Ein junger Wirt im Oberharz würde gerne Internet-Anschluss haben.

Die Telekom hat ihm ein Angebot gemacht. Seine Berghütte liegt idyllisch im Harz - in aller Abgeschiedenheit. Das Gasthaus heißt „The Cabin“. Schnelles Internet ist hier utopisch.

Der Plan der Landesregierung, Niedersachsen flächendeckend mit der schnellen Datenautobahn zu versorgen, dürfte im Fall der Berghütte im Oberharz nicht aufgehen. Denn der Gastwirt Timo Zacher müsste für ein Glasfaserkabel zu seinem einsam gelegenen Hostel gut eine Million Euro zahlen.

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Die Telekom habe ihm ein entsprechendes Angebot unterbreitet, sagt Zacher. Die Fertigstellung der Leitung nach Oderbrück werde etwa sechs Monate dauern, heißt es in dem Angebot.

Ein paar Tausend Euro würde er für einen schnellen Internet-Anschluss ja gerne zahlen, sagt Zacher, der das im Nationalpark Harz gelegene kleine Hostel Anfang dieses Jahres eröffnet hat. Es sei nämlich nicht leicht, den Betrieb ohne direkten Internet-Zugang aufrecht zu erhalten.

Dies betreffe Zimmer-Buchungen und Waren-Bestellungen, aber auch die eigentlich vorgeschriebenen Online-Meldungen zum Kurbeitrag an die Gemeinde oder zur Übernachtungsstatistik an die zuständigen Behörden. „Eine Million Euro ist aber utopisch“, sagt Zacher.

Das Internet über Mobilfunk sei wegen des schlechten Empfangs in Oderbrück keine Alternative, sagt Zacher. Auch der Internet-Anschluss über Satellit funktioniere allenfalls quälend langsam, sagt Zacher.

Die Webseite von „The Cabin“

Die Homepage seines Hostels „The Cabin“ könne er jedenfalls nur auf Umwegen nutzen. Sie läuft über einen Verwandten in Braunschweig. „Und bei Bedarf, etwa bei Buchungen, müssen wir dann telefonieren.“

Die Behörden machen dem jungen Gastwirt wenig Hoffnung auf Besserung. Der Landkreis Goslar strebe zwar eine bestmögliche Versorgung des Kreisgebietes mit schnellem Internet an, sagt Sprecher Maximilian Strache.

Schnelles Internet sei schließlich ein wichtiger Standortfaktor. Doch wenn alle abgelegenen Einzelhäuser in die Versorgung einbezogen würden, gäbe es eine Kosten-Explosion.

  • Quelle:
  • Noizz.de