Das ist keine Satire ...

Der Onlinehändler Monsterzeug verkauft für knapp 70.000 Euro ein Eigenheim, das man später im eigenen Backofen bauen kann. Ja, richtig gehört, im Backofen! Das Einfamilienhaus besteht nämlich nicht aus Steinen oder Holz, sondern aus Lebkuchenteig.

Interessenten sollten in ihrer aktuellen Wohnung genug Staurraum für die Zutaten haben. Das knusprige Eigenheim wiegt nämlich um die 12 Tonnen. Auf der Zutatenliste stehen 2,7 Tonnen Honig, 2,5 Tonnen Mehl, 5500 Packungen Lebkuchengewürz und noch vieles mehr.

Für die Zutaten muss man ein Lager anmieten Foto: Monsterzeug.de

Das reicht für 100 Quadratmeter Wohnfläche. Bei Bedarf stellt Monsterzeug auch einen Leihbackofen zur Verfügung. Außerdem gibt es das Haus auch als vegane, gluten- und laktosefreie Variante. Also, backt ihr noch oder wohnt ihr schon?

Wer beim Hausbau zu viel vom Mörtel, also vom Teig nascht, kann Zutaten problemlos nachbestellen. Monsterzeug verspricht eine Lieferung innerhalb von 24 Stunden und ein Rückgaberecht in den ersten hundert Tagen nach dem Kauf.

Außerdem wirbt die Seite mit 300.000 zufriedenen Kunden. Leider verraten die Verkäufer nicht, wie diese 300.000 Kunden mit Problemen wie Schimmel, Starkregen oder Sommerhitze klarkommen. An einem warmen Tag mit 35 Grad kann der Zuckerguss-Fensterrahmen schon mal wegschmelzen.

Und was passiert eigentlich, wenn der Ofen des Lebkuchenhauses angemacht wird? Hält die Gelantinebeschichtung, was der seriöse Baumarktkurzfilm verspricht?

Ein Stück Haus wird geliefert Foto: Monsterzeug.de

Erstaunlich: Bei diesem Angebot handelt es sich NICHT um einen Werbegag von Monsterzeug. „Das Produkt ist ja eigentlich eine Anleitung plus Zutaten. Vom Prinzip her könnten wir das so durch einen Lebensmittelgroßhändler samt Lehmofen liefern lassen, das haben wir alles abgeklärt.

Allerdings ist uns klar, dass niemand sich wirklich ein Eigenheim backen will, daher steht natürlich der Spaß im Mittelpunkt,“ bestätigt Sascha Langner, Pressesprecher von Monsterzeug.

Über mangelnde Nachfrage kann man sich beim Onlinehändler nach eigenen Angaben nicht beschweren. Nur das mit der Bezahlung gestaltet sich schwierig. Das Lebkuchenhaus wird mehrfach pro Woche verkauft.

Allerdings würden die Käufer sich über Fake-Mailaccounts anmelden, um herauszubekommen, ob das Angebot wirklich ernst gemeint ist, so Langner. „Ernst gemeinte Anfragen hatten wir bis jetzt noch keine, lediglich eine von SAT1, die wollten allerdings das Haus auch nicht selber backen.“

So sieht das fertige Häuschen von außen aus Foto: Monsterzeug.de

Eigentlich schade, denn für Dorffeste und Großveranstaltungen wäre so ein Einfamilienhaus aus Lebkuchenteig eigentlich eine gute Idee. Kollektives Gruppenbacken mit Richtfest, Einweihungsparty und anschließendem oralem Abriss. Das funktioniert nicht nur in der Adventszeit.

Quelle: Noizz.de