Warum Frauen heute rote Klamotten tragen sollten und vier weitere Fakten!

Yeah, heute ist „Equal Pay Day“! Schon wieder so ein Feminismus-Quatsch? Nein! Stell dir vor du arbeitest hart und der Kollege, der neben dir sitzt, bekommt jeden Tag vom Chef einen Schokoriegel auf den Tisch gelegt, während du die gleiche Arbeit machst und leer ausgehst. Ziemlich beschissen, oder? Genauso fühlen sich Frauen, die im Schnitt immer noch deutlich weniger verdienen.

Wir haben fünf Fakten für dich, die du zum „Equal pay Day“ wissen musst.  

1. Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als ihre Kollegen

Um das Einkommen zu erzielen, das Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres hatten, müssen Frauen bis zum „Equal Pay Day“ des Folgejahres arbeiten, sagt „ver.di“. Mehrere Bündnisse und Frauenverbände tun sich jährlich zusammen, um auf die Ungleichheiten zwischen den Gehältern von Frauen und Männern aufmerksam zu machen.

2. Es gibt jetzt einen Index, der Jobs miteinander vergleicht

Forscherinnen des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Uni Duisburg-Essen und des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der in Düsseldorf ansässigen Böckler-Stiftung haben zum „Equal Pay Day“ den „Comparable Worth Index“ (CW) entwickelt. Er berücksichtige bei der Arbeitsbewertung nicht nur Wissen und Können, sondern auch die Verantwortung für andere Menschen sowie psycho-soziale und physische Anforderungen. Dadurch könnten die Profile in Berufen geschlechtsneutral verglichen werden. „Hier können wir erstmals statistisch nachweisen, dass weibliche Erwerbsarbeit von systematischen Abwertungen betroffen ist“, sagte IAQ-Sozialwissenschaftlerin Sarah Lillemeier.

3. Es gibt nur einen typischen Männerberuf, der noch schlechter als alle Frauenberufe entlohnt wird

In der Studie kam heraus, dass beispielsweise die Anforderungen und Belastungen im überwiegend weiblichen Beruf Altenpflege vergleichbar mit dem männlich dominierten Technik- und IT-Bereich sind. Während Technik- und IT-Beschäftigte aber pro Stunde knapp zwischen 26 und 28 Euro verdienen, erhalten Altenpfleger durchschnittlich 14,42 Euro pro Arbeitsstunde. Auch die beruflichen Anforderungen und Belastungen von Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen sind nach dem CW-Index so hoch wie die von Ingenieuren. Während die Pädagoginnen aber durchschnittlichen knapp 18 Euro brutto pro Stunde verdienen, erhalten Ingenieure im Schnitt rund 30 Euro. Die einzigen männlich dominierten Berufe, die verglichen mit gleichwertigen Frauenberufen geringer entlohnt werden, sind den Angaben nach Kraftfahrzeugführer sowie Lkw- und Busfahrer.

4. Frauen kramen heute die roten Klamotten aus dem Kleiderschrank

Um Solidarität zu zeigen, kleiden sich viele Frauen am „Equal Pay Day“ komplett in Rot. Die Farbe soll auf die roten Zahlen in ihren Geldbörsen aufmerksam machen. Nur Schuhe und Strümpfe tragen die Ladies in schwarz.

5. Seit Anfang Januar hast du ein Recht darauf, zu erfahren was deine Kollegen verdienen

Das Entgelttransparenzgesetz von SPD-Ministerin Katarina Barley hilft Arbeitnehmern seit Januar dabei, einen gerechteren Lohn beim Chef einzufordern. Es sieht vor, dass Arbeitnehmer einer Firma mit einer Größe ab 200 Mitarbeitern Informationen darüber einfordern können, was die Kollegen auf vergleichbarer Position verdienen. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens sechs Beschäftigte des anderen Geschlechts einer gleichwertigen Tätigkeit nachgehen.

Quelle: Noizz.de