Die Puppe stelle nicht dar, wofür die Künstlerin stehe.

Der Zweck heiligt wohl doch nicht alle Mittel: Hatten wir uns zum Weltfrauentag am 8. März noch ausgiebig über die neue Barbie-Kollektion mit inspirierenden Frauen gefreut (NOIZZ berichtete), droht dem Barbiepuppen-Hersteller Mattel jetzt eine Klage!

Jetzt hat die Familie der mexikanischen Malerin Frida Kahlo Mattel vorgeworfen, die Bildrechte an der verstorbenen Malerin gestohlen zu haben! Der Spielzeugkonzern habe nicht die "Befugnis, das Bild von Frida Kahlo zu nutzen", heißt es in einer Stellungnahme, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Darin droht die die Familie mit "notwendigen Maßnahmen". Kahlos Großnichte Mara Romeo bemängelte außerdem, dass die Frida-Kahlo-Puppe nicht das darstelle wofür die Künstlerin stehe: Nämlich für den offensiven Umgang mit ihrer mexikanischen Identität und für ihre selbstbewusste, ungekünstelte Weiblichkeit bekannt.

Bei der Entwicklung der Pupe habe Mattel eng mit der US-Firma Frida Kahlo Corporation zusammengearbeitet. Diese erhebt wohl zu Unrecht Ansprüche auf die Bildrechte der Künstlerin. Nach Angaben von Romeos Rechtsanwalt wurde die Frida Kahlo Corporation zwar im Jahr 2005 von Kahlos Familie und der Firma Casablanca Distributors gegründet. Mittlerweile sei der Vertrag aber ausgelaufen und das Unternehmen habe ohnehin "nie die Rechte an Fridas Bild gehalten", sagte der Anwalt der Nachrichtenagentur AFP.

Doch nicht nur die Rechtslage ist problematisch. Romeo stört vor allem auch das Aussehen der "Kahlo-Barbie". Die Puppe habe nicht die Gesichtszüge von Frida. Romeo hätte sich eine Puppe mit den charakteristischen Augenbrauen gewünscht und mit Kleidung aus mexikanischer Handwerkskunst, sagte Romeo der AFP. "Es sollte eine Puppe sein, die alles repräsentiert, was meine Tante repräsentiert hat." Mit einem schmalen Gesicht, Mandelaugen und nur ein paar Haaren zwischen den Brauen sieht die Barbie nur entfernt nach der echten Frida Kahlo aus.

Quelle: Noizz.de