexuelle Akte mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Auch, wenn sie im Privaten und mit Einverständnis unter Erwachsenen stattfanden.

Den Angaben zufolge wurden zwar nur wenige Menschen nach diesem Gesetz bestraft. Laut Kritikern sei der Paragraf aber von Polizisten und anderen genutzt worden, um Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender und andere zu diskriminieren.

Vor fünf Jahren zeigte sich das Oberste Gericht in Indien noch nicht zu einsichtig. Der erste Versuch, Sex unter Homosexuellen zu entkriminalisieren, war 2013 gestoppt worden.

[Zusammen mit: dpa]

Quelle: Noizz.de