Geld regiert auch in Deutschland die Welt - und damit ist nicht dein Sparbuch gemeint

Tanja Koch

Gesellschaft, Wirtschaft, Lifestyle
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sh Foto: Sharon McCutcheon / unsplash.com

Das zeigt jetzt die ARD-Doku "Ungleichland".

Wer das Geld hat, schickt seine Kinder auf eine Privatschule. Fleiß und Ehrgeiz sind Werte, die bei der Erziehung eine große Rolle spielen. Die Kinder sollen finanziell einmal besser dastehen als die Eltern.

Dieses mitteleuropäische Äquivalent des amerikanischen Traums, wie es die Doku "Ungleichland" der ARD bezeichnet, wird jedoch immer unrealistischer. Der Aufstieg wird schwerer. Die Schere zwischen arm und reich wächst. Und wer pro Monat mehr als 3.500 Euro netto verdient, gehört aktuell zu den oberen 10 Prozent.

Die Recherche, an der sowohl ARD als auch die Bild- und Tonfabrik ("Neo Magazin Royale") beteiligt waren, bietet noch weitere Zahlen und Hintergründe über die soziale Lage in Deutschland. Sie erklärt, dass die Mittelschichten in den westlichen Demokratien immer mehr zu Verlierern des Systems werden.

Die Protagonisten der Recherche sind eine Familie aus Leipzig, stellvertretend für die Mittelschicht, und Christoph Gröner, Firmengründer der CG Gruppe AG, der die oberen paar Prozent repräsentiert. Die Fragestellung der Doku lautet: Was passiert, wenn in einer freien Gesellschaft das Gleichgewicht kippt zwischen dem Ziel, Anstrengungen Einzelner zu belohnen und dem Wunsch, alle teilhaben zu lassen?

Die Antwort gibt Nobelpreisträger Stiglitz: "Wenn es nicht gelingt, einen neuen sozialen Vertrag zu schließen, werden die, die verletzt worden sind, die vielen, vielen Menschen, die verletzt worden sind, rebellieren."

Für alle, die mehr über das wirtschaftliche und soziale System Deutschlands erfahren möchte, empfiehlt sich die Doku, die gratis in der ARD-Mediathek angeschaut werden kann.

Quelle: Noizz.de

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