Gericht urteilt: Polizei darf Tattoos von Beamten nicht verbieten

Genna-Luisa Thiele

Popkultur, Psycho
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Über tätowierte Polizisten entscheidet jetzt das Parlament Foto: Photo by Jordan on Unsplash

Es sei denn, es handelt sich um strafrechtlich relevante Motive.

Bislang durfte die Berliner Polizeiführung eigenständig entscheiden, ob die Tattoos eines Bewerbers oder Beamten optisch ins Bild passen oder nicht. Damit ist jetzt Schluss!

Das entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Demnach müsse ab sofort das Parlament regeln, welche Tattoo-Größen und Darstellungen mit den Anforderungen an Polizisten und „den berechtigten Erwartungen der Bevölkerung an die Polizei vereinbar“ seien. So steht es in einem am Montag veröffentlichten Beschluss.

Damit gewinnt ein junger Mann vor Gericht, der sich um die Einstellung in den mittleren Polizeidienst beworben hatte, aber vom Auswahlverfahren ausgeschlossen wurde. Der Grund: Seine Arme zieren große Tätowierungen mit Frauenschädeln (das mexikanische Motiv „La Catrina“) und die wären beim Tragen der Sommeruniform sichtbar, so die Polizei.

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Der Richter widerspricht und stellt klar, dass die Polizeibehörde nicht prüfen darf, ob Tattoos in der Bevölkerung als bedrohlich und abschreckend wahrgenommen werden könnten. Tätowierungen seien mittlerweile in der Mitte der Bevölkerung angekommen, heißt es in einer Erklärung des Gerichts. Ein Löwenkopf-Tattoo oder eben Frauenschädel scheint also keine Angst auszulösen.

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Die Polizei hat aber noch die Entscheidungskraft über Bewerber mit Tattoos, die gegen Gesetze verstoßen oder zweifelhafte Einstellungen gegenüber der freiheitlich demokratischen Grundordnung und Menschenrechten vermuten lassen. Dann darf die Polizei selbst entscheiden. Ein Oberarm voll mit Hakenkreuzen oder „KKK“-Schriftzug ist also zum Glück weiterhin Ausschlusskriterium.

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Quelle: Noizz.de